Beliebter als König

Spaniens Königin Sofia wird 75 Jahre alt

Adabei
01.11.2013 09:00
Königin Sofia ist bei den Spaniern beliebter als ihr Mann Juan Carlos. Sie ist nach Umfragen neben dem Kronprinzen Felipe das populärste Mitglied der spanischen Königsfamilie. Die Monarchin, die an diesem Samstag, dem 2. November, 75 Jahre alt wird, war an den Skandalen, die den Ruf des Königshauses ankratzten, nicht beteiligt.

Sofia hatte weder mit der Finanzaffäre zu tun, in die ihr Schwiegersohn Inaki Urdangarin verwickelt ist, noch mit der Elefantenjagd des Königs in Afrika, für die Juan Carlos sich im Frühjahr 2012 öffentlich entschuldigt hatte. Der Jagdausflug des Monarchen hatte damals den Eindruck aufkommen lassen, dass es um die Ehe des Königspaars nicht zum Besten bestellt sei. Die Zeitungen berichteten über angebliche Liebesaffären des Königs.

Als Juan Carlos wegen einer Beckenoperation im Krankenhaus lag, besuchte Sofia ihren Mann erst drei Tage später, und das auch nur für eine Viertelstunde. Zur Goldenen Hochzeit des Königspaars im Mai 2012 fanden keine offiziellen Feiern statt. Mittlerweile haben sich die Zeiten aber wieder geändert. Von einer Ehekrise ist heute keine Rede mehr. Als der König kürzlich erneut wegen einer Operation in eine Klinik musste, behandelte Sofia ihren Mann betont liebevoll und blieb stundenlang im Krankenzimmer.

Schon vor Hochzeit Hindernisse zu überwinden
Schon vor ihrer "Traumhochzeit" am 14. Mai 1962 in Athen hatten die damals 23 Jahre alte griechische Prinzessin und der 24-jährige spanische Prinz eine Reihe von Hindernissen zu überwinden. In Spanien herrschte damals der Diktator Francisco Franco. Die Monarchie war abgeschafft, der Thronprätendent Don Juan, der Vater des jetzigen Monarchen, lebte im Exil. Es war keineswegs klar, ob Juan Carlos jemals König werden würde.

In der damaligen Zeit bedeutete es auch ein Problem, dass Juan Carlos katholisch und Sofia griechisch-orthodox war. Der Vatikan und die orthodoxe Kirche stritten sich über die Hochzeitsriten. Schließlich willigte der damalige Papst Johannes XXIII. ein, dass die Eheschließung nach den Zeremonien beider Kirchen vollzogen würde. So heirateten Juan Carlos und Sofia viermal: zweimal kirchlich und zweimal standesamtlich vor einem spanischen und einem griechischen Beamten.

In der Kindheit auf der Flucht
Sofia, eine Urenkelin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., wurde in Psychiko bei Athen als Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg geboren. Ihr Vater war der spätere griechische König Paul I., ihre Mutter die Kaiser-Enkelin Friederike. Als Sofia drei Jahre alt war, flüchtete die Familie vor den Truppen Hitlers und Mussolinis zunächst nach Kreta, dann nach Ägypten und Südafrika. Ihre Jugend verbrachte die Prinzessin zeitweise im Internat Salem am Bodensee.

Für die Eheschließung mit Juan Carlos konvertierte sie zum katholischen Glauben und verzichtete auf ihre Thronrechte in Griechenland, wo sie damals hinter ihrem Bruder Konstantin an zweiter Stelle in der Thronfolge stand. Nach dem Tod Francos 1975 erlebte Sofia an der Seite ihres Mannes in Spanien die schwere Zeit des Übergangs zur Demokratie mit. Beim Putschversuch spanischer Militärs am 23. Februar 1981 bestärkte sie den König darin, den aufständischen Offizieren die Stirn zu bieten.

"Will mich nützlich machen"
Seit die Kinder - Kronprinz Felipe (45) sowie die Infantinnen Elena (49) und Cristina (48) - aus dem Haus sind, hat Sofia für sich eine neue Rolle gefunden. Sie reist unabhängig vom König in ferne Länder, besucht Entwicklungsprojekte und kümmert sich um die Ärmsten der Armen. "Ich hoffe, dass die Geschichte anerkennt, dass ich nützlich gewesen bin", sagte die Königin einmal. "Das ist alles, was ich möchte: mich nützlich machen."

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(Bild: kmm)



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