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09.12.2016 - 13:34

Lanz auf Sinnsuche und Keaton in Kusswut

05.10.2014, 11:57
Markus Lanz ist der Meister der Moderationskärtchen - nur wenige Witze und prägnante Bemerkungen, die der Showmaster wirklich spontan produziert und die nicht auf den kleinen Pappkartons in seinen Händen stehen. Ein Satz entfuhr dem 45-jährigen Entertainer am Samstag bei der Moderation seiner drittletzten "Wetten, dass..?"-Ausgabe in Erfurt aber ziemlich spontan. Zur Küsserkönigin des Abends mutierte außerdem Diane Keaton. Die Quoten haben indes einen neuen Tiefpunkt erreicht.

"Die Sendung hat nicht richtig viel Sinn, aber Spaß macht sie trotzdem", erklärte Markus Lanz seinen prominenten Gästen, als der 59- jährige Wettkandidat Detlev Jarchow aus Niedersachsen gerade einige Mausefallenmarken am Zuklappgeräusch erkannt hatte. Komiker Ralf Schmitz stimmte Lanz leicht verdutzt zu, die temperamentvolle US- Schauspielerin Diane Keaton, der die Bemerkung simultan übersetzt wurde, wurde kurz still.

Dabei hatte sie in Erfurt für eine Menge Stimmung gesorgt - mit ihrer Kusswut. Keiner konnte ihrer Schmatzhaftigkeit entgehen. Zuerst bekam Lanz ("Schatz, guck mal weg") einen herzhaften Kuss von der 68- Jährigen auf die Lippen gepresst, dann auch Schmitz und schließlich auch Kandidat Jarchow, der sich die Kuss- Belohnung aber strikt erst nach Beendigung seiner Mausefallen- Aufgabe erbeten hatte.

Artiger Lanz mit heiserer Stimme

Leicht hatte es Lanz zu Beginn der Sendung nicht, denn er musste mit heiserer Stimme antreten: "Ich hoffe, Sie sind fit durch den Sommer gekommen, ohne WM- Kater und ohne peinliche Fotos von Ihnen im Internet", begrüßte er sein Publikum. Der Südtiroler verteilte artig Komplimente an die Gastgeber und lobte Erfurt als "schönste Stadt Deutschlands".

Lanz erinnerte mit seinen Gästen, den Fußballweltmeistern Benedikt Höwedes (2014) und Horst Eckel (1954), unter anderem an dem WM- Triumph in Brasilien und gab einen Vorgeschmack auf das Musical "Das Wunder von Bern", das am 23. November in Hamburg seine Premiere feiert.

Ralf Schmitz ließ Frust bei Megan Fox ab

Neben Diane Keaton holte sich Lanz mit Will Arnett, Bryan Adams und Megan Fox weitere internationale Prominenz auf sein Sofa. Fox war es auch, die sich von Ralf Schmitz seinen Frust über das deutsche Handwerkerwesen anhören musste. "Do you know, what a Dübel is?", hämmerte Schmitz auf Fox ein und untermalte seine Frage mit entsprechenden Handbewegungen und Geräuschen.

Ein geplanter Höhepunkt der Show: Das Comeback der aus Magdeburg stammenden Band Tokio Hotel mit dem neuen Album "Kings of Suburbia". "Wir hatten lange genug frei - die Pause hat uns gut getan", sagte Bandmitglied Bill Kaulitz nach fünf Jahren Öffentlichkeits- Abstinenz. Und da hatte Lanz einen lichten Augenblick: "Früher wurden Euch Zahnspangen nachgeworfen, heute Zahnersatz?"

Plastikflaschen- Surfer wurden Wettkönige

Wettkönig wurde nicht der Mausefallen- Mann, sondern ein Quartett junger Männer, die aus Plastikflaschen in kurzer Zeit ein Surfbrett zusammenbauten und es im Echtbetrieb 10 Sekunden testeten. Mit Surfen hatte auch die Stadtwette zu tun: Lanz wettete, dass es das Meer ferne Erfurt nicht schafft, 100 Einwohner mit Brett und Ausrüstung zusammenzutrommeln. Die Stadt schaffte es: Eine werdende Mutter stempelte auf ihre Brust die Nummer 99, auf den Babybauch die 100.

Jetzt gibt es noch zwei weitere Sendungen, bevor nach mehr als 33 Jahren Schluss ist. Die nächste kommt am 8. November aus Graz, das Finale steigt am 13. Dezember in Nürnberg. Die Show wird unter anderem deswegen eingestellt, weil die Einschaltquoten mit Lanz als Nachfolger von Thomas Gottschalk seit 2012 stark zurückgegangen waren.

Quoten- Tiefpunkt - selbst Bohlen ärgert Lanz

Am Samstagabend schalteten in Deutschland nur noch 5,48 Millionen (Marktanteil: 19,8 Prozent) ein - ein neuer Tiefpunkt in der 33- jährigen Geschichte der Sendung. Nicht weit entfernt von "Wetten, dass..?", das in Österreich durchschnittlich von 382.000 Personen gesehen wurde (Marktanteil: 16 Prozent), tummelte sich zeitgleich die RTL- Show "Das Supertalent" mit Jurychef Dieter Bohlen - 4,86 Millionen Menschen (17,3 Prozent) interessierten sich dafür.

05.10.2014, 11:57
AG/red
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