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29.05.2017 - 17:32

Für Mama geht Boy George sogar in den Knast

16.01.2009, 16:24
Weil er einen Callboy in seiner Wohnung mit Handschellen an eine Wand gefesselt hatte, muss der britische Popsänger und DJ Boy George für 15 Monate ins Gefängnis. George Alan O'Dowd, so der bürgerliche Name des Musikers, war Anfang Dezember von einem Gericht wegen Freiheitsberaubung schuldig gesprochen worden, nun hat ein Richter das Strafmaß verkündet. Zuvor hatte Boy George erklärt, er habe in dem Verfahren nicht ausgesagt, weil er seiner todkranken Mutter Dinah weiteren Kummer ersparen wollte.

Obwohl er bereits damals fürchtete, eine Haftstrafe zu erhalten, wollte er diese lieber absitzen, als seiner Mama, zu der er eine sehr enge Bindung hat, weiteren Schmerz zu verursachen, berichtete die britische Zeitung „Daily Mirror“. Seinem Bruder David sagte er: „Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich ins Gefängnis muss, groß ist, aber ich konnte Mama zuliebe keine Aussage machen. Sie liegt im Sterben. Der einzige Grund, warum ich nicht aussagte, war sie. Sie hat in ihrem Leben schon so viel durchgemacht.“

Richter: „Ein Akt grundloser Gewalt“

Das Gericht hatte es für erwiesen angesehen, dass der 47- Jährige in seiner Wohnung in London einen Callboy angekettet hatte. Der 29 Jahre alte Audun Carlsen hatte den Musiker angeklagt, ihn nach Aufnahmen von Nackt- Fotos gefesselt und mit einer Metallkette geschlagen zu haben. Ein Richter im Osten Londons sprach bei der Verkündung des Urteils von einem „Akt grundloser Gewalt“.

Der aufsehenerregende Vorfall war im April 2007 geschehen. Der ehemalige Culture- Club- Sänger, der mit bürgerlichem Namen George Alan O'Dowd heißt, hatte den damals 28- jährigen Carlsen, ein norwegisches Model, in seiner Wohnung in London für pornografische Aufnahmen und Sex in Georges Wohnung getroffen. Dabei wurden auch Drogen genommen.

Carlsen erklärte, Boy George habe ihn mit Handschellen an eine Wand gefesselt und als "verdammte Hure" beschimpft. Carlsen konnte sich jedoch selbst befreien. Als er versuchte zu flüchten, habe der Sänger auf ihn eingeschlagen. Der Callboy musste dann nach eigenen Angaben in Unterhosen auf der Straße um Hilfe rufen. Boy George habe ihn bestrafen wollen, weil er keinen Sex mit ihm haben wollte. Der Musiker hatte Carlsen dagegen beschuldigt, sich in seinen Computer gehackt und Fotos gestohlen zu haben.

Kokain in der Wohnung

Das ist nicht das erste Mal, dass Boy George mit dem Gesetz in Konflikt kam. 2007 war der 47- Jährige dazu verdonnert worden, in New York die Straßen zu kehren. Er hatte behauptet, dass in sein Appartement in Manhattan eingebrochen worden war. Doch als die Polizei anrückte, fand sie keine Einbruchsspuren, dafür aber Kokain vor.

Boy George war in den 1980er- Jahren mit der Band Culture Club durch Hits wie "Do You Really Want To Hurt Me?" und "Karma Chameleon" sowie seinem schrillen Outfit berühmt geworden.

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