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21.07.2017 - 05:56
Nagl will Grenze dicht machen, männliche Flüchtlinge abweisen und unschöne Szenen akzeptieren.
Foto: KRONEN ZEITUNG

"Die Grenze dicht machen!"

29.10.2015, 04:45
Flüchtlinge: Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) fordert eine härtere Gangart und eine Schließung der österreichischen Grenze zu Slowenien. Dann sollen Männer prinzipiell abgewiesen werden. Nagl ist sich bewusst, dass es unschöne Szenen geben würde. Und: Die Asylwerber im Grazer Stadtpark brechen ihr Protest-Camp ab, kündigen jedoch weitere Demos in Graz an.

Keine Frage: Der Grazer Bürgermeister Nagl spricht Zigtausenden Grazern und Steirern aus der Seele, wenn er fordert: "Wir müssen die Grenze zu Slowenien dicht machen, so gut das möglich ist. Völlig undurchlässig kann man keine Grenze machen."

Dass Deutschland seine Grenzen schließen wird, steht für Nagl außer Zweifel: "Das ist eine Frage von Wochen! Wir brauchen darum einen Plan B." Und der sei eben das Abriegeln der österreichischen Grenze zu Slowenien.

Kein Platz für männliche Flüchtlinge in Österreich

Familien, Frauen, Kindern und alleine flüchtenden Jugendlichen will Nagl aber die Hand reichen: "Für diese Menschen müssen wir bei uns einen Platz haben und helfen. Den Männern, die zu uns wollen, müssen wir aber klar zu verstehen geben, dass für sie hier kein Platz ist." - Und das möglichst schon jetzt, ehe sie sich auf die Reise machen.

Rechtlich steht diese Forderung freilich auf eher tönernen Füßen. Wie kann man die einen als Flüchtlinge akzeptieren, andere aber abweisen?

Nagl ficht das nicht an: "Auf einem Schiff, das in Seenot geraten ist, werden zuerst auch die Kinder und die Frauen gerettet, nicht die Männer."

Nagl ist sich bewusst, dass, sollte die Grenze zu Slowenien tatsächlich abgeriegelt werden, unschöne Szenen folgen würden, die eigentlich niemand haben und sehen will. Nagl sieht aber keine andere Möglichkeit. Graz und der Steiermark drohe ansonsten die völlige Überforderung.

Weitere Demos von Asylwerbern in Graz

Wir bleiben beim Thema - den Flüchtlingen. Jene Asylwerber, die seit Wochen im Stadtpark ein Protest- Camp eingerichtet haben, geben dieses nun auf. Es ist wohl zu kalt geworden. Gleichzeitig kündigen sie aber weitere Demos in Graz an. Sie fordern raschere Asylverfahren und das Recht auf Arbeit in Österreich.

Notquartier noch bis März 2016

Und noch einmal die Flüchtlinge: Das Notquartier im ehemaligen Einkaufszentrum Euro- shopping in Graz- Webling platzt derzeit ja aus allen Nähten. Länger als bis März 2016 wird es allerdings nicht in Betrieb sein. Auf dem Areal ist ja ein riesiges Wohnbauprojekt geplant - die Arbeiten sollen im kommenden Frühling starten

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Gerald Richter, Kronen Zeitung
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