Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
06.12.2016 - 07:46

Undercover: Wenn der Asfinag- Chef das "Häusl" putzt

08.01.2013, 14:42
Wenn ein Chef das "Häusl" putzt, dann sorgt das bei allen auf der Karriereleiter Hintanstehenden für eine gewisse Genugtuung. Und das sorgt für Quote. Dass diese Rechnung aufgehen kann, haben TV-Sender in 15 Ländern - zuletzt RTL in Deutschland - vorgemacht. Nun springt auch der ORF auf diesen Zug auf und zeigt ab 16. Jänner die Dokusoap "Undercover Boss". Das Konzept: Ein bis zur Unkenntlichkeit getarnter Konzernchef begibt sich in die Niederungen seiner Firma und heuert mit geändertem Namen als Langzeitarbeitsloser am untersten Ende der Lohnkette an.

Den Anfang macht Asfinag- Vorstand Klaus Schierhackl, der sein Unternehmen von Grund auf kennenlernt, als er den sympathischen Raymund beim Reinigen der Autobahntoiletten unterstützt. Neben Fäkalien findet Schierhackl auch etliche Bierdosen neben den WC- Schüsseln, was den Asfinag- Boss noch mehr überraschte, wie er bei der Vorstellung des neuen Formats am Dienstag erzählt. "Ich hätte nicht erwartet, dass auf Autobahnen so viel Bier getrunken wird." Den Anflug einer Nahtoderfahrung habe er gehabt, als bei der Arbeit auf der Autobahn ein telefonierender Lkw- Fahrer mit nur einer Hand am Steuer unmittelbar an ihm vorbeigerauscht sei. "Immerhin hätten wir es auf Tape gehabt", wirft ORF- TV- Direktorin Kathrin Zechner ein.

Hart rangenommen wird auch Merkur- Chef Manfred Denner, der von seinen unwissenden "Untergebenen" im Schweinezerlegen, Gemüseschlichten und Essen- Anrichten eingeschult wird. Der schönste Moment - so berichten Schierhackl und Denner unisono - ist, wenn die Mitarbeiter erfahren, wen sie als Azubi herumdirigieren konnten, und wenn der Chef die Arbeit der fleißigen Mitarbeiter lobt. Belohnt werden die Getäuschten mit individuellen Aufmerksamkeiten.

"Am Schauplatz"- Dreh vorgetäuscht

Wer sich nun ein Investigativformat über die Niederungen der Arbeitswelt à la Günter Wallraff erwartet, wird enttäuscht. Die Mitarbeiter sind gut gecastet - unter dem Vorwand, der ORF drehe für "Am Schauplatz" eine Sozialreportage über die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in die Arbeitswelt. Diese Ausrede erklärt auch die Kameras, die die Schnuppertage der neuen Lehrlinge begleiten. Sämtliche Mitarbeiter sind dementsprechend motiviert und erfüllen ihre Aufgaben mit Enthusiasmus.

Und doch empfinden beide Topmanager den ihnen gewährten Einblick als äußerst aufschlussreich. "Es ist einfach ganz anders, ob ich den Mitarbeitern mit Anzug als Chef begegne oder als Jobsuchender", so Schierhackl. Und auch wenn es weder bei der Asfinag noch bei Merkur in Folge der gemachten Erfahrungen grundlegende strukturelle Änderungen geben wird, bezeichnen beide Chefs die Sendung als "nachhaltig".

Für Denner war laut eigenen Angaben vor allem das Zwischenmenschliche wichtig, und zu sehen, wie viel Potenzial in den Mitarbeitern schlummert. Dementsprechend wolle er seine Führungsteams künftig noch stärker sensibilisieren, um Potenziale zu erkennen, hinzuhören, Probleme ernst zu nehmen und so mit kleinen Veränderungen für die Mitarbeiter viel zu bewirken.

Schierhackl sagt, er habe sich vorgenommen, die "einfache" Arbeit künftig mehr wertzuschätzen und offen zu loben: etwa einen gemähten Rasen vor dem Parkplatz oder ein sauberes Autobahn- WC. Es sei wichtig zu würdigen, dass hinter "Selbstverständlichkeiten" ein Mensch steht, der diese Arbeit erledigt.

Vorerst vier Folgen

Die erste Staffel, die jeweils mittwochs um 21.05 Uhr auf ORF eins zu sehen ist, besteht aus vier Folgen. Neben Schierhackl und Denner sind auch Hannes Lechner, Chef der Accor- Hotelgruppe, und Georg Ketzler, Geschäftsführer der Brantner- Gruppe, mit von der Partie. In der fünften Folge, zu sehen am 20. Februar, wird beleuchtet, welche Auswirkungen das Experiment auf Manager und Betriebe hatte.

Grundsätzlich sei es nicht einfach gewesen, Chefs zu finden, die an der ORF- Sendung teilnehmen wollten, berichtet ORF- Unterhaltungschef Edgar Böhm. "Bossinnen" habe es gar keine gegeben, bedauert Zechner und hofft, dass die Hemmschwelle bei weiblichen Kandidaten bei einer zweiten Staffel, nach Ausstrahlung der ersten, sinken werde.

08.01.2013, 14:42
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Mehr zu AdabeiTV
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum