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02.12.2016 - 20:46

Christiane Hörbiger: "Kleine Lady" & Grande Dame

08.12.2012, 09:00
Sie ist eine der populärsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Fernsehen. Am Mittwoch schlüpft Christiane Hörbiger in "Die kleine Lady", der weiblichen Adaption des Bestsellers "Der kleine Lord", in die Rolle einer verbitterten Großmutter – die "Krone" traf die "Grande Dame" zum Interview in einem Wiener Innenstadt-Café. Stets an ihrer Seite Mops "Loriot" – "eine Hommage an den großen Vicco von Bülow", so Hörbiger, "der ja sagte: 'Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos!'"

"Krone": In "Die Kleine Lady" spielen Sie mit Kind und Hund. Ist das nicht in doppelter Hinsicht ein Tabu für einen Schauspieler?
Christiane Hörbiger:
Nein, der Hund spielt mir nix weg und auch das Kind nicht. Die kleine Philippa ist hinreißend. Eine tolle Leistung! Im Gegenteil, das macht mir gar nix. Wenn's der Quote dient, können's ruhig viele Hunde und Kinder sein.

"Krone": Sie sind selbst Oma von Luca, 7. Man hört, Sie wollen aber nicht Oma, sondern lieber "Nonna" genannt werden?
Hörbiger: Mir ist das ganz wurscht! Auch Oma wär mir recht oder Großmutter, Hauptsache, sie reden mit mir (lacht). Nein, meine Mutter wollte nicht Oma genannt werden, und da hat mein verstorbener Mann, der Vater meines Sohnes Sascha Bigler, gemeint: Was wäre mit der italienischen Variante "Nonna"? Und dadurch war meine Mutter immer die Nonna – und das wollte ich weiter übernehmen.

"Krone": Verhätscheln Sie Ihren Enkel oder sind Sie streng?
Hörbiger:
Oh Gott! Ich bin Wachs in seinen Händen. Absolut! Nur bei der Schokolade müss' ma aufpassen, dass meine Schwiegertochter nicht böse ist.

"Krone": Aber Ihr Enkel sieht die Oma wahrscheinlich selten, blättert man durchs TV- Programm, hat man den Eindruck, Sie sind im Dauereinsatz!
Hörbiger: Der Eindruck entsteht vor allem wegen der vielen Wiederholungen natürlich. Denn so viel drehe ich gar nicht. Nur die vier Filme im Vorjahr waren mir doch ein bissl zu viel.

"Krone": Das heißt, Sie haben genug Freizeit?
Hörbiger: Eigentlich ja! (lacht) Ich hatte heuer zwei wunderbare Monate in Baden in unserem Haus mit Garten: Einfach nichts tun, in die Luft schaun und mit dem Hund spielen und nur zum Grünen Markt einkaufen gehen.

"Krone": Garten klingt aber nach Gartenarbeit...
Hörbiger: Gott soll abhüten! Ich habe schon als Kind Gartenarbeit gehasst, unser Vater wollte uns immer dazu bewegen, dass wir es tun – und gerne tun, ich glaube aber, alle Töchter tun's nicht gerne. Nein, ich sitz' in der Sonne, lese mindestens drei Tageszeitungen, und ich koch' ein bissl was, denn ich bin nicht so ein große Köchin – und ab 20. August habe ich wieder Text gelernt für die Krimikomödie "Schon wieder Henriette".

"Krone": Fällt Ihnen Textlernen leicht?
Hörbiger: Wenn ich mal drinnen bin, macht's richtig Spaß, aber so die ersten zwei Seiten sag ich immer: "Warum muss ich das machen?" Aber ich MUSS einfach den ganzen Film im Kopf haben. Ich glaub, damit unterscheide ich mich von vielen Kollegen, außer vom Götz George, der mir das bei "Schtonk" damals beigebracht und gesagt hat: "Mich fängt keiner mehr, denn dann sagt der Regisseur, wir müssen vorziehen, und dann steh ich da ohne Text!"

"Krone": Vor vier Jahren ein schwerer Schicksalsschlag, als ihrem Lebensgefährten Gerhard Tötschinger das Bein abgenommen werden musste. War das nicht vielleicht ein Moment, wo Sie sich gedacht haben: Ich beende meine Karriere?
Hörbiger: Nein, ich wusste ja, dass ich nicht geeignet bin, eine Pflegerin zu sein. Aber er hat das so fabelhaft in den Griff bekommen. Ich lobe ihn heute noch fast jeden Tag dafür. Aber auch in dem Moment hab ich nicht gesagt, ich geb meinen Beruf auf! Nein! Nie!

"Krone": Weil es Ihnen so viel Spaß macht? Viele freuen sich doch in dem Alter darauf, die Pension zu genießen, nur mehr ganz Oma zu sein?
Hörbiger: Als das Baby auf der Welt war, da hab ich mir eine Sekunde gedacht: Na, es wäre eine Möglichkeit, dass meine Schwiegertochter arbeiten kann und dass ich auf das Kind aufpasse. Und ich hab mit dem Gedanken gespielt, vollamtlich für dieses Kind da zu sein. Aber das ist der einzige Moment in meinem Leben gewesen, wo ich gesagt hab: Eventuell hör' ich auf. Aber das Gute war: Es wurde nicht verlangt, nicht gebraucht und auch nicht erwartet. Und als Kinderfrau, glaub ich, wäre ich allen ohnehin sehr auf die Nerven gegangen!

"Krone": Sie sehen fantastisch aus! Was hält Sie jung?
Hörbiger: Das ist sehr charmant, danke! Ich trinke keinen Alkohol, habe vor 20 Jahren zu rauchen aufgehört, mein Hund ist auch ein Jungbrunnen, denn wir ziehen jeden Tag bereits um 6, halb 7 unsere Runden, und das alle 2, 3 Stunden. Und dieses "gehen müssen" und die frische Luft machen enorm viel aus. Dann mache ich im Sommer im Garten oder beim offenen Fenster jeden Tag zehn Minuten Gymnastik, inklusive 30 Kniebeugen. Klingt so flott, ist aber sehr mühsam – und ich steig jeden Tag auf die Waage!

"Krone": So streng sind Sie mit sich? Keine Torten oder Süßigkeiten?
Hörbiger: Doch, doch: Süßigkeiten sind meine einzige Leidenschaft, aber wenn die Waage wieder mal "böse" ist, dann wird eben auch ab 16 Uhr gar nix mehr gegessen. Leider muss man auch auf alkoholfreies Bier verzichten, was mir sehr gut schmeckt, aber es macht einfach dick. Ich pass' halt wahnsinnig auf auf's Gewicht - und (lacht) ich hab einen tollen Maskenbildner, das muss ich auch sagen!

"Krone": In der "Kleinen Lady" tragen Sie aber kaum Make- up und haben eine "mutige" Frisur.
Hörbiger: Ja, wir wollten dabei keine Kompromisse an die Jetztzeit machen. Deshalb bin ich kaum geschminkt, die Augen altmodisch nur ein bisschen betont, und die Frisur ist so etwas von schrecklich – aber eben streng historisch!

"Krone": Schauen Sie sich Ihre Filme an, wenn Sie im TV ausgestrahlt werden, und was sehen Sie selbst am liebsten?
Hörbiger:
Unbedingt! Da sitz ich Hand in Hand mit dem Gerhard Tötschinger vor dem Fernseher, weil es immer wieder ein gewisser Kitzel ist, dass man sich sagt: Hoffentlich schau'n sich das jetzt viele an. Aber wenn Sie fragen, was ich gerne sehe: "Tatort"!

"Krone": Lastet auf Ihnen der Quotendruck?
Hörbiger: Der Druck ist da, ja. Denn der nächste Film hängt natürlich davon ab, wie gut die letzte Quote war, die man gebracht hat. Wenn man Fernsehen macht, muss man wissen, dass die Quote wichtig ist.

"Krone": Haben Sie keine Angst, dass Sie zu überpräsent sind? Am 8. 12. läuft die "Wirtin zur Goldenen Krone" (14.45 Uhr, ORF 2), am 25. 12. "Annas zweite Chance".
Hörbiger: Ja, ja, man glaubt, ich mach so viel, dabei sind das alles Wiederholungen. Aber das Gefühl von Überpräsenz habe ich eigentlich nicht. Außerdem habe ich eine sehr strenge Agentin, die würde mir sofort sagen "Hopps, bremsen!" Apropos "Die Wirtin": Da hat meine Mutter einmal zu mir bei einer Wiederholung gesagt: "Gott war das ein schlechter Film!" Und ich hab nur gesagt: "Jo, Mama!" – und hab wahnsinnig lachen müssen.

"Krone": Schauen Sie Shows wie "Dancing Stars"? Wäre das was für Sie?
Hörbiger: Ja, die ersten Staffeln hab ich noch gesehen. Aber nein, um Gottes Willen, das bin einfach nicht ich!

"Krone": Wonach suchen Sie Rollen aus?
Hörbiger: Ich habe wunderbare verständnisvolle Produzenten in Wien und in Hamburg. Die denken an mich, ob das was für mich wäre, und tragen das dann an mich heran.

"Krone": Haben Sie im Laufe der Zeit Mut zu provokanten Rollen entwickelt?
Hörbiger: Ich erzähle Ihnen eine kleine Anekdote: Ich habe jahrelang "Julia, eine ungewöhnliche Frau" gespielt, und jede Folge endete damit, dass sie, die Bezirksrichterin, recht hatte. Eines Tages bekam ich ein Drehbuch angeboten, nach dem ich eine Verliererin, eine absolut böse Alte, zu spielen gehabt hätte. Und ich bekam so eine Wut, dass ich etwas spielen soll, wo ich nicht recht habe am Schluss. Daraufhin hab ich mit meiner Schwester Elisabeth Orth telefoniert, und die hat einfach nur gesagt: "Du bist aber Schauspielerin von Beruf, nicht?!" Damit war die Sache klar: Ich war damals bereits so drin in diesem Recht- Haben der Julia, dass ich den Blick auf die Realität der Schauspielerin verloren hatte. Darum ja! Je abwechslungsreicher, desto besser. Mich reizt es, dass ich eine Alte spiel oder mit einem jungen Mann ins Bett gehe, also etwas mache außerhalb dessen, was man von mir erwartet.

"Krone": Wie werden Sie Weihnachten feiern?
Hörbiger: Mit der Familie in Wien, wo, wissen wir noch nicht, und ich freue mich: Ich habe Karten für den "Nussknacker" in der Staatsoper!

08.12.2012, 09:00
Stefan Weinberger, Kronen Zeitung
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