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28.06.2017 - 10:05
Foto: AP, EPA, DR, krone.at-Grafik / Video: YouTube.com

Conchita nach Triumph: "Wir sind nicht zu stoppen"

11.05.2014, 09:16
Für Conchita Wurst ist der Sieg beim 59. Eurovision Song Contest nicht nur ein musikalischer Triumph, sondern auch ein Zeichen für Toleranz und Respekt in Europa: "Es hat mir gezeigt, dass es in unserer Gesellschaft Leute gibt, die nach vorne schauen wollen und nicht in der Vergangenheit stecken bleiben wollen", sagte die bärtige Diva kurz nach ihrem Sieg. Auf Journalistennachfrage hatte sie deshalb sogar eine Botschaft an Russlands Präsident Wladimir Putin, auch wenn sie nicht davon ausgehe, dass er die Show gesehen habe: "Wir sind nicht zu stoppen", so die 25-Jährige.

"Diese Nacht steht für eine Einheit, die aus Liebe, Toleranz und Respekt besteht", hatte Conchita Wurst auch schon kurz nach ihrem Gewinn im offiziellen Siegerinterview verkündet. Und Tom Neuwirth, der hinter der Kunstfigur Conchita steckt, hatte bereits vor seiner Abreise nach Kopenhagen verlauten lassen, die Rolle der bärtigen Diva nicht so bald aufgeben zu wollen. "Prinzipiell schließe ich auch nicht aus, dass ich irgendwann die Perücke zu Hause lasse, aber das wird in näherer Zukunft sicher nicht passieren. Meine Mission ist dann erreicht, wenn wir nicht mehr darüber diskutieren müssen, wen wir lieben dürfen." Und da prognostiziere er seiner Frau Wurst noch ein langes Leben.

Das große Finale des Song Contests 2014 zum Nachlesen finden Sie in der Infobox - ebenso wie die besten Bilder des Abends und die ersten Reaktionen auf den gewaltigen Triumph! Das Video von Conchitas grandiosem Auftritt können Sie gleich hier oben ansehen!

Russischer "Pop- Papst" fordert Respekt für Wurst

Nach der scharfen Kritik aus Russland an Wurst im Vorfeld des Song Contests warb die ESC- Delegation des Riesenreichs um Respekt für die 25- Jährige. "Ob er einen Bart hat oder keinen Bart, ob er Mann ist oder Frau - das ist unwichtig, es ist ein Wettbewerb", sagte "Pop- Papst" Filipp Kirkorow am Sonntag im Staatsfernsehen. Wursts Siegerlied sei sehr schön, so Kirkorow, der den russischen Beitrag für den Song Contest mitgeschrieben hat.

Die Teilnahme von Conchita hatte in Russland hitzige Debatten ausgelöst. Konservative Politiker und Kirchenkreise hatten kritisiert, eine Übertragung des ESC mit dem Transvestiten bedeute "eine eindeutige Propaganda für Homosexualität und geistliche Verderbnis". In Russland ist es gesetzlich untersagt, positiv vor Minderjährigen über "nicht- traditionelle sexuelle Orientierung" zu sprechen. Kirkorow hatte das Verbot öffentlich kritisiert.

"Ja, du hast gewonnen"

Obwohl Conchita Wurst schon im Vorfeld des Finales als eine der Topfavoritinnen für den Sieg gehandelt worden war: Zunächst war die bärtige Diva für ihre Verhältnisse wenn nicht sprachlos, so aber immerhin spracharm. "Sonst quassel ich die ganze Zeit, und jetzt sitze ich hier...", zeigte sie sich nach ihrem Sieg verwundert. Sie habe es selbst beim Goldregen, der über dem Gewinner ausgeschüttet wird, noch nicht geglaubt, gewonnen zu haben. Sie habe erst die Worte von ihrem Manager Rene Berto persönlich hören müssen: "Ja, du hast gewonnen."

Der Sieg beim größten Musikwettbewerb der Welt sei jedenfalls keineswegs eine kleine Sache für sie: "Ich nehme das nicht für selbstverständlich, weil es von einer Sekunde auf die andere zu Ende sein kann." Sie sei deshalb sehr dankbar.

Etwas Übersinnliches scheint sich dann auch eingeschlichen zu haben in die Auswahl. "Ich glaube eigentlich nicht an Zeichen", betonte Wurst. Aber sie habe am 6. November Geburtstag. Und nun habe sie im Halbfinale Startplatz 6 und im Finale Startplatz 11 gehabt - was offensichtlich Glück gebracht habe.

"Wäre gern Teil von Eurovision 2015 - als Gastgeberin?"

Für kommendes Jahr legte sich Wurst schon einmal coram publico die Schiene. "Ich wäre gerne Teil von Eurovision 2015 - vielleicht als Gastgeberin?", kokettierte sie in Richtung der anwesenden Fernsehchefin Kathrin Zechner. Aber verteidigen werde sie ihren Titel nicht. Sofortige Unterstützung bei der Gastgeberidee kam vom EBU- Verantwortlichen Jan Ole Sand.

Zechner hatte zuvor in einer Aussendung mitgeteilt: "Was für eine unvorstellbar großartige Nacht. Conchita Wursts fulminanter Song, ihre starke Performance und ihre unglaubliche Persönlichkeit haben Österreich in Europa in den letzten Wochen eine neue starke Stimme gegeben und wohl auch neues Selbstverständnis. Danke. Dieser Erfolg gehört ihr. Ich freue mich sehr für sie und ihr Team. Danke Europa, das den persönlichen, künstlerischen und gesellschaftlichen Wert des österreichischen Beitrags erkennt."

11.05.2014, 09:16
AG/red
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