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11.12.2016 - 13:48
Foto: EPA

Clooney: "Seit 75 Jahren müssen sie Nazis spielen"

01.02.2014, 16:31
Bei den Dreharbeiten zu "Monuments Men" litt er sechs Monate unter dem deutschen Wetter und der deutschen Küche. Bei der Berlinale, die kommenden Donnerstag startet, kehrt er nach Berlin zurück. Die "Krone" traf George Clooney schon jetzt.

Die Kritiken sind mehr als gemischt, aber das mag auch daran liegen, dass der Regisseur, Autor, Produzent, Hauptdarsteller sich die Latte mit seinen früheren Filmen selbst sehr hoch gelegt hat. Er wird dennoch kommende Woche der größte Star bei dem Filmfestival in Berlin (Start am 6. Februar) sein, von Fotografen und Fans belagert werden, lustige Interviews und Antworten auf private Fragen (er ist seit einem halben Jahr offiziell Single) geben. Und ja, mag schon sein, dass in diesem Fall unser Interview mit George unterhaltsamer ist als der Film (siehe Infobox).

"Krone": Sie arbeiten hier wieder einmal mit Freunden.
George Clooney: Immer nur mit Freunden, und die, die ich noch nicht so gut kenne, werden dann meistens Freunde. Da muss ich mich auf mein Gespür verlassen. Das Leben ist zu kurz, um mit Leuten zu arbeiten, die anstrengend sind. John Goodman kenne ich aus "Roseanne"- Zeiten, Bill Murray ist ebenso ein alter Freund, mit Cate Blanchett habe ich "The Good German" gedreht, und Matt Damon ... Na ja, von "Ocean's 11" angefangen, was kann ich sagen? Hugh Bonneville war mir vom ersten Moment an sympathisch. Und Jean Dujardin habe ich gesagt, dass ich ihn unbedingt im Film haben will, und dann habe ich ihn in der ersten Szene gekillt!

"Krone": Wie gingen die deutschen Schauspieler mit der Beschreibung ihrer Rollen um?
Clooney: Die deutschen Schauspieler tun mir ja leid. Seit 75 Jahren müssen sie Nazis spielen. Die kommen zum Vorsprechen und hoffen, dass es ja diesmal vielleicht ein netterer Nazi, ein etwas verständnisvollerer Nazi ist. Und ich musste sagen, nein, der ist widerlich, tut mir leid.

"Krone": Warum haben Sie die Namen der echten "Monuments Men" (so nannte sich jene soldatische Spezialeinheit, die europäische Kunstschätze vor dem Zugriff der Nazis bewahrte) geändert?
Clooney: Nicht nur die Namen, auch manche Eigenschaften. Etwa George Stout, den ich spiele. Der war ein furchtloser, selbstsicherer Mann ohne Fehler. Aber erstens ist das nicht interessant in einem Film, weil es keinerlei Konflikt mit sich bringt, sondern ich wollte ihn auch nicht ganz so selbstsicher darstellen. Ich wollte, dass er Zweifel an sich und dieser Mission hat. Das war in Wirklichkeit nie der Fall. Hugh Bonnevilles Rolle haben wir ein Alkoholproblem verpasst, das der Echte im Leben nie hatte. Man braucht ein paar schlechte Eigenschaften, um einen Film und seine Charaktere spannend zu machen.

"Krone": Was sind Ihre?
Clooney: Ganz offensichtlich habe ich zahlreiche. Ich glaube, niemand hat immer alles unter Kontrolle. Ich hatte bei dem Dreh ganz sicher keine Kontrolle über das Wetter! Aber ich habe mich an diesem Punkt in meinem Leben sehr an Erfolge und Misserfolge gewöhnt, und ich hatte beide in regelmäßiger Abwechslung. Meine schlechten Eigenschaften sind ohnehin publik, und die Leute machen sich sogar bei den Golden Globes über sie lustig!

"Krone": "Gravity" ist ein Film, der zeigt, dass George Clooney lieber im Weltraum herumschwebt und stirbt, als auch nur eine einzige weitere Minute mit einer Frau seines Alters zu verbringen. Meinten Sie diesen Tina- Fey- Witz?
Clooney: Ja, und ich hing bei einem neuen Dreh in Vancouver in den Seilen und sah die Crew unter mir lachen, weil sie nebenbei die Globes schauten. Ich fragte, was lacht ihr? Und sie erzählten es mir. Aber ich kriege Tina Fey noch dafür. Ich weiß, wo sie wohnt.

"Krone": Wenn Sie die Chance hätten, nur ein einziges Kunstwerk zu retten, das Ihnen gehört, welches wäre es?
Clooney: Ich habe eine Mappe mit einer Sammlung von Briefen von Paul Newman, Walter Kronkite und Gregory Peck, Leuten, mit denen ich eine Brieffreundschaft hatte. Ich würde nur diese Mappe retten, sonst nichts. Denn diese Briefe repräsentieren gute Zeiten, einen guten Austausch zwischen Menschen. Und ich mache mir Sorgen um die Kunst des Briefeschreibens. Das stirbt, weil wir das verdammte Internet haben. Wer sammelt SMS oder E- Mails?!

"Krone": Was sollten wir aus unserer Kultur denn Ihrer Meinung nach retten, was in 100 Jahren noch Relevanz hat? Lady Gaga? Die Kardashians?!
Clooney: Gute Frage. Manche von denen gibt’s vermutlich in 100 Jahren noch. Justin Bieber kommt da erst ins Wahlalter. Nein, ich denke, es werden wohl Rock 'n' Roll und Jazz sein, die es wert sind, gerettet zu werden. Denn die würden sehr gut zeigen, wer wir sind und wer wir waren.

01.02.2014, 16:31
Elisabeth Sereda, Kronen Zeitung
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