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25.02.2017 - 20:07
Foto: AP

Kate & William: Königliches Baby im bürgerlichen Heim

22.06.2013, 17:00
Der royale Nachwuchs wird freudig für 13. Juli erwartet. Dass er anfangs bei den gar nicht königlichen Eltern von Kate aufwachsen soll, sorgt für Verwunderung. Aber auch Verständnis.

Sie lachte, scherzte, strahlte und stahl der Queen die Show. Bei der traditionellen Geburtstagsparade der Queen, "Trooping the Colour", starrten zuletzt alle nur auf eine: auf Herzogin Catherine und natürlich auf ihren Babybauch. Dass die 31- Jährige ganz in Zartrosa gehüllt war, heizte die Spekulationen über das Geschlecht des Kindes, das für den 13. Juli erwartet wird, erneut an.

Doch noch etwas anderes sorgt in den britischen Medien derzeit für Spekulationen: der Umstand, dass Kate die ersten Wochen mit ihrem Baby bei ihren Eltern verbringen will. Die Middletons besitzen seit Kurzem einen prächtigen Landsitz in der Grafschaft Berkshire. Hier und nicht in einem königlichen Palast soll die künftige Nummer drei der britischen Thronfolge die ersten Wochen erleben. Kate will sich lieber von ihrer Mutter (die selbst drei Kinder großgezogen hat) die Betreuung eines Säuglings erklären lassen als von professionellen Kinderschwestern. Und niemand könne ihr das besser beibringen als die eigene Mutter, soll die Herzogin gegenüber Freunden gesagt haben. Der Palast hat die Meldung nicht dementiert, was Beobachter des Königshauses als Bestätigung werten.

Bürgertum nimmt Einzug in Königshaus

Das königliche Baby soll die ersten Wochen bei der bürgerlichen Großmutter verbringen. Was harmlos klingt, ist für königliche Verhältnisse eine Palastrevolution. Der künftige König bzw. die künftige Königin wird in einem bürgerlichen Nest sein Leben beginnen. Überhaupt ist die gesamte Familienkonstellation für einen Thronfolger absolut ungewöhnlich. Bisher waren die Eltern und Großeltern der britischen Monarchen immer von königlichem oder zumindest hochadeligem Geblüt. Der Vater von Prinz Charles, Prinzgemahl Philip, entstammt etwa dem (ehemaligen) griechischen Königshaus. Und selbst Prinz Williams Mutter Diana, die man immer so gerne als Mädchen aus dem Volk gesehen hat, war immerhin die Tochter des Earl of Spencer und gehörte somit dem ältesten britischen Adel an.

Ganz anders hingegen Kates Eltern: Carole (56) und Michael Middleton (62) gehören weder dem europäischen Hochadel noch der englischen Upperclass an. Die Ex- Stewardess und der Ex- Pilot haben sich mit viel Fleiß hochgearbeitet. Mit einem Partyartikelversand konnten sie sich über die Jahre einen gewissen Wohlstand erarbeiten, vor allem aber konnten sie es sich nun leisten, ihre Kinder auf die teuersten Privatschulen und Elite- Unis zu schicken – eine Investition, die sich sichtlich ausgezahlt hat, immerhin werden sie nun die Großeltern eines künftigen britischen Monarchen.

Es scheint, als ob Williams und Kates Baby eher im Middleton'schen Familienverband aufwachsen wird als bei den Windsors. Carole Middleton ist stets an der Seite ihrer Tochter: ob beim Einkauf von Babykörbchen oder Babykleidung, die Mutter ist immer dabei. Von Aktivitäten mit den angeheirateten Royals ist nichts bekannt. Die Wochenenden verbringen Kate und William oft im Landhaus der Middletons und kaum bei Charles und Camilla in Highgrove.

In königlichen Kinderstuben Schläge an der Tagesordnung

Es hat fast den Anschein, als ob Kate die "Fima" (so bezeichnen sich die Royals selbst) bei der Erziehung ihres Kindes außen vor lassen möchte. Betrachtet man die Kindheit der letzten britischen Monarchen, kann man es ihr nicht verdenken. Denn die königlichen Kinderstuben waren alles andere als gemütliche Nester. Prinz Charles selbst beklagte des Öfteren seine einsame, freudlose Kindheit, sein Biograph Jonathan Dimbleby schrieb, Charles sei von seinem Kindermädchen bei der kleinsten Verfehlung geschlagen worden.

Überhaupt scheint die englische Königsfamilie kein gutes Händchen bei der Wahl ihrer Kindermädchen gehabt zu haben. Während die Queen selbst Glück hatte und sowohl liebevolle Eltern als auch ein engagiertes Kindermädchen an ihrer Seite hatte, traf es ihren Vater doppelt hart: König George VI. hatte einen gefühlskalten Vater, vor dem der Knabe dermaßen Angst hatte, dass er schließlich zu stottern begann und den Sprachfehler bis an sein Lebensende nicht mehr loswerden sollte (der oscarprämierte Film "The King's Speech" aus dem Jahr 2011 handelt davon).

Verschlimmert wurde die Situation für den Vater der Queen noch durch ein sadistisches Kindermädchen, das den Knaben schon als Baby mit Nahrungsentzug quälte und schwer misshandelte. Der ganze Hofstaat schaute zu. Erst ein beherztes Aushilfskindermädchen half dem immer schwächer werdenden Knaben und meldete das Verhalten der Königin. Die grausame Kinderfrau wurde entlassen, dass die Eltern aber nichts von den Übergriffen merkten, zeigt, wie wenig sie mit ihrem Kind Kontakt hatten.

Neues Kapitel dank "Royal Baby"

Schläge, Drill und Erziehung durch Einschüchterung waren in Königshäusern keine Seltenheit. Erst mit Prinzessin Diana sollte auch am englischen Hof ein frischer Wind durch die Kinderstuben wehen. Sie versuchte, William und seinem Bruder Harry eine glückliche Kindheit zu bereiten, ein liebevoller Umgang mit Kindern war nun auch bei Hof selbstverständlich. William und Kate gehen jetzt noch einen Schritt weiter – ihr Baby soll (auch) die Vorzüge einer bürgerlichen Kleinfamilie genießen: kleiner Familienverband statt Riesenhofstaat. Schnuckeliges Landhaus anstatt königlicher Gemächer. Und, so dringt es aus ihrer Umgebung, die beiden wollen zunächst auch kein Kindermädchen beschäftigen, sondern sich selbst um ihr Baby kümmern.

Mit der Ankunft des "Royal Baby" dürfte ein neues Kapitel im englischen Königshaus aufgeschlagen werden: Ein Hauch von Bürgerlichkeit zieht durch die alten Palastmauern. Das kann nicht schaden: Denn nur eine Monarchie, die mit der Zeit geht, hat eine Zukunft.

22.06.2013, 17:00
Martina Winkelhofer, Kronen Zeitung
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