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09.12.2016 - 22:15

"Wie österreichisch wollen Sie's noch?" - Waltz ist genervt

21.08.2010, 08:46
Christoph Waltz fühlt sich definitiv als Österreicher und ist von Spekulationen über seine Staatsangehörigkeit genervt. "Meine Staatsbürgerschaft wird auch österreichisch sein; das ist eine Banalität, eine juristische, staatsbürgerrechtliche Banalität, dass ich auch einen deutschen Pass hatte", sagte der Oscar-Preisträger am Freitag in München zum Auftakt der Dreharbeiten zu dem Film "Die Drei Musketiere", in dem er den machthungrigen Kardinal Richelieu spielt. Mit dabei in München sind auch die internationalen Topstars Orlando Bloom, Milla Jovovich und Mads Mikkelsen.

Er wolle um seine Staatsangehörigkeit kein großes Theater machen. "Ich bin in Wien geboren, ich bin in Wien aufgewachsen, ich bin in Wien zur Schule gegangen, ich habe in Wien Matura gemacht, ich habe in Wien studiert, ich habe in Wien mein Berufsleben begonnen, ich habe in Wien zum ersten Mal Theater gespielt, ich habe in Wien zum ersten Mal gedreht. Es gibt noch ein paar Wiener Details. Wie österreichisch wollen Sie es denn noch haben?", so Waltz, der einen deutschen Pass besitzt und demnächst auch einen österreichischen erhalten soll.

Waltz nimmt Richelieu- Rolle mit Humor

Seine Rolle als Kardinal Richelieu nimmt er mit Humor. Auf die Frage, ob er Parallelen zu der Figur sehe, scherzte der 53- Jährige bei der Pressekonferenz: "Ja, ich trage häufig kardinalrote Käppchen, ich treffe täglich den Papst - ich mache also das, was ein normaler Kardinal macht." Dann stellte der gebürtige Wiener aber klar: "Nein, im Ernst, es gibt wenig Parallelen außer dem, was Menschen überhaupt teilen." Trotzdem freut sich Waltz auf seine Rolle: "Kardinal Richelieu war schon immer die beste und interessanteste Figur in dem Stoff."

"Nicht alles ist automatisch böse"

Darauf, dass er erneut den Bösewicht spiele, wollte sich Waltz, der als SS- Scherge in "Inglourious Basterds" den Oscar gewann, jedoch nicht festlegen. Man könne unterschiedlicher Meinung darüber sein, wer der Bösewicht sei. Er wolle den Blick auf die Figur ein bisschen öffnen und die traditionelle "Stempelaufdrückerei" verhindern: "Nicht alles, was gegen die Helden ist, ist automatisch böse."

Man orientiere sich bei dieser Adaption des Stoffs möglicherweise etwas mehr an den Tatsachen, verriet er. Selbst wenn es bereits eine bestimmte Meinung über Richelieu gebe, sei er eine der herausragenden Figuren der europäischen Geschichte. Das einmal ernster zu nehmen, sei die Sache wert.

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