Austropop- Legende Wilfried gestorben

17.07.2017, 08:05
Foto: Kristian Bissuti

Der in Bad Goisern geborene Musiker, Sänger, Komponist und Schauspieler Wilfried Scheutz ist am späten Sonntagabend gestorben. Der Songwriter, Schauspieler und Sänger, der bis zuletzt auf der Bühne gestanden ist und erst kürzlich sein neues Album "Gut Lack" veröffentlicht hat, erlag 67- jährig einer Krebserkrankung.

Der am 24. Juni 1950 in Bad Goisern geborene Wilfried Scheutz, war auf der Bühne meist als "Wilfried" bekannt. Mit seinem Volksmusik- Crossover - etwa "Das Kufsteinlied" oder "Woodpecker's Music" - feierte er Anfang der 1970er- Jahre große Erfolge, mit "Mary Oh Mary" schaffte er es 1973 sogar bis auf Platz 3 der Ö3- Hitparade.

Seine größten Erfolge, zu denen auch "Ziwui, Ziwui" (die rockige Neuinterpretation eines Innsbrucker Vogelfängerliedes), "Ikarus", "Country Blues", "Mir san froh (Alles leiwand)", "Neonlicht Maria", "Südwind" oder "Lauf Hase, lauf" zählen, feierte er in den 1970er- und 1980er- Jahren, Sie machten ihn auch zu einem der bekanntesten Vertreter des Austropops.


Wilfrieds musikalisches Schaffen umfasste aber zahlreiche Genres, von Blues über Rock bis zu eigenwilligen Popsongs wie "Orange" und "Highdelbeeren". Von 1978 bis Mitte 1979 war er auch Sänger der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV).

Karriereknick nach Song- Contest- Teilnahme

Einen Karriereknick erlitt Wilfried 1988, als er beim Song Contest mit "Lisa Mona Lisa" nur den letzten Platz belegte. Er nahm es zwar gelassen (die Folgesingle heißt "Danke Österreich", ein erstes Solo- Kabarett- Programm "Schrott sei Dank"), die öffentliche Schelte hatte dennoch den weitgehenden Rückzug aus den Medien zur Folge.

Wilfried als Schauspieler bei den Maria Enzersdorfer Festspielen 2008
Foto: Peter Tomschi

Auch als Schauspieler erfolgreich

Seit den 1990er- Jahren war Wilfried auch als Schauspieler erfolgreich. 1996 gründete er die A- cappella- Gruppe 4Xang. Anfang 2011 gründete er mit seinem Sohn Hanibal Scheutz die Rockband Neue Band.

Wilfried mit Sohn Hanibal
Foto: Kristian Bissuti