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27.02.2017 - 07:05
Foto: EPA

Oscar- Preisträger Philip Seymour Hoffman ist tot

02.02.2014, 21:21
Der US-Schauspieler Philip Seymour Hoffman ist tot. Der 46-Jährige ist am Sonntag leblos in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Manhattan aufgefunden worden. Die Polizei bestätigte am Abend entsprechende Medienberichte. Todesursache war offenbar eine Überdosis Heroin, die Ermittlungen laufen. Die New Yorker Gesundheitsbehörde kündigte für Montag eine Autopsie an.

Das "Wall Street Journal" schrieb, Hoffman sei gegen Sonntagmittag leblos von einem Freund und Kollegen, Drehbuchautor David Bar Katz, gefunden worden. Die Polizei habe einen Anruf erhalten und sich anschließend zu der Wohnung im West Village begeben. Über die Todesursache machte das Blatt keine Angaben, die Ermittlungen würden laufen.

Die "New York Post" hingegen berichtete, der Schauspieler sei "offensichtlich" an einer Überdosis gestorben - demnach sei er gegen 11.30 Uhr am Badezimmerboden mit einer Injektionsnadel im Arm entdeckt worden. Die Behörden hätten auch Heroin in der Wohnung gefunden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es jedoch nicht.

Erst vergangenes Jahr auf Drogenentzug

Hoffman hatte in der Vergangenheit in mehreren Interviews erklärt, immer wieder Probleme mit Alkohol, Medikamenten und Drogen, auch Heroin, gehabt zu haben. Nach einer längeren nüchternen Phase habe er 2012 einen Rückfall erlitten. Im vergangenen Jahr absolvierte er schließlich einen zehntägigen Drogenentzug.

Vielseitiger Mime ohne Angst vor Hässlichkeit

Seit seinem Debüt 1991 hatte Hoffman in rund 50 Filmproduktionen mitgewirkt und es dabei auf insgesamt vier Oscar- Nominierungen gebracht. Im Jahr 2006 erhielt der vielseitige Mime den Oscar als bester Hauptdarsteller für den Film "Capote". Zuletzt war er in Filmen wie "The Master" und "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" zu sehen.

Mit unglaublicher Präsenz und ohne Angst vor Hässlichkeit schuf Hoffman prägnante Figuren: In "Capote" schrumpfte sein massiger Körper buchstäblich zusammen, er bewegte sich geziert und sprach mit näselnder Fistelstimme. In allen Filmen von Paul Thomas Anderson ("Magnolia", "Boogie Nights") spielte er unglückliche und einsame Kerle, vor drastischen Szenen schreckte er nie zurück. Starke Auftritte hatte er auch in "Der talentierte Mr. Ripley", "The Big Lebowski" oder "Happiness".

Er wirkte stets etwas unwohl und verschwitzt

Auch sonst entsprach der am 23. Juli 1967 in Fairport, New York, Geborene so gar nicht dem Bild des strahlenden Filmstars: Philip Seymour Hoffman war eher dicklich und wirkte stets etwas unwohl und verschwitzt. Doch als Spezialist für extreme Nebenrollen ließ er die Hauptdarsteller an seiner Seite blass aussehen und wurde zur Ikone des US- Independent- Kinos.

Als Theaterschauspieler hatte er 2009 auch in Wien einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, als er bei den Wiener Festwochen in Peter Sellars "Othello"- Inszenierung einen ungewöhnlichen Jago gab: Inmitten von schmucken Hemd- und Uniformträger schlurfte er in Zivil über die Bühne, im bequemen Lieblingspulli, die Hände immer wieder gemütlich im Hosensack. Doch gerade dieser seltsam unbeteiligt wirkende, außenseiterische Jago war eindeutig das Gravitationszentrum der Aufführung.

Familie komplett am Boden zerstört

Hoffmans Familie erklärte am Sonntag in einer Mitteilung: "Dies ist ein tragischer und plötzlicher Verlust." Nach dem Tod ihres "geliebten Phil" sei sie komplett am Boden zerstört. Die Angehörigen baten um Respekt und Wahrung ihrer Privatsphäre während der Trauerphase. Mit seiner langjährigen Partnerin, der Kostümbildnerin Mimi O'Donnell, hatte Hoffman drei Kinder.

Kollegen und Weggefährten geschockt

Kollegen und Weggefährten reagierten schockiert auf den Tod Hoffmans. Sänger Justin Timberlake schrieb auf Twitter: "Niederschmetternd. Welch ein außergewöhnlich begabter Schauspieler. Ruhe in Frieden." Kollegin Mia Farrow twitterte: "OH NEIN!!!!!" Er sei einer der wunderbarsten Männer und großartigsten Schauspieler gewesen. "Wir, die wir bei jedem deiner Auftritte gestaunt haben, sind dankbar und sehr, sehr traurig."

Elijah Wood ergänzte, sein Herz sei gebrochen und er sei geschockt: "Welch ein großer Verlust." Evan Rachel Wood schrieb: "Ihn auf diese Art und Weise zu verlieren, ist absolut tragisch." Comedian Ricky Gervais sprach auf Twitter von "schockierenden und traurigen Nachrichten". Hoffman sei einer der großartigsten Schauspieler seiner Generation gewesen und "ein netter, lustiger und bescheidener Mann".

Steve Martin ergänzte unter Verweis auf Hoffmans gefeierte Theaterrolle in "Tod eines Handlungsreisenden": "Wer ihn als Willy Loman verpasst hat, der hat Willy Loman für immer verpasst." Auch Sängerin Cher, Moderatorin Ellen DeGeneres und Schauspielerin Whoopy Goldberg reagierten geschockt.

Stand vor neuem Regie- Projekt

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Hoffman ein neues Regie- Projekt übernehmen wollte. Die beiden Hollywoodstars Amy Adams und Jake Gyllenhaal sollten in dem Drama "Ezekiel Moss" die Hauptrollen spielen, berichtete das US- Branchenblatt "Hollywood Reporter" am Freitag. Der in der Zeit der großen Wirtschaftsdepression spielende Geisterfilm hätte von einem Buben, der einen Obdachlosen mit magischen Kräften kennenlernt, handeln sollen. Sein Regiedebüt gab Hoffman 2011 mit der Theateradaption "Jack in Love", in der er auch die Hauptrolle eines introvertierten Mannes spielte.

02.02.2014, 21:21
AG/red
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