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03.12.2016 - 22:30

Goldene Palme geht an Michael Haneke

25.05.2009, 08:46
Der österreichische Filmregisseur Michael Haneke steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Mit seinem Film "Das weiße Band" gewann er am Sonntagabend bei den 62. Filmfestspielen von Cannes den Hauptpreis des Festivals, die Goldene Palme. "Das weiße Band" ist eine in schwarz-weiß gedrehte Auseinandersetzung über die Wurzeln von Totalitarismus und Faschismus, die der 67-jährige Regisseur in autoritärer Erziehung und unmenschlich gewordenen Idealen ortet. Auch der Darsteller-Preis ging mit Christoph Waltz an einen gebürtigen Österreicher für seine Leistung im Film "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino.

Sichtlich bewegt nahm Haneke die Goldene Palme entgegen. "Manchmal stellt mir meine Frau eine typisch weibliche Frage: Bist du glücklich?", begann der Regisseur seine in Französisch gesprochenen Dankesworte. "Heute kann ich das aus ganzem Herzen bejahen - und sie wohl auch. Das ist einer der glücklichsten Momente meines Lebens", sagte der 67- Jährige und bedankte sich bei der Jury mit "Tausend Dank!" Auch Jury- Präsidentin Isabelle Huppert hatte zuvor von einem für sie besonderen Augenblick gesprochen.

"Höhepunkt für Haneke"

Große Freude herrschte bei den Produzenten von Michael Hanekes Film nach dem Gewinn der Goldenen Palme. "Das ist der Höhepunkt nicht nur für die bisherige Arbeit von Michael Haneke, sondern auch für die WEGA- Film", freute sich der österreichische Produzent Veit Heiduschka. "Wir haben alle seine Spielfilme gemacht. Wenn es klappt und ein Film so aufgeht, ist man glücklich."

Die Verkäufe seien in Cannes für "Das weiße Band" schon vor der Preisverleihung gut gelaufen, so der Produzent, "der Film hat gutes Potenzial bei einem interessierten Publikum". "Es ist vollkommen unglaublich", freute sich der deutsche Produzent Stefan Arndt. "Es ist sagenhaft, hier dabei zu sein, wie eine internationale Jury einen deutschen Film mit einer deutschen Geschichte vor der ganzen Welt hervorhebt." Offenbar sei das Interesse an deutschen Themen noch immer groß, sagte Arndt, dessen Berliner Firma X- Filme "Das weiße Band" produziert hat. Die Debatte, ob der Film in der Regie eines Österreichers nun "deutsch" sei oder nicht, hält Arndt spätestens mit der Goldenen Palme für beendet.

Mit der Jelinek- Verfilmung "Die Klavierspielerin" war Haneke 2001 in Cannes bereits mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden, für "Caché" 2005 mit dem Regiepreis. Auch "Funny Games" und "Code inconnu" waren im Wettbewerb gestartet, "Wolfszeit" lief 2003 außer Konkurrenz.

Darsteller- Preis für Waltz

Haneke war am Sonntag nicht der einzige Österreicher, der in Cannes strahlen durfte. Schauspieler Christoph Waltz ist von der Jury als bester Darsteller ausgezeichnet worden. Der 52- Jährige, der bisher vor allem mit Fernsehrollen bekannt wurde, erhielt die Auszeichnung für seine Leistung in "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino. Waltz spielt darin einen weltmännischen und sprachgewandten SS- Offizier, den "Juden- Jäger" Hans Landa.

Charlotte Gainsbourg beste Darstellerin

Als beste weibliche Darstellerin freute sich die Französin Charlotte Gainsbourg über die Würdigung ihrer harten Rolle in "Antichrist" von Lars von Trier. Der Große Preis der Jury ging an den Franzosen Jacques Audiard für das Gefängnisdrama "Un Prophète". Den Preis der Jury teilen sich zu gleichen Teilen die Britin Andrea Arnold "Fish Tank" und der Südkoreaner Park Chan- wook ("Thirst"/Durst). Der 86- jährige französische Altmeister Alain Resnais wurde mit einem Spezialpreis der Jury für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Nach der Preisvergabe lief zum Abschluss des Festivals der Film "Coco Chanel und Igor Stravinsky" über die Beziehung zwischen der Modeschöpferin und dem Komponisten. Insgesamt liefen in diesem Jahr in Cannes 20 Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme. Viele von ihnen boten ausgiebige Darstellungen von Sex und Gewalt.

Finanzkrise in Cannes deutlich zu spüren

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise war beim Festival an der Côte d'Azur deutlich zu spüren: Die Organisatoren veröffentlichten zwar keine konkreten Zahlen, aber Fachblätter schätzten, dass vor allem die Zahl der Branchenteilnehmer auf dem internationalen Filmmarkt um mindestens ein Viertel gegenüber dem extrem gut besuchten Jahr 2008 gesunken sei. Bei Benefiz- Veranstaltungen wie der traditionellen Gala zur Unterstützung der amerikanischen Aids- Hilfe kam trotz der Anreise von Bill Clinton nur weniger als die Hälfte der Summe zusammen wie im vergangenen Jahr.

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