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10.12.2016 - 22:04
Foto: Viennareport

Promis feiern das Kultobjekt Po

30.11.2014, 07:00
Knackig muss er sein, wohlgeformt und vor allem groß. Seit Neuestem brauchen weibliche Stars einen Mordstrummhintern, wenn sie als Sexsymbol gelten wollen. Was steckt hinter dem Hype um die Sitzmuskeln?

Sie selbst liebt ihren Allerwertesten vermutlich mehr als ihren Ehemann Kanye West. Unermüdlich schießt Reality- TV- Queen Kim Kardashian Handyfotos ihrer ausladenden Kehrseite – was schließlich gar nicht so einfach ist – und stellt sie ins Internet. Dort hatten die beiden Backen immer schon viele Fans, als sie aber auch noch nackt und geölt auf dem Cover des Magazins "Paper" glänzten, wurde der schon länger schwelende Modetrend um den Hintern zum Hype.

Popo ist zum Kultobjekt avanciert

Kim ist nämlich sozusagen nur die Spitze des Fleischbergs. Die Popo- Art- Welle hat sich längst zur Massenbewegung ausgewachsen. Man mag es glauben oder nicht, aber laut dem Schönheitschirurgen Fuat Yuksel wünschen sich 45 Prozent der britischen Frauen ein Hinterteil wie Kim und bringen, damit sich der Doktor das auch vorstellen kann, Fotos barock dimensionierter Matronen mit in die Praxis. Wer nicht gleich unters Messer will, greift zu einfacheren Tricks wie Polstern oder wattierten Slips. Kein Zweifel: Der Popo ist zum Kultobjekt avanciert.

Allerdings mit einer durchaus komplizierten Ikonographie, wie "Krone"- Sex- Expertin Gerti Senger beobachtet hat: Üppig heißt nämlich keineswegs fett, "ein aus der Fasçon geratener oder schwabbeliger Hintern wird nicht als sexy empfunden. Überdies gelten auch knackige Backen nur in Kombination mit schmaler Taille als erotisch. Die schlanke Bauchpartie signalisiert Fitness und Jugend, die ausladende Hüfte dagegen Fruchtbarkeit. Das sind die Schönheitskriterien von heute."

J.Lo, Beyonce oder Nicki Minaj lieben ihre Pos

Latino- Queen Jennifer Lopez entspricht voll und ganz diesem Bild. Die Zwillingsmutter hat ihr Sitzfleisch sogar versichern lassen, angeblich um rund 20 Millionen Euro. Auf der Bühne lässt sie ihr Becken ebenso gekonnt kreisen wie in ihren Videos. So wie eine ganze Liga von Popdiven, die ihre Leibesmitte gern kurz berockt als Blickfang in Szene setzen – von Beyonce Knowles über Hip- Hopperin Nicki Minaj bis zu Mariah Carey. Von der Musikszene schwappte der Trend auf andere Branchen über, man denke nur an Tennis- Ass Serena Williams und ihre wohlkalkuliert kurzen Centercourt- Dressen.

Kulturgeschichtlich reichen die Wurzeln der Popo- Verehrung weit zurück. Schon die Venus von Willendorf (um 25.000 v. Chr.) trägt den Beweis ihrer Fertilität auf dem verlängerten Rücken. Ein beliebtes Motiv bei den alten Griechen war die Aphrodite Kallipygos (wörtlich "die Schönärschige") – eine Liebesgöttin, die bewundernd über die Schulter auf den eigenen Po blickt. Der Dichter Eustorg de Beaulieu schrieb 1537 eine schwärmerische Ode: "Popo, so hübsch gekerbt, so rund und fest, ach wie du deinen Partner beben lässt."

Jean- Luc Henning widmete 1998 dem Steiß sogar ein ganzes Buch: "Der Hintern – Geschichte eines markanten Körperteils". Darin wird auch die im Kino ohnehin unübersehbare Vorliebe des Filmemachers Federico Fellini für mächtige Gesäße gewürdigt. "Die Frau mit Hintern", wird der Regisseur zitiert, "ist ein molekulares Epos auf die Weiblichkeit, eine göttliche Komödie auf die weibliche Anatomie."

Kurven endlich wieder im Trend

Weiblichkeit, Üppigkeit, Fruchtbarkeit – nach all den Jahren der Magermodel- Diktatur hat der Dicke- Backen- Hype durchaus etwas Befreiendes. Die Zeiten, wo sich Teenager einen Pullover um die Hüfte banden, um ihre Kurven zu verdecken, sind fürs Erste vorbei. Herzeigen und Optimieren von Form und Größe ist angesagt.

Da passt es nur allzu gut, was sich Rita Cadillac gewünscht hat, jene brasilianische Tänzerin und Sängerin, die auch mit 60 noch die Fans zu Begeisterungsstürmen hinreißt, sobald sie sich umdreht und im Samba- Rhythmus loswackelt. Wenn sie einmal stirbt, sagte Senhora Cadillac, will sie auf dem Bauch liegend aufgebahrt werden: "Sonst erkennen mich die Leute ja nicht."

30.11.2014, 07:00
Karin Schnegdar, Kronen Zeitung
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