Foto: GEPA

Steuerhinterziehung: Geldstrafe für Ex- ÖOC- General

15.11.2016, 11:59

Der ehemalige Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth, ist am Dienstag am Landesgericht Korneuburg wegen Steuerhinterziehung in Höhe von fast 1,7 Millionen Euro schuldig gesprochen worden. Der 65- Jährige wurde rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 450.000 Euro verurteilt.

Der Niederösterreicher - derzeit wegen Untreue in Haft - wurde für schuldig erkannt, fast 1,7 Millionen Euro an Einkommensteuer nicht gezahlt zu haben. In der Schöffenverhandlung ging es um die nicht erfolgte Veranlagung von Geldern, die der langjährige Funktionär zwischen 2003 und 2009 von ÖOC- Konten abgehoben bzw. auf Privatkonten überwiesen hatte. Ende August 2010 hatte Jungwirth Selbstanzeige beim Finanzamt Hollabrunn Korneuburg Tulln erstattet.

Der 65- Jährige hatte sich laut Staatsanwalt mehr als drei Millionen Euro von Vereinskonten des ÖOC illegal privat zugeeignet und diese nicht versteuert. Erhalte man im Rahmen eines Dienstverhältnisses Vorteile, habe man Steuer zu bezahlen - egal aus welcher Quelle Einkünfte kommen, hatte der Vertreter der Anklagebehörde in der Schöffenverhandlung betont.

Richter Manfred Hohenecker sprach von einem "Urteil mit Augenmaß". Demnach wäre eine Strafe bis zum Zweifachen des Verkürzungsbetrages, also mehr als 3,3 Millionen Euro, möglich gewesen. Mildernd wirkte sich das Geständnis des 65- Jährigen aus. Deshalb habe man von einer primären Freiheitsstrafe abgesehen, erklärte der Richter. Anklagebehörde und Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel, somit ist das Urteil rechtskräftig.

Der Niederösterreicher sitzt derzeit in der Außenstelle Münchendorf (Bezirk Mödling) der Justizanstalt Hirtenberg in Haft. Die fünfjährige Freiheitsstrafe dauert bis 20. September 2018, laut Gericht dürfte eine vorzeitige bedingte Entlassung im Raum stehen.

Gemeinnützige Arbeit statt Ersatzfreiheitsstrafe

Jungwirth gab an, dass er auf das Existenzminimum gepfändet sei. Die Geldstrafe werde "eher nicht einbringlich sein", meinte der Richter. Er informierte den 65- Jährigen über die Möglichkeit, anstelle der Ersatzfreiheitsstrafe gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Jungwirth war von 1982 bis 2009 Generalsekretär des ÖOC. Im Juli 2013 hatte das Wiener Oberlandesgericht die 2012 vom Wiener Straflandesgericht verhängte Strafe von fünf Jahren für den ehemaligen Funktionär bestätigt, der wegen Untreue mit 3,3 Millionen Euro Schaden schuldig erkannt worden war.

15.11.2016, 11:59
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der #Netiquette# widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum