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04.12.2016 - 18:36
Foto: APA/ORF/ALI SCHAFLER/ORF/ALI SCHAFLER

Rapper Sido ist genervt: "Keiner ist meiner Meinung"

22.01.2011, 14:15
Da waren es nur noch drei: Nach der vorletzten Folge des ORF-Casting-Formats "Helden von Morgen" stehen die Finalisten der Show fest. Für Cornelia Mooswalder, Lukas Plöchl und Sara Nardelli geht der Traum von 100.000 Euro Siegerprämie weiter, während sich der Wahlwiener Massimo Schena verabschieden musste. Rapper Sido, der schon als Coach für die Nachwuchssänger fungierte und seit November das Jurorenteam komplettiert, erklärte, warum er sich auf keinen Favoriten festlegen möchte.

"Meine Favoriten werden grundsätzlich immer abgesägt", lachte der 30- Jährige. Ich hab aufgehört, mir Hoffnung zu machen auf irgendjemand, dass er hier gewinnt, da ich das österreichische Volk langsam begriffen habe." Die Österreicher würden anders funktionieren, als er sich das ursprünglich gedacht hätte, so Sido, der eigentlich Paul Hartmut Würdig heißt. "Keiner ist meiner Meinung. Also werde ich den Teufel tun, hier meinen Favoriten preiszugeben. Ich muss mich damit abfinden, dass Österreich seinen eigenen Kopf hat." Allerdings hat er schon gewisse Vorstellungen davon, wer den Sieg und das damit verbundene Preisgeld nicht einstreichen soll. "Natürlich gönne ich es den Leuten, die nach Hause in ihr wohlbehütetes Einfamilienhaus am See kommen, nicht so, wie jenen, die das Geld dringend brauchen."

Die drei verbliebenen Kandidaten schätzte Sido recht unterschiedlich ein. Cornelia sei zwar "bei Weitem die beste Sängerin, die noch dabei ist. Aber sie hat das Geld nicht verdient". Alleine mit einer guten Stimme könne man kein Star werden. "Sie hat keinen Schmäh, ist zu uninteressant und bieder." Sara dagegen habe sich im Laufe der Show deutlich verbessert, weshalb er ihr den Sieg gönnen würde. Dass die junge Steirerin mitunter polarisiert, sieht der 30- Jährige durchaus als Vorteil: "Das ist eine gute Methode, um berühmt zu werden. Hat man ja an mir gesehen."

Lukas' Musik ist "nicht ernstzunehmen"

Die Stärken von Lukas sind laut Sido, "dass er mit der Öffentlichkeit spielen kann und sich für nichts schämt. Er hat immer einen guten Spruch auf den Lippen, das ist sein Vorteil". Eher negativ beurteilt das Jurymitglied dagegen den musikalischen Weg des Oberösterreichers, der sich selbst als "Traktorgangsta Partyrapper" bezeichnet. "Natürlich lacht man darüber und kann ein McDonalds- Plakat daraus machen, aber die Musik wird irgendwann uninteressant. Richtig ernstzunehmen ist sie nicht", so Sido. Den gestern ausgeschiedenen Massimo fand er "im Laufe der Sendung leider immer weniger authentisch. Er hat sich zu viele Gedanken gemacht".

Dass er zu einem wesentlich Grund geworden ist, warum die Leute sich die Sendung ansehen, ist dem deutschen Musiker durchaus bewusst. Bei der Sendung hatten durchschnittlich 471.000 Zuseher die Präsentation der Songs mitverfolgt, der Marktanteil lag damit bei 17 Prozent. Bei der Bekanntgabe, welcher Kandidat die Show verlassen muss, waren es durchschnittlich 501.000 Zuseher (21 Prozent Marktanteil).

Andere Jury- Mitglieder sind "Sidekicks"

Ob er jemanden aus der Jury - neben ihm noch Agenturchef Mario Soldo sowie Musikmanager Philip Ginthör - rauswählen würde? "Ich verrate euch jetzt ein kleines Geheimnis: Das sind meine Gegenspieler, meine Sidekicks. Wenn ich da alleine sitzen würde, wäre ich nicht so gut. Man braucht den Vergleich: Nur weil die beiden so schlecht sind, komme ich so gut rüber", schmunzelte der Rapper.

Zu Österreich hat Sido eine gute Beziehung aufgebaut. "Ich mag Kren sehr gerne, das schmeckt leiwand", versuchte er sich wie auch öfters in der Sendung im Wiener Dialekt. Im Vergleich zu anderen Casting- Shows werde "Helden von Morgen" seiner Ansicht nach in Deutschland ernster genommen, da man mit den Kandidaten eher wie mit Künstlern umgehe. Was die künftige Karriere des Siegers der Show betrifft, so zeigte sich Sido eher vorsichtig: "Ich rechne nicht damit, dass einer der nächste europäische Superstar wird."

Dschungelcamp ist nichts für Sido

Die Teilnahme des US- Musiker Marilyn Manson als Coach der Show habe ihn doch etwas verwundert, so Sido. "Aber wahrscheinlich haben wir die Figur 'Marilyn Manson' über die Jahre einfach zu ernst genommen." Er sei zwar kein Fan von Heavy Metal, aber ein "Fan von Marilyn Mansons Attitüde. Er hat es genauso schwer wie ich, weil er oft angeprangert wird und man ihm vorwirft, er würde die Jugend verrohen. Das wird auch mir vorgeworfen", resümierte Sido.

Dem Format der Casting- Show fühlt sich das Jurymitglied persönlich verbunden: "Ich mag es einfach, neue Talente zu entdecken. Und ich rechne mir auch ein hohes Fachwissen an, ich weiß, wer wie gut singt." Er sei ein Fan von Reality- TV, das er als "Konzept der Zukunft" bezeichnete. Zu seinen zukünftigen künstlerischen Plänen gab es nicht viel aus dem Musiker herauszulocken: "Ich scheiß' auf alles und ziehe nach Hollywood. Dort kaufe ich mir eine Villa unter dem 'H'", meinte er gewohnt schlagfertig. Nur eines sei sicher: Trotz aller Liebe zum Reality- TV wird man ihn "auf keinen Fall" im RTL- Dschungelcamp erleben.

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