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27.06.2017 - 20:47
Foto: Reinhard Holl, APA/EPA/BRITTA PEDERSEN

Jürgens: "Wurst- Sieg ein Aufschrei nach Freiheit"

11.05.2014, 17:00
Mit "Merci Cherie" verzauberte Udo Jürgens 1966 Europa und brachte erstmals den Song-Contest-Sieg nach Österreich. 48 Jahre später hat es ihm Conchita Wurst gleichgemacht und die Krone mit der Powerballade "Rise Like A Phoenix" nach Hause geholt. "Ich hätte mich für jeden gefreut", sagte Jürgens am Sonntag zum Triumph der "Queen of Europe". "Aber ich freue mich in diesem Falle besonders, gerade weil sich so viele aufgeregt haben", so der Sänger, der den Wurst-Sieg als "Aufschrei nach Freiheit" bezeichnete.

Der österreichische Entertainer, der heuer seinen 80. Geburtstag feiert, wollte sich ursprünglich nicht zum Song Contest äußern, habe er das doch laut seinem Manager "seit 1966 bereits zur Genüge getan". "Doch dieses Jahr ist es sehr interessant, was da passiert ist", meinte Jürgens im Gespräch mit der APA in Bezug auf "den Wirbel, der um die Person Wurst entstanden ist".

Polit- Ausfälligkeiten "sehr aufschlussreich"

Ausfälligkeiten vonseiten Politiker östlicher Länder, aber auch innerhalb Österreichs seien "sehr aufschlussreich" gewesen. "Wie ich diesen Druck gespürt habe, der da auf sie ausgeübt wird, ist meine Sympathie gestiegen. In dem Moment wurde mir klar, dass sie große Chancen hat und das vielleicht sogar gewinnen wird."

Auch er sei anfangs erschrocken gewesen, als er die von Tom Neuwirth kreierte Kunstfigur Conchita Wurst erstmals in der Zeitung gesehen habe: "So was ist man ja nicht gewöhnt, eine Frau mit Bart." Auftritte und Aussagen Wursts in der Öffentlichkeit hätten ihn aber überzeugt.

Jürgens über Conchita: "Sie hat das gut gemacht"

"Sie hat das gut gemacht, war glaubwürdig und ernsthaft und hat am Schluss auch noch ein Statement für Frieden und Zusammengehörigkeit abgegeben", so Jürgens. "Das hat mir gefallen. Ob sie einen Bart hat oder nicht, ist letztendlich überhaupt nicht wichtig. Man sollte Menschen so anerkennen, wie sie sind."

"Europa hat viel Toleranz gezeigt", sagte Jürgens, der sich vor allem über die Höchstpunkteanzahl aus katholischen Ländern wie Spanien und Irland freute, "von denen ich es wirklich nicht erwartet hätte". "Mir kam das vor wie ein Aufschrei nach Freiheit."

"ORF hat sich große Aufgabe aufgehalst"

Die Austragung des 60. Song Contests in Österreich im nächsten Jahr sei nun jedenfalls "eine große Aufgabe, die der ORF sich da aufgehalst hat, zumal sie so knausrig mit Geld sind oder gar kein Geld haben". Abgesehen davon habe sich seit 1966 viel verändert, "diese Irrsinnssummen, die mittlerweile dafür ausgegeben werden, sind einfach idiotisch". Er rechnet jedenfalls damit, dass man ihn für den Event 2015 "in irgendeiner Form sicherlich anfragt". "Aber das muss man alles abwarten."

11.05.2014, 17:00
AG/red
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