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05.12.2016 - 01:39
Foto: Viennareport

Allegra Versace: "Ich wollte einfach ein Niemand sein"

08.06.2011, 11:08
Jahrelang hat Allegra Versace, Tochter von Donatella Versace und Paul Beck, an Magersucht gelitten und zu ihrer schlimmsten Zeit nur noch 32 Kilo gewogen. Zum ersten Mal sprach die 25-Jährige nun in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Repubblica" über diesen dunklen Abschnitt in ihrem Leben, den sie selbst als "Zeit des Nichtvorhandenseins" bezeichnet und in dem sie am liebsten unsichtbar gewesen wäre.

Im Jahr 2007 wurde publik, dass Allegra Versace an Magersucht erkrankt ist. Der enorme Druck, Erbin des Millionenunternehmens ihres Onkels Gianni Versace zu sein, habe im Verlauf ihrer Krankheit eine große Rolle gespielt, weiß Allegra heute zu berichten. "Ich nenne die Zeit meine Periode des Nichtvorhandenseins. Ich war gefangen in anderen Gedanken und konnte mich mit der Realität nicht auseinandersetzen, da meine Augen vor allem verschlossen waren", gesteht sie ein.

Dabei hätte sie sich damals nur eines erhofft: "Ich wollte ein Niemand sein, nicht erkannt werden, nicht gejagt werden." Doch als "Versace" hätte sie der Öffentlichkeit einfach nicht entkommen können, schon gar nicht in Los Angeles, der Stadt, die sie damals dafür hasste.

Der Wunsch, ein normales Leben zu führen, verfestigte sich schließlich in der Magersucht. Bis auf 32 Kilo magerte die junge Frau in ihrer schlimmsten Zeit ab, damals war ihr Zustand lebensgefährlich. Nur die Momente, in denen sie unbeobachtet leben konnte, hätte sie so richtig genießen können, erinnert sich Allegra Versace zurück. "Ich habe Theaterwissenschaft studiert, und ich liebte es, Rollen in kleinen Independent- Filmen zu spielen, die wahrscheinlich niemand sehen wollte."

Zeit der Dunkelheit

Der Tod ihres Onkels Gianni Versace, der 1997 vor seiner Villa in Miami Beach ermordet wurde, habe sie viele Jahre lang beschäftigt, so Allegra. "Jahrelang lebte ich im Dunkel. Ich erinnerte mich an nur wenig vor diesem schrecklichen Tag, hatte sogar vergessen, wie er aussah. Irgendwann kamen die Erinnerungen wieder. Gefühle. Momente der Fröhlichkeit. Schließlich war ich frei von der Leere, die mir so eine Angst gemacht hatte."

Mit dem 18. Geburtstag erbte sie schließlich 50 Prozent des Familienunternehmens, doch erst heute scheint die mittlerweile 25- Jährige ihre Magersucht im Griff zu haben. Dennoch ist der Wunsch vergangener Tage geblieben: "Ich bevorzuge immer noch Anonymität", gibt sie im Interview zu. "Ich habe einige Zeit damit verbracht, mit einem nicht- italienischen Designer zu arbeiten, ich habe ihm geholfen, Fashionshows zu organisieren, habe ihm mit der Werbung ebenso geholfen wie mit dem kreativen Part. Aber das Schönste an dieser Arbeit ist, dass ich ein Niemand bin..."

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08.06.2011, 11:08
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