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10.12.2016 - 21:08

Sarah Palin in "Desperate Housewives"

14.11.2008, 15:21
„Wisteria Lane“ statt Weißes Haus: Die republikanische Politikerin Sarah Palin hat zwar im Rennen um die US-Vizepräsidentschaft verloren, von den Fernsehbildschirmen wird sie aber nicht so schnell verschwinden. Besonders, da sie fürs Fernsehen wie geschaffen scheint. Die Produzenten der Hitserie „Desperate Housewives“ wollen die „Hockey Mum“ aus Alaska als Gaststar für die letzte Folge der fünften Staffel engagieren.

Es heißt, für Show- Erfinder Marc Cherry sei die 44- jährige Gouverneurin von Alaska auf High- Heels der ultimative Gaststar für das Serienfinale.

Die fünffache Mutter soll auch gar nicht in eine Rolle schlüpfen, sondern sich selbst spielen. Sie wäre nicht die erste US- Politikerin, die sich für so etwas hergibt. So hat die ehemalige US- Außenministerin Madeline Albright in einer Folge der „Gilmore Girls“ mitgewirkt und als sie selbst mit Rory (Alexis Bledel) geplaudert. In welche Interaktion Palin mit Susan (Teri Hatcher), Lynette (Felicity Huffman), Bree (Marcia Cross) und Gabi (Eva Longoria) treten wird, ist noch nicht bekannt.  

Sarah Palin auf allen Kanälen

Dass die „Desperate Housewives“- Macher auf Palin kommen, ist auch in Hinblick auf ihre derzeitige TV- Präsenz keine Überraschung. Während sich der republikanische Spitzenkandidat John McCain nach seiner Niederlage zurückgezogen hat, ist seit der Wahl am 4. November kaum ein Tag vergangen, an dem sich die einstige Kleinstadt- Bürgermeisterin nicht mit irgendeinem prominenten TV- Journalisten zusammengesetzt hat.

Zwei von ihnen ließ sie sogar in ihre heimische Küche in Wasilla, servierte Elch- Chili und schnitt Sandwiches. Eine Moderatorin pflügte mit dem selbsterklärten "First Dude" (Erster Typ), Palin- Ehemann Todd, zwar nicht ins Weiße Haus, aber mit einem Schneemobil durch die weiße Pracht auf Amerikas nordwestlichem Zipfel.

Eine bemerkenswerte Medienoffenheit für eine Politikerin, die noch vor kurzem als republikanische Vizekandidatin von Journalisten im Wahlkampf ferngehalten worden war. Jetzt ist Palin nicht mehr zu bremsen, sie will, sagt sie, aufräumen mit all dem Unschmeichelhaften, "Grausamen und Gemeinen", das in den vergangenen Wochen über sie geschrieben und gesagt worden ist, teilweise auch von anonymen Quellen im eigenen Wahlkampflager.

Großreinemachen mit Gegnern

"Trottel" nennt sie die Leute, die an die Öffentlichkeit lancierten, dass sie Afrika fälschlicherweise als Staat anstatt Kontinent bezeichnet habe. Oder jene, die sie als undisziplinierte "Diva" kritisiert haben, eine Person, die sich selbst für sehr wichtig und sonst an nichts hält, was man ihr sagt. Da war zum Beispiel jener angebliche Vorfall in einem Hotelzimmer, als McCain- Berater auftauchten, um sie außenpolitisch für einen Auftritt fit zu machen und sie nur in ein Handtuch gehüllt vorfanden. Oder die tröpfchenweisen Infos über ihre 150.000 Dollar (119.000 Euro) teure Wahlkampfgarderobe aus der Spendenkasse des Parteivorstands, die luxuriösen Boxershorts für sich und den "Dude".

Sie habe diese Klamotten nicht gekauft oder bestellt, wehrte sie sich kürzlich in einem NBC- Interview. Das sei alles von "New Yorker Stylisten" geplant und in die Wege geleitet worden, auch ihr Makeup. Und schließlich, so sagt sie einem CNN- Moderatoren, gebe es auch eigens Leute, die Politiker vor Auftritten die Krawatte zurechtrückten. Aber darüber schreibe niemand etwas.

Palin weist Schuld an Wahlniederlage zurück

Dass sie Schuld an der deutlichen Wahlniederlage McCains sein könne - diesen Schuh zieht sie sich nicht an. Die Unzufriedenheit mit der Politik von Präsident George W. Bush macht sie dafür verantwortlich, den Nachteil, eine Partei zu vertreten, die seit acht Jahren an der Macht gewesen ist, und vor allem die Finanzkrise. "Ich denke, dass der ökonomische Zusammenbruch höllisch mehr mit dem Kollaps zu tun hatte als ich persönlich", sagt Palin. Sie lässt ihren Charme spielen, und die Journalisten sind sichtlich eingefangen. Die Gouverneurin wirkt entspannt, aber es fragt sie auch diesmal auch keiner nach komplexen außenpolitischen Zusammenhängen.

 "Sie will sich rehabilitieren und möchte, dass jeder sie liebt", zitiert die "Washington Post" Larry Persily, einen früheren Palin- Berater. Mit ehrgeizigen Zielen im Auge, meint CNN- Analytikerin Glora Borger. "Dass sie so darauf bedacht ist, ihr Image zu verbessern, zeigt, dass sie große Pläne für die Zukunft hat."

Tatsächlich ist niemand in der gebeutelten konservativen Partei derzeit so sichtbar wie Sarah Palin. Bei einem Treffen der republikanischen Gouverneure in dieser Woche in Miami war sie klar der Star, stets klebten Journalisten an ihr. Und so berichtete die "Washington Post" vom Treffen, dass auf den Gängen wiederholt zu hören gewesen sei, dass sich der nächste republikanische Präsident hier befinde. Es ist eine Sie.

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