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09.12.2016 - 23:55

Pfeifen alle Spatzen falsch? Das sagt Legende Karl Moik

17.11.2012, 17:00
Zu Hause bei Karl Moik. Stadl-Erinnerungen überall: Das Ehrenzeichen der Republik, der Goldene Ehren-Raab, ein Foto vom Karli auf einem Kamel in Dubai oder mit Nelson Mandela, der wohl prägendsten Begegnung in all den Jahren.

Der Stadl- Pensionist wohnt großzügig, südlich von Salzburg mit Gartenparadies und Panoramablick Richtung Barmsteine. Familienliebling "Hugo" (Bild 2) hat "Wastl", den Dackel Nummer zwei, längst abgelöst: "Meine beiden Enkerl sagen immer: 'Wir kommen wegen dem Hugo und wegen dir'", lacht er über die Reihenfolge. Es ist das gemütliche Leben nach dem Stadl- Trubel. "Ich schaue nicht zurück", meint der Trachten- Gottschalk von damals. Heute packt er den Janker nur noch selten aus: "Wir kommen gerade von einem Donauschiff", wird er nicht müde. Er schmetterte seine Oldies ins Publikum, wie eh und je. Eine Ausnahme für einen holländischen Freund.

"Die Spatzen sind Vollprofis"

In seinem Studio daheim in Oberalm gibt er der "Krone" eine Kostprobe: Chanson d'amour, Wiener Lieder – "Heute kommen die Engerl auf Urlaub nach Wien". Playback. Ein gutes Stichwort! "Jeder im Showgeschäft weiß, dass das heute gang und gäbe ist. Also die Aufregung um die Kastelruther Spatzen ist ein Witz", ärgert sich das Stadl- Urgestein über den Proteststurm, weil die Südtiroler sich im Studio doubeln lassen.

"Die Spatzen sind Vollprofis, die tenorale Stimme vom Norbert hat den Ausschlag gegeben." Egal ob Schlagerbusiness oder Pop: Der Kosten- und Zeitdruck sei eben überall enorm. Und der Stadl- Moik plaudert über die Entstehung betörender Ohrwürmer: "Der Komponist bringt die Melodie. Dann braucht man einen guten Texter, einen Arrangeur und den Tonmeister." Dazu kommen Effekte: "Die man heutzutage gar nicht mehr live rüberbringen kann."

Playback spart Kosten: "Nur ein Beispiel", blickt Moik zurück. "Wir hatten einmal eine belgische Glenn- Miller- Band im Stadl: Ich habe mir gewünscht, dass sie live auftreten." Die Kosten stiegen von 300.000 Schilling auf knapp eine Million. "Das ist unsere Zeit, alles muss schnell gehen", bedauert er. "Für eine Band wie die Kastelruther braucht man sicher bis zu zwölf Mikrofone. Die ganze Welt macht fast nur noch Playback. Welcher Sender hat so viel Geld, der ORF sicher nicht."

Kein Live- Gesang beim Grand Prix

Ähnlich für CD- Aufnahmen: "Mit Professionellen braucht man ein Studio vielleicht zwei Tage, eine Amateurtruppe muss es eine ganze Woche buchen." Oder bei Wettbewerben: "Wir wollten damals beim Grand Prix, dass zumindest live gesungen wird. Der Produzent hat aber abgelehnt. Was ist das dann noch für ein Wettbewerb?", fragte sich Moik oft.

Aber auch die Schummel- Ära funktioniert und trifft mitten in die Herzen: "Wir waren gerade bei einer Veranstaltung, dort ist Playback gesungen worden und die Leute sind ausgeflippt. Wem soll man da einen Vorwurf machen?"

Wer ein guter Typ ist, hat Chancen, ganz nach oben zu kommen. Gute Typen kennt Moik genug: Stefan Mross, das Nockalm- Quintett, André Rieu. Viele schafften im Stadl den Durchbruch. Innige Freundschaften pflegt er keine mehr: "Solange man oben ist, sind alle da. Dann beginnt das zu tröpfeln." Und sein Hartlauer- Werbespot ursacht auch nicht in Hörschäden aus der Szene. Obwohl ein paar "bösartige" Freunde dann am Telefon fragten: "Karl, hörst mi, hörst mi?"

Moik über die größten Erfolge: "Wenn die Menschen dasitzen und sagen: 'Herrgott, des is schön!'" Er wollte seine Show immer breit anlegen: "Bigbands, Operetten, alle haben gespielt." Früher mehr live als heute. Und Karl Moik selbst swingt gern oder lauscht bei den Salzburger Festspielen, wenn "Maestro Muti pinselt".

Die Welt hat er schon gesehen: Bei Stadl- Terminen von der Verbotenen Stadt in China bis New York, wo er auf der Brooklyn Bridge die Seile hinaufmarschierte. Sieben Jahre nach dem Stadl- Abschied bleibt er lieber zu Hause in Oberalm: "Man wird ruhiger. Ich bekomme laufend von meiner lieben Frau Aufträge im Haus." Oder er zieht sich in sein Studio zurück. Dort singt er live.

17.11.2012, 17:00
Sabine Salzmann- Schätzer, Kronen Zeitung
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