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08.12.2016 - 15:56

Dreijährige ist Nepals neue "lebende Göttin"

09.10.2008, 13:42
Ein dreijähriges Mädchen ist die neue "oberste" lebende Göttin im Himalaja-Land Nepal. Die kleine Matine Shakya wurde dabei erstmals durch den neuen Präsidenten Ram Baran Yadav eingesetzt. Durch den Übergang des Himalaya-Königreichs zur Republik sei diese neue Vorgehensweise bei der Wahl der "Royal Kumari" nötig geworden, hieß es. Matine bleibt nun so lange im Amt, bis sie die Pubertät erreicht - ab dann ist sie aus religiöser Sicht "unrein".

Weil Nepal die Monarchie vor einiger Zeit abgeschafft hat, musste der Präsident die Bestätigung des Kindes in seiner neuen Rolle vornehmen. Jahrhundertelang war dies die Aufgabe des Königs gewesen. "In Nepals geänderten politischen Verhältnissen hat Präsident Ram Baran Yadav die Aufgabe übernommen, die Kumari zu bestätigen, da er jetzt das Staatsoberhaupt ist", sagte Hemraj Subedi, ein Mitglied des Auswahlausschusses.

65 Euro "Pension" für Ex- Kumari

Die dreijährige Matine Shakya war von dem Ausschuss als Nachfolgerin der gegenwärtigen königlichen Kumari Preeti Shakya ausgewählt worden. Diese ist zwölf Jahre alt und nähert sich damit der Pubertät, eine Zeit, ab der sie aus religiöser Sicht als "unrein" gelten wird, weil das Göttliche sie dann verlassen hat. Danach wird sie mit nichts außer einem Goldstück und ihrem roten Gewand "ausgesetzt". Allerdings nur formal: Ehemalige Kumaris bekommen eine lebenslange Staatspension von umgerechnet 65 Euro pro Monat, was dem doppelten Mindestlohn in Nepal entspricht.

Um Kumari ("Jungfrau") zu werden, muss ein Mädchen 32 sehr strenge Kriterien erfüllen. Dazu gehören eine "Brust wie ein Löwe", "Beine wie ein Reh" und das Bestehen diverser Prüfungen wie ein Aufenthalt in einem Raum mit toten Opferbüffeln, während dessen die Kandidatin nicht weinen darf. Die königliche Kumari gilt als die mächtigste, in drei weiteren Orten des Landes gibt es ebenfalls "lebende Göttinnen". Die Bevölkerung in Nepal hängt vorrangig dem Hinduismus und dem Buddhismus an. Priester beider Religionen bereiteten die Kumari auf ihren Dienstbeginn vor. Die Kumari bleibt das ganze Jahr über in ihrem Palast und verlässt diesen nur wenige Tage für religiöse Zeremonien. "Ich werde sie furchtbar vermissen, aber es ist eine große Ehre, eine Kumari zur Tochter zu haben", sagte Matines Vater Pratap Man Shrestha.

Maoistische Regierung war für Kumari- Beibehaltung

Die neue maoistische Regierung Nepals, das im Frühjahr die jahrhundertealte Monarchie abgeschafft hatte, hat sich für eine Beibehaltung der "lebenden Göttin" entschieden. "Nur weil wir jetzt eine Republik sind und keinen König oder königlichen Priester mehr haben, heißt das nicht, dass wir unsere Traditionen aufgeben", sagt Keshab Bahadur, der die Regierung im Kumari- Ausschuss vertrat.

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