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06.12.2016 - 07:58

Iva & Maximilian Schell: "Kinder? Das wäre schön!"

28.08.2013, 17:00
Schauspiel-Legende Maximilian Schell (82) und seine 47 Jahre jüngere Iva: Im gemeinsamen "Krone"-Interview mit Conny Bischofberger spricht das frisch vermählte Paar über Jahreszahlen, Leben im Moment – und die Liebe.

Still und lieblich liegt sie da, die Kärntner Alm, die für den Schell- Clan seit Generationen Rückzugsgebiet war. Für Maximilian Schell ist es vielleicht der schönste Platz der Welt. Noch immer säumen Rosenblätter den Weg zu seinem Haus. Ein letzter weißer Luftballon wiegt sich im Wind.

Drinnen packt Iva Hochzeitsgeschenke aus. "Es sind so viele", freut sie sich, "wir wollen uns für jedes einzelne Zeit nehmen..." Grad ist das von Harald und Mausi Serafin an der Reihe. Ein Bühnenbild von Rolf Langenfass. "Wiener Blut" als Erinnerung an Mörbisch, wo der Weltstar und Oscar- Preisträger und die Operettensängerin aus Ulm einander gefunden haben.

Maximilian Schell erscheint ganz in Schwarz. Als er "Krone"- Fotograf Gerhard Bartel erblickt, tapst er mit der Hand kurz in den Apfelsaft und streicht eine störrische Mähne aus dem Gesicht. Iva trägt ein Salzburger Dirndl. Sie hat Baguette aufgebacken, das Maximilian während des Interviews mit viel Käse verspeist. An einem kleinen Tischchen draußen im Garten lassen sie ihre Hochzeit Revue passieren. Die Nachmittagssonne wirft ein mildes Licht auf das ungewöhnliche Paar. Er ist meist in Gedanken versunken und ein wenig müde vom großen Fest, während sie Offenherzigkeit und Operetten- Charme versprüht.

"Krone": Wenn Sie an die Hochzeit am Dienstag vor einer Woche zurückdenken, welcher Gedanke taucht da auf?
Maximilian Schell: Die Regentropfen unterm Ahornbaum dort unten, wo unsere Trauung stattfand. Der Himmel hat geweint. Aber das war ja grad das Schöne...
Iva Schell: All die Freunde, die beiden vereinten Familien. Ich hab' nie geglaubt, dass es das gibt, den schönsten Tag im Leben. Aber bei unserer Hochzeit hab' ich mich dabei ertappt, zu denken: Mein Gott! Das ist ja wirklich mein allerschönster Tag!

"Krone": Frau Schell – klingt das schon vertraut in Ihren Ohren?
Iva: Ich musste mich erst daran gewöhnen. Als die Fotografen letzte Woche, beim Hanslwirt, alle "Frau Schell!" riefen, da wurde mir erst bewusst, dass das jetzt mein Name ist. In meinem Pass steht Schell. Aber als Sängerin werde ich weiterhin Iva Mihanovic sein. Ich finde es ganz gut, das Berufliche vom Privaten zu trennen.

"Krone": 35- Jährige heiratet 82- Jährigen: Nervt die Frage nach dem Altersunterschied schon?
Iva: Ich finde es schade, wenn die Liebe auf eine Zahl reduziert wird. Sicher ist unsere Konstellation nicht unbedingt normal. Aber man muss auch sehen: Hier sind zwei Menschen, die einander lieben und verstehen. Die sich akzeptieren auf der Ebene, auf der sie stehen. Ich versuche nicht, älter zu sein und Maximilian versucht nicht, jünger zu sein.
Maximilian: Mich nervt sie überhaupt nicht. Wenn mich die Leute fragen "Ist das Ihre Tochter?", dann antworte ich: "Nein, das ist meine Mutter!" Dann sind sie sofort still. Dabei ist sie wirklich auch meine Mutter.

"Krone": Was noch?
Maximilian: Geliebte, Ehefrau, Kamerad. Auch Krankenschwester und manchmal Ärztin.

"Krone": "Das Leid meiner Liebe" war der Titel einer großen Geschichte über Sie, Frau Schell. Wie halten Sie den Gedanken aus, dass Sie nicht mehr wahnsinnig viel Zeit miteinander haben werden?
Maximilian: Wie kommen Sie auf diese Idee?
Iva: Ich leide überhaupt nicht in dieser Beziehung! Der Titel war nicht richtig gewählt. Maximilian spricht sehr viel über den Tod, manchmal auch sarkastisch. Ich versuche, seine Traurigkeit darüber ein bisschen abzufangen. Wenn ich mich davon runterziehen lasse, würde ihm das nicht helfen. Ich glaube, das ist ein Grund, warum die Beziehung so gut funktioniert. Weil ich versuche, viel Lebensfreude auszustrahlen.
Maximilian: Wir leben beide den Moment. Die einzige wirkliche Gegenwart ist das Jetzt. Alles andere ist Erinnerung und Hoffnung für die Zukunft.
Iva (nickt): Wer nicht mehr so viel Zeit hat, lernt, das Leben einfach zu genießen.

"Krone": Wie hat sie sein Herz gewonnen?
Maximilian (findet die Frage merkwürdig): In Mörbisch. Ich habe "Wiener Blut" inszeniert, sie hat die Rolle der Pepi gesungen. Gut gesungen.

"Krone": Und umgekehrt?
Iva: Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Unsere gemeinsame Entwicklung kam überraschend. Als wir uns näherkamen, hat mich interessiert, welcher Mensch hinter dem großen Maximilian Schell, vor dessen Lebenswerk ich großen Respekt habe, steckt.

"Krone": Wer hat wem den Heiratsantrag gemacht?
Maximilian: Ich ihr.
Iva: Und dann meinen Eltern.

"Krone": Haben Sie Bedenkzeit erbeten?
Iva: Nein, ich hab' sofort Ja gesagt. Weil ich akzeptieren musste, dass man als Ehefrau eher anerkannt wird, weil endlich dieses Klischee von der jungen Geliebten, vom König und seiner Mätresse, wegfällt. Und wir kannten einander ja mittlerweile schon sechs Jahre.

"Krone": Wie haben Ivas Eltern reagiert, als Maximilian Schell um ihre Hand anhielt?
Iva: Mein Vater hat mich immer sehr offen und tolerant erzogen. Bei der Hochzeitsrede hat er gemeint: Jetzt haben wir die Quittung bekommen! (lacht) Er freut sich sehr, Maximilian Schell als Schwiegersohn zu haben!

"Krone": Und Ihre Ex- Frau, Herr Schell?
Maximilian: Natalja freut sich (Anm.: Mit der russischen Schauspielerin Natalja Andreitschenko war Schell 19 Jahre lang verheiratet, sie haben eine gemeinsame Tochter). Alle freuen sich! Auch meine Tochter Nastassja und meine Enkeltochter Lea.

"Krone": Hat bei der doch überraschenden Hochzeit auch der Gedanke eine Rolle gespielt, einmal versorgt zu sein?
Maximilian: Ja, sie hat fünf Millionen im Lotto gewonnen und die würde ich gerne erben. (grinst)
Iva: Ja, das spielt tatsächlich eine Rolle. Aber eben auch für ihn. Man hat als Ehepartner ja nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Jeder übernimmt Verantwortung für den anderen.
Maximilian: Und es geht immer auch um die Kinder.

"Krone": Interessantes Stichwort: Picasso ist mit 68, Charly Chaplin mit 73 und Luis Trenker mit 97 noch Vater geworden. Haben Sie das auch vor, Herr Schell?
Maximilian: Wenn es so sein sollte, das wäre wunderschön!
Iva: Es ist schon eine große Verantwortung. Das ist ein sehr schwieriges Thema für mich. Es ist weder geplant noch schließen wir es aus.

"Krone": Die Frage ist, ob man es verhindert.
Iva: (sucht lächelnd seinen Blick) Nein, wir verhindern nichts.

"Krone": Sie sind ein Paar, das sehr viel in der Öffentlichkeit unterwegs ist. Wer ist eifersüchtiger?
Maximilian: Sie!
(Iva lacht.)
Maximilian: Das heißt aber nicht, dass ich NICHT eifersüchtig bin. (Iva nimmt Maximilians Hand.)

"Krone": Ist er manchmal auch eifersüchtig auf ihre Karriere?
Iva: Überhaupt nicht. Ich singe noch bis 1. September in Bad Ischl "Hello Dolly", danach "Die Landstreicher" bei den Herbsttagen in Blindenmarkt. Maximilian begleitet mich oft. Die restliche Zeit versuche ich zu pendeln, um möglichst oft bei ihm zu sein. Er macht ja auch seine eigenen Projekte. Bücher, Filme...
Maximilian (schüttelt den Kopf): Meine Karriere bleibt Zeit meines Lebens unvollendet.

"Krone": Reden wir noch über die Liebe. Welches Stück fällt Ihnen zu diesem großen Gefühl ein, Herr Schell?
Maximilian: Romeo und Julia.

"Krone": Also die tragische Liebe?
Iva: Wenn man das Ende betrachtet, vielleicht, ja. Aber es gibt ja auch die Zeit davor, diese kindliche, bedingungslose Zuneigung, dieses große Glück.
Maximilian (rezitiert Theodor Storm): Noch einmal fällt in meinen Schoß die rote Rose Leidenschaft; noch einmal hab' ich alter Mann in Mädchenaugen mich vergafft. Noch einmal legt ein junges Herz an meines seinen starken Schlag; noch einmal weht an meine Stirn ein juniheißer Sommertag.

Iva und Maximilian Schell
Verheiratet seit:
20. August 2013
Sternzeichen: Sie Widder, er Schütze. Astrologisch ein absolutes Dreamteam. Beide sind gesellig, haben aber kein Problem, sich die Aufmerksamkeit zu teilen. Und: Sie wollen einander mit Haut und Haaren.
Gemeinsames Domizil: Kärntner Alm, Wiener Wohnung.
Hochzeitsgeschenk: "Er hat mir diese wunderschöne Hochzeit geschenkt!" "Und sie mir einen Kalender. 365 Tage lang hat sie jeden Tag eine süße Erinnerung notiert." Iva lacht: "Manchmal hab ich auch nur ein Herz reingemalt."
Hochzeitsreise: "Ich begleite sie zu ihren Premieren", seufzt Maximilian Schell.
Warum wir immer zusammenbleiben: Iva sagt: "Weil jeder Tag mit ihm intensiv und wunderschön ist." Er: "Wir lieben uns. Punkt."

28.08.2013, 17:00
Conny Bischofberger, Kronen Zeitung
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