Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
08.12.2016 - 08:42
Foto: ORF/Mona Film/Oliver Roth

Hörbiger wird 75: So "glücklich wie noch nie"

06.10.2013, 09:00
"So glücklich wie jetzt war ich noch nie!" Christiane Hörbiger, die am 13. Oktober ihren 75. Geburtstag feiert, ruht anlässlich ihres bevorstehenden Jubeltags in sich. "Das ist der Vorteil des Alters, dass man schon glücklich ist, wenn man nur die Sonne aufgehen sieht", lachte sie vor wenigen Tagen anlässlich der Präsentation ihres neuen TV-Films "Schon wieder Henriette", der am 9. Oktober (20.15 Uhr) in ORF 2 seine Erstausstrahlung feiert.

Dabei hatte es die beliebte Fernsehschauspielerin als Tochter des legendären Schauspieler- Ehepaares Paula Wessely und Attila Hörbiger nicht immer leicht. Immer noch wird sie auf ihre berühmten Eltern angesprochen, was ihr nicht immer Recht ist. Zu ihrem Geburtstag wünscht sie sich nur eines: "Dass alle gesund bleiben."

Dass das nicht selbstverständlich ist, wurde ihr erst jüngst bei den Dreharbeiten zu einem weiteren Fernsehfilm bewusst, der am 14. Oktober seine ORF- Premiere feiert: In "Stiller Abschied" gibt sie eine Firmenpatriarchin, die nach dem Tod ihres Mannes nicht nur vor den Trümmern ihres Lebens steht, sondern auch an Alzheimer erkrankt. Der Film unter der Regie von Florian Baxmeyer zeigt, was die Diagnose für den Betroffenen wie für die Angehörigen bedeutet.

Keine Angst vorm Alter

Angst vor dem Alter hat Hörbiger dennoch nicht: "In meinem Alter fallen alle Zukunftsängste weg", meint sie lakonisch und hält fest: "Es gibt kein ständiges Glück, aber es gibt Glücksmomente." Derer hat die viel beschäftigte Grande Dame des österreichischen Films zu ihrer Zufriedenheit nach wie vor viele. Das weiß sie zu schätzen: Bei ihrem Geburtstagsessen anlässlich der Trailer- Präsentation von "Schon wieder Henriette" bedankte sie sich in Richtung Alexander Wrabetz, dass "mein Alter im ORF nie eine Rolle gespielt hat".

Trotz ihres Erfolgs vergisst Hörbiger nicht ihre Anfänge in den späten 1950er- Jahren, die nicht gerade einfach waren. In ihrer zum 70. Geburtstag erschienenen Autobiografie "Ich bin der Weiße Clown" rekapitulierte die 1938 in Wien geborene Hörbiger auf unterhaltsame Weise ihre Kindheit und Jugend, die auch von der Flucht nach Tirol gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt. Auf Wunsch der Eltern machte sie zunächst eine Zuckerbäckerlehre, doch 1955 entschied sie sich für die Schauspielkarriere. Auf Drängen ihrer Mutter besuchte sie das Reinhardt- Seminar, das sie allerdings für die Dreharbeiten zum Film "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe", in dem sie Mary Vetsera spielte, abbrach.

Großer Durchbruch erst in 80er- Jahren

Der große Durchbruch stellte sich allerdings erst in den 1980er- Jahren mit der erfolgreichen TV- Serie "Das Erbe der Guldenburgs" ein. Der überragende Erfolg mit der Serie "Julia" öffnete Hörbiger zahlreiche weitere Türen, wie sie anlässlich des Serienendes einmal beschrieb: "Ich bin in der glücklichen Lage, viele Angebote zu erhalten." Und diese nützte sie in den vergangenen Jahren: So war sie etwa mit Nikolas Leytners Justizdrama "Die Geschworene" oder Paul Harathers Thriller "Die Gottesanbeterin" erfolgreich. Auch die Literaturverfilmung "Besuch der alten Dame" brachte ihr Lorbeeren ein.

Ihr Bühnendebüt als Recha in Lessings "Nathan der Weise" am Burgtheater im Jahr 1959 verlief zunächst allerdings wenig glanzvoll. Sie erhielt vernichtende Kritiken und wechselte zwei Jahre später an die Städtischen Bühnen in Heidelberg. Über Salzburg, wo sie 1961 als Lottchen in Raimunds "Der Bauer als Millionär" erstmals neben ihrer Mutter auf der Bühne stand, kehrte sie jedoch wieder ans Burgtheater zurück und spielte dort noch einmal die Rolle der Recha, diesmal allerdings mit großem Erfolg.

Erfolge im Theater, in Serien und im Film

Dennoch verließ Christiane Hörbiger 1966 erneut ihre Heimatstadt, um dem unentwegten Vergleich mit den Eltern und Geschwistern - auch die beiden Schwestern Maresa Hörbiger und Elisabeth Orth schlugen die Bühnen- und Filmkarriere ein - zu entgehen. Ab 1967 gehörte die Schauspielerin dem Ensemble des Schauspielhauses Zürich an. Hörbigers Rollenrepertoire umfasste neben den Klassikern wie Lessing und Schiller auch moderne Bühnenautoren sowie die großen Repräsentanten der Wiener Theatertradition von Nestroy bis Schnitzler und Hofmannsthal.

Mitte der 1980er- Jahre wagte Christiane Hörbiger mit der Hauptrolle in der Serie "Das Erbe der Guldenburgs" an der Seite von Brigitte Horney, Stewart Granger und Ruth Maria Kubitschek den Sprung in die Fernseh- Unterhaltung. Seither wirkte Hörbiger in zahlreichen österreichischen und deutschen Spielfilmen mit. Glänzende Kritiken erhielt sie für ihre Darstellung der Freya von Hepp in Helmut Dietls preisgekrönter Satire "Schtonk" über die gefälschten Hitler- Tagebücher. Weitere Filmerfolge waren "Tafelspitz", "Lamorte" und "Hunger".

Zahlreiche Auszeichnungen

Hörbinger war in erster Ehe mit dem Regisseur Wolfgang Glück verheiratet. Ihr zweiter Mann und Vater ihres Sohnes Sascha, der Schweizer Journalist Rolf R. Bigler, starb 1978. Einen neuen Lebensgefährten fand die Schauspielerin im Wiener Regisseur und Autor Gerhard Tötschinger.

Sie erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Bayrischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk, den Adolf- Grimme- Preis, den Karl- Valentin- Orden und den Ernst- Lubitsch- Preis sowie den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Schauspielerin Serie" für ihre Rolle der "Julia". 2004 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt, 2009 folgte die Wiener Ehrenmedaille in Gold sowie im selben Jahr die Platin- "Romy" für ihr Lebenswerk. Dass dieses noch nicht abgeschlossen ist, wird sie nicht müde zu betonen: "Ich kann nichts so gut wie spielen", sagte sie einmal zur "Zeit". "Dann sollte man das auch tun, so lange man kann. Und so lange die Leute einen sehen wollen."

06.10.2013, 09:00
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Mehr zu AdabeiTV
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum