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11.12.2016 - 14:36
Otto Schenk und Helmuth Lohner waren Bühnenpartner und Freunde.
Foto: Viennareport

Otto Schenk: "Sein Tod reißt Loch in mein Leben"

23.06.2015, 16:32
Tief betroffen reagierte am Dienstag Otto Schenk auf das Ableben seines Lebensfreundes und Bühnenpartners Helmuth Lohner. "Mein halbes Theaterleben ist weg. Ich habe keinen Partner, der auch nur so ähnlich ist", sagte der Schauspieler. "Unser Zusammenleben war ein ständiges miteinander Theaterspielen. Ich kann das Loch gar nicht schildern, das er jetzt in mein Leben reißt."
Die Nachricht von Helmuth Lohners Tod im Alter von 82 Jahren  traf einen besonders: Otto Schenk. Im Frühjahr hatte Schenk mit Lohner als Regisseur noch das Stück "Schon wieder Sonntag" geprobt und zur erfolgreichen Premiere gebracht. Lohners Krankheit sei "wie ein Damoklesschwert" über ihm geschwebt.

"Er konnte aber vergnügt sein bis zum Schluss. Wir konnten miteinander lachen und blödeln. Es war fast die Sprache von Zwillingen, die wir miteinander geführt haben. Ich weiß gar nicht, wie man das Leben gestalten soll, wenn dauernd die Freunde von einem gehen", so Schenk, der hervorhob, dass Lohners Krankheit die Arbeit nicht beeinträchtigt habe: "Er wurde nicht müde, er hat nicht ein einziges Mal eine Stunde früher aufgehört." "Seine Behutsamkeit, sein Einfallsreichtum und seine Führungskraft" in der Probenarbeit seien beispielgebend gewesen.

"Er war ein Genie und ein Urtalent"

Lohner habe eine zurückhaltende und nachdenkliche Seite gehabt, "aber er war überhaupt nicht zu orten, er war ein Mysterium. Er war ganz offen. Er war ein Mann aus dem Volk und konnte fabelhaft Aristokraten spielen. Er war ein Genie und ein Urtalent. Er hat so viele Geheimnisse in sich gehabt. Er war für manche ein Schüchterner und Gequälter, für andere ein Streiter, für die anderen ein Kämpfer und für wieder andere ein Verzichter und ein Streber - alles zugleich."

Auch die Bezeichnung Charakterdarsteller sei letztlich eine Einschränkung, sagte Schenk: "Wenn man den Lohner bezeichnen will mit einem Fach und einem Talent, schränkt man ihn schon ein. Er war das alles - und noch viel mehr."

23.06.2015, 16:32
AG/red
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