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05.12.2016 - 17:05
Foto: APA/EPA/DPA/MAJA HITIJ

Kult- Autor Stephen King über Lacher und Ängste

06.03.2014, 16:56
Fans des Serien-Hits "Under the Dome" können die zweite Staffel kaum erwarten. Der TV-Renner aus der Feder jenes Mannes, der 400 Millionen Romane verkaufte, dürfte auch dieses Mal die Kasse klingeln lassen. Die "Krone" traf ihn zum Interview.

King sitzt in seinem spärlich eingerichteten Produktionsbüro in Wilmington, North Carolina, wo er an der ersten Folge der 2. Staffel von "Under the Dome" arbeitet. Mit Steven Spielberg produziert er die SciFi- Serie – aber das ist nicht der Grund, warum er derzeit jeden Tag auf dem Set verbringt.

Der "Krone" erzählt er, warum er die Rocker von AC/DC liebt und mit seinem Horror- Hit "The Shining" Probleme hat. Er erklärt, dass er den Erotikroman "50 Shades of Grey" für Dreck hält und verrät, warum er darauf bestanden hat, das Drehbuch zur neuesten Folge von "Under the Dome" selbst zu schreiben:

Stephen King: Die zweite Staffel ist für jede Fernsehserie kritisch. Man weiß nie, ob das Publikum nach einer monatelangen Pause zwischen den Staffeln dann doch wieder zusieht. Zudem wollte ich mir sicher sein, dass erzähltechnisch ein guter Bogen gespannt wird.

"Krone": Sie haben mehrere Drehbücher geschrieben. Gibt es einen Unterschied in der Arbeitsweise zwischen einem Roman und einem Skript?
King: Der Arbeitsprozess ist derselbe. Aber Drehbücher sind viel heißere Stoffe, wenn ich mich einmal hinsetze, will ich nicht mehr aufstehen, bis es fertig ist. Und ich gehöre schon zu der Generation, die mit Filmen und TV aufwuchs. Daher fällt es mir nicht schwer, eine Geschichte durch eine Kameralinse betrachtet zu erzählen.

"Krone": Reden wir von Ängsten: Wovor fürchteten Sie sich als Kind, wovor fürchten Sie sich noch heute?
King: Vor gar nichts, ich versetze lieber meine Leser in Angst und Schrecken! Ich genieße es, Leute zu erschrecken. Wann immer ich nach meiner Kindheit gefragt werde, kommt es mir so vor, als wäre das nur eine maskierte Frage für die, die man wirklich stellen will: "Wer hat Sie als Kind so vermurkst, dass Sie jetzt über solche Sachen schreiben?"

"Krone": Wir wollten es höflich ausdrücken!
King: Ich hatte eine ziemlich normale Kindheit, nur eben eine Riesen- Vorstellungskraft.

"Krone": Wann war die schwierigste Phase Ihres Lebens?
King: Von 1999 bis 2002. Das war nach dem Autounfall. Ich hatte Glück, dass ich überlebte. Drei Jahre später hatte ich immer noch starke Schmerzen, und Schmerzen haben die Angewohnheit, dass sie das Leben beherrschen und die Kreativität killen. Da dachte ich, dass ich in Pension gehen müsste. Aber dann passierte eines dieser Wunder, die nur der Körper kann: Ich heilte. Und die kreativen Säfte begannen wieder zu fließen.

"Krone": Man nennt Sie oft den Meister des Horrors – stimmen Sie dem zu?
King: Nein, es war nie meine Intention, ein Horrorschriftsteller und Drehbuchautor zu werden. Ich habe da einen sehr schlechten Ruf, obwohl es genügend andere Fantasy- Autoren gibt, die ähnliche Geschichten schreiben. Dabei bringt mich zum Lachen, was andere schaurig finden.

"Krone": Sie sagten einmal, Sie wurden Drehbuchautor, weil Sie nicht mit allen Adaptierungen Ihrer Romane einverstanden waren. Welche Verfilmung empfinden Sie als die verfälschteste?
King: "The Shining". Kubrick schnitt Figuren raus, machte aus Jack Nicholson ein Konglomerat mehrerer Charaktere und aus Shelley Duvall eine antifeministische Kreischmaschine. Das war reiner Stil statt Substanz.

"Krone": Was bevorzugen Sie: Film oder TV?
King: Filme sind zu elitär. Ich bin am Mainstream interessiert. Ich liebe Popkultur. Mich interessiert, was Kids gern tragen, ich mag Fernsehwerbung. Und ich kann für TV auf eine Art schreiben, die mir etwa bei Musik nie gelingen wird, denn Musik ist ein Mysterium für mich.

"Krone": Sie hatten doch eine Band mit Scott Turow, Amy Tan, Matt Groening u.a.
King: Ja, aber Musik zu schreiben, zu komponieren, das ist schwierig.

"Krone": Welche Musik mögen Sie?
King: Ich hasse Emerson, Lake & Palmer, aber liebe die Black Keys und AC/DC.

"Krone": Der schlechteste Film, den Sie je gesehen haben?
King: "Transformers". Was für ein Dreck. Das ist der einzige Film, aus dem ich je rausging. Er war stumpfsinnig und lächerlich.

"Krone": Sie schreiben seit zehn Jahren eine Kolumne für ein Entertainmentmagazin. Was waren Ihre drei Lieblingsfilme im vergangenen Jahr?
King: "Blue Jasmine", "American Hustle" und ich nehme immer einen Film mit Jason Statham in meine Liste, weil ich es cool finde, dass ein Glatzkopf Actionhero werden kann.

"Krone": Als Sie als Autor berühmt wurden, bezeichnete man Sie als Phänomen. Gibt es so etwas heute noch?
King: Ja, aber das hat heute nichts mit Horror zu tun, sondern mit heißem Sex! "50 Shades of Grey", ein Buch, das zu meiner Zeit keinen Verleger gefunden hätte, weil es so verdammt schlecht geschrieben ist.

"Krone": Was lesen Sie zurzeit?
King: Sie werden es nicht glauben, ich habe gerade eben Emile Zola entdeckt. Da fragt man sich, wo war er all diese Jahre? Ach ja, er ist seit über 100 Jahren tot!

06.03.2014, 16:56
Elisabeth Sereda, Kronen Zeitung
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