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06.12.2016 - 07:01
Foto: dpa/Sven Hoppe

Schwule Schlümpfe und Ottifanten: Otto Waalkes wird 65

21.07.2013, 09:14
Schwule Schlümpfe und Ottifanten bevölkern seine Welt: Komiker Otto Waalkes schickte Reporter Harry Hirsch, Oberförster Pudlich sowie Susi Sorglos samt ihrem Fön auf die Bühne und verkaufte Millionen Langspielplatten. Mit "Otto - Der Film" legte er 1985 unter Regie Xaver Schwarzenberger das bis dato erfolgreichste deutsche Kinowerk seit Beginn der Zuschauerzählung vor. Am Montag feiert er seinen 65. Geburtstag – und denkt noch lange nicht ans Erwachsenwerden.

Otto Waalkes, 1948 als Sohn eines strenggläubigen Malermeisters in Niedersachsen geboren, ist ein Erfolgsphänomen, das den Humor der Deutschen prägte. Bei einer Wahl im ZDF 2007 zum besten deutschsprachigen Komiker gelangte der seit vier Jahrzehnten populäre "ostfriesische Götterbote" auf den dritten Platz - hinter Loriot und Heinz Erhardt.

Nun kommt der hippelig- anarchische Blödel- Barde ins Pensionsalter. Auch wenn der auch als Musiker, Synchronsprecher ("Ice Age"), Schauspieler, Regisseur, Maler und Comiczeichner aktive Komiker seine ganz große Zeit in den 1970er- und 1980er- Jahren hatte (von 1973 bis 1979 jedes Jahr eine "Otto Show") und Nörgler ihm längst einen Mangel an neuen Ideen vorwerfen - ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

"Sehe keine Notwendigkeit, erwachsen zu werden"

"Ich sehe keine Notwendigkeit, erwachsen zu werden", sagte er dazu in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". In diesem Sinne hat er eine Herbsttournee in Arbeit: Mit "Otto - Geboren, um zu blödeln" wird er zwischen 12. und 18. Oktober auch sechsmal Halt in Österreich machen. Und der dritte Teil seiner "Zwerge"- Filme, "Bubi - Die Legende lebt", soll Weihnachten 2014 in die Kinos kommen.

Auf Kalauern und Wortspielen, Geräuschen und Körpersprache, Parodien und Liedern, Situationskomik und zeitkritischen Anspielungen baut Ottos infantil daherkommender Humor auf. "Angeklagter, Ihnen wird zur Last gelegt, Sie hätten an dem Mast gesägt!" - welcher etwas ältere Zeitgenosse erinnert sich nicht an Sentenzen wie diese, die ihm allerdings sein genialer Gefährte Robert Gernhardt in den losen Mund gelegt hat. Oder an einen Satz mit "Lenin": "Opa ist voll bis an den Rand, lehnin ihn einfach an die Wand." Mit solchem Nonsense amüsierte der Träger des Spaghetti- Haars die Bundesrepublik, aber auch das deutschsprachige Ausland.

"Kein reiner Schwachsinn"

"Nonsense ist kein reiner Schwachsinn", stellte Waalkes im Interview klar, "es ist verweigerter Sinn. Der Betrachter wird in ein scheinbar stabiles Sinngebäude gelockt - und dann lassen wir ihn voll gegen die Wand laufen. Das macht schon eine gewisse Mühe." Der Mann, der bei aufkeimender Depression am liebsten zur Gitarre greift, hat einst seinen Weg über die Musik gefunden.

Nachdem er bereits als Elfjähriger in einem Kaufhaus den "Babysitter- Blues" vorgetragen hatte und später mit der Band "The Rustlers" Beatles- Hits nachspielte, zog es ihn 1970 zum Kunststudium nach Hamburg. Dort lebte er in einer WG mit Udo Lindenberg und Marius Müller- Westernhagen - und kam bei Auftritten in Szeneclubs wie "Onkel Pö" mit seinen Sprüchen besser an als mit seinem Sound.

Auch als Maler erfolgreich

1973 gründete Waalkes das Label "Rüssl Räckords", da keine Plattenfirma seine Live- Mitschnitte veröffentlichen wollte. Im selben Jahr erschien die LP "Otto", die sich 500.000 Mal verkaufte. Und auch als Maler machte der ehemalige Kunsthochschüler von sich reden. Zuletzt in der Hamburger Galerie "Udo Lindenberg & more", wo er im Frühjahr 60 Gemälde aus eigener Hand zeigte. Natürlich mit jeder Menge Ottifanten drauf.

Weniger Glück hatte der Tausendsassa in der Liebe. Seine zweite Ehe - mit der 25 Jahre jüngeren Schauspielerin Eva Hassmann - wurde im vergangenen November getrennt. Aus erster Ehe stammt der 1987 geborenen Sohn Benjamin. Er habe es nicht eilig, sich wieder zu liieren, ließ der Neo- Single zwar verlauten, zeigt sich aber gleichzeitig offen für eine dauerhafte Beziehung. Dem "Spiegel" sagte er: "Ich wünsche mir, dass es noch mal eine Frau gibt in meinem Leben. Eine, die es lange genug mit mir aushält."

21.07.2013, 09:14
AG/red
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