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05.12.2016 - 21:19
Foto: APA/Herbert Neubauer / Video: Zoomin.TV

Hat diese Ehe Sie krank gemacht, Herr Lugner?

27.11.2016, 06:00

Prostata- Krebs! Nach seinem Outing  spricht Baulöwe Richard Lugner (84) mit Conny Bischofberger über den ersten Schock nach der Diagnose, seine täglichen Sitzungen im Wiener AKH und eine Reise nach Rom - ohne Ehefrau Cathy. Sie war zuletzt mit Tochter Leonie in Paris - ohne Richard.

"Minus 15 Prozent auf alles!" Der Weg zur Direktion der Lugner- City mit ihren 30.000 Quadratmetern ist ein Spießrutenlauf. "Der Herr Baumeister muss gleich da sein", sagt seine Sekretärin. "Mörtel"- Karikaturen aus vier Jahrzehnten an den Wänden verkürzen die Wartezeit. Dann erscheint Richard Lugner und ordert sofort alte Fotos, mit denen er seine Erzählungen gern untermauert. "Sie wissen eh, von 1994, als ich die Ivana Trump beim Opernball hatte ..."

Er wirkt nachdenklicher als sonst, sein Blick schweift immer wieder über die Dächer des 15. Bezirkes, wo ein einsamer Kran in den Abendhimmel ragt. "Sein" Kran - "da entsteht ein Zubau zur Lugner City." Er werde weder über seine Krankheit noch über seine Ehe reden, hat Lugner uns vor dem Interview wissen lassen. Aber dann kommt alles ganz anders.

Foto: Martin A. Jöchl

"Krone": Herr Lugner, weil hier Fotos von Ivana Trump liegen: Freuen Sie sich über Donald Trumps Sieg?
Richard Lugner: Er hat im Wahlkampf eine Menge schlimmer Dinge gesagt. Aber was ich an ihm schätze: Er ist ein Mann der Wirtschaft, auch wenn er Pleiten hingelegt hat. Seine Frau war vor 22 Jahren mein Opernball- Gast. Sie wollte mit Donald noch einmal zum Opernball kommen, und ihre Tochter hätte debütieren sollen. Aber dazu ist es leider nicht gekommen.

Sie sind oft als "österreichischer Trump" oder auch "Donau- Trump" bezeichnet worden. Kompliment?
Ich würde sagen, Trump ist einer, mit dem ich gern verglichen werde.

Auch er bevorzugt viel jüngere Frauen.
Na ja, Melania ist 20 Jahre älter als Cathy. Und Trump ist 14 Jahre jünger als ich.

Macht bei Ihnen und Cathy einen Altersunterschied von 58 Jahren. Kommt Ihnen das nicht selber manchmal verrückt vor?
Ich war mit zwei meiner fünf Ehefrauen jeweils 17 Jahre zusammen. Das Problem ist: Alle Frauen, die ich nachher kennengelernt habe, waren um die 25. Ich bin immer älter geworden und sie sind jung geblieben.

Foto: APA/Herbert Neubauer
Richard Lugner und seine Frau Cathy küssen sich für die Fotografen.
Foto: APA/Herbert Neubauer

Ihre Ehekrise ist seit Monaten ein großes Thema. Auf Facebook postete Cathy zuletzt Fotos aus Paris, wo sie mit ihrer Tochter war, ohne Sie.
Ich lese kein Facebook, ich habe nicht so viel Zeit.

Haben Sie seither mit ihr gesprochen?
Ja, es gab ein Treffen. Ich will darüber nicht viel sagen. Nur so viel: Wir haben seit dem Sommer jede Menge Probleme und ob wir mit denen fertig werden, das weiß ich nicht. Wir wissen es beide nicht.

Sollte Ihre Frau jetzt nicht bei Ihnen sein, wo es Ihnen nicht so gut geht? "In guten wie in schlechten Zeiten"?
Schauen Sie. Wir haben zweifellos schöne Zeiten erlebt. Deshalb werde ich über Cathy kein schlechtes Wort sagen. Sonst gibt's Rosenkrieg wie bei Angelina Jolie und Brad Pitt. Das ist ja furchtbar, was sich dort abspielt! So was will ich nicht lostreten, obwohl es euch Journalisten natürlich gefallen würde.

Richard Lugner
Foto: Martin A. Jöchl

Seit "Big Brother" gab es auch bei Ihnen ständig Streit. Könnte es sein, dass diese Beziehung Sie krank gemacht hat?
Wir leben momentan in einer schwierigen Situation. Ich bin aber der Meinung, man soll sich nicht ständig mit den Problemen auseinandersetzen und Trübsal blasen.

"Was kränkt, macht krank." Glauben Sie an so was?
Nein. Ich bin einer, der Negatives gern verdrängt. Wenn ich etwas durchmachen muss, dann entwickle ich zusätzliche Kräfte.

Was müssen Sie derzeit genau durchmachen?
Ich wollte darüber eigentlich nicht reden. Aber die Spekulationen haben kein Ende genommen, und ich dachte, wenn ich reinen Tisch mache, dann ist vielleicht einmal Schluss. Ein Bluttest hat bei mir erhöhte PSA- Werte ergeben, und schließlich haben sie Krebszellen in der Prostata gefunden. Also ich habe Prostata- Krebs im Anfangsstadium und werde seit 11. November täglich bestrahlt.

Foto: Martin A. Jöchl

War das ein Schock?
Nicht so. Ich habe gegoogelt. Der Krebs hat null Auswirkung auf die männliche Potenz (lacht). Die reine Bestrahlung dauert nur fünf Minuten. Ich lass sogar das Hemd und die Krawatte an. Man wird ein bisschen müde, aber es geht. Ich habe eine gute Kondition, das ist unbestritten.

Auf krone.at schrieb ein User: "Für Sie, Herr Lugner, wären Filzpatschen und Tee besser als ein lustiges Leben mit Frauen, die ihre Enkeltöchter sein könnten."
Das ist nicht mein Leben. Warum soll ich mich schon auf den Tod vorbereiten? Ein Schulkollege, drei Jahre jünger als ich, ist auf Filzpatschen ausgerutscht, er hat sich den Fuß gebrochen, kam ins Spital, wo er sich einen Spitalsvirus geholt hat, die Wunde ist nicht verheilt, er wurde mit Antibiotika vollgestopft, vor drei Monaten hat man ihm den Fuß abgenommen, vor 14 Tagen ist er gestorben. So viel zu Filzpatschen.

Ein anderer User meinte: "Herr Lugner ist ein kluger Geschäftsmann mit einer bedauerlichen Schwäche für die falschen Frauen."
Das mag stimmen. Das Problem ist: Wenn man jemanden kennenlernt, ist man ja ganz fixiert auf diese Person und überlegt gar nicht mehr. Dabei sollte man ja eigentlich wie bei einer Speisekarte zwischen mehreren Menüs wählen. Aber das ist nicht meine Art, und darum ist es vielleicht immer wieder doch schiefgelaufen. Vielleicht ist Cathy wirklich zu jung.

Foto: Martin A. Jöchl

Sie werden bald 85: Sehnen Sie sich gar nie nach ein bisschen Ruhe?
Grundsätzlich bin ich ein unruhiger Mensch. Ich will weder Tauben füttern im Park noch aufhören zu arbeiten. Ich arbeite sechs Tage pro Woche in der Lugner City, von 9 bis 18 Uhr. Und dann tu ich noch zwei oder drei Tage drehen in der nächsten Zeit, ich spiele den Donald Trump für "Wir sind Kaiser".

Und das mit Krebs?
Warum nicht? Der einzige Unterschied zu früher ist, dass ich jetzt eine Stunde später ins Büro komme, weil ich jeden Morgen ins AKH fahre.

Wird die Erkrankung etwas an Ihrem Leben ändern?
Ich kann es nicht sagen. Momentan spüre ich keinerlei Nebenwirkungen, aber ich habe ja auch erst ein Drittel der Bestrahlungen hinter mir. Ich bin auch nicht depressiv, wie es in einer Zeitung gestanden ist. Ich lebe damit, dass ich diesen Krebs habe und hoffe, dass er durch die Therapie beseitigt wird.

Könnten Sie damit leben, dass die Krankheit Sie beeinträchtigt?
Das kann man sich nicht aussuchen. So wie man sich nicht aussuchen kann, wie alt man wird.

Foto: Martin A. Jöchl

Wie alt möchten Sie denn werden?
Meine Mutter ist mit 80 noch über den Zaun gestiegen, die war putzmunter. Sie wurde 90 Jahre alt. Ich befasse mich aber jetzt nicht mit meinem Tod.

Welche Pläne haben Sie?
Ich will mit meiner Frau über Weihnachten und Neujahr nach Mexiko fahren, obwohl mir die Malediven lieber gewesen wären. Wir werden sehen. Und ich wollte mit ihr nach Rom fliegen.

Aber?
Ich hatte schon die Tickets, aber Cathy hat abgesagt. Das Ticket verfällt. Jetzt fliege ich mit meiner Tochter Jacqueline.

Sind Sie traurig?
Ich will nicht zu viel sagen.

Richard Lugner greift zum Stoß mit den Fotos von Ivana Trump und baut mit vier Bildern das Längsschiff und mit zwei Bildern das Querschiff des Petersdomes nach. Dann erzählt er, dass er über einen der Aufgänge Papst Johannes XXIII. einmal ganz nahe gekommen sei. Dort oben, hinter dem Altar, gebe es ein Fenster, und wenn dort das Licht hereinstrahle, dann sei das so ein überirdischer Moment. Den habe er mit Cathy erleben wollen.

Richard Lugner im Interview mit Conny Bischofberger
Foto: Martin A. Jöchl

Werden Sie im Petersdom auch beten?
Als Baumeister liebe ich in erster Linie die Architektur. Ich bin zwar Christ, aber kein extrem frommer.

Keine Fürbitte?
Schauen wir.

Würden Sie den Herrgott eher darum bitten, Ihre Ehe zu retten oder wieder ganz gesund zu werden?
(Richard Lugner denkt kurz nach.) Ich glaube, wenn man 84 Jahre alt ist, ist die Gesundheit das Wichtigste. Alles andere mach' ich mir mit meiner Frau aus. Was dabei herauskommt, weiß nicht einmal der liebe Gott.

27.11.2016, 06:00
Conny Bischofberger, Kronen Zeitung
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