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Reichelt & Co. schlafen in Südkorea am Boden

03.02.2016, 18:17

An das Matratzenlager muss sich so mancher Rennfahrerrücken noch gewöhnen, der erste Eindruck von der neuen olympischen Abfahrtstrecke in Jeongseon ist hingegen durchaus gefällig. "Andere Länder, andere Sitten, man muss sich damit abfinden. Wir sind da zum Rennfahren, das ist der entscheidende Teil, und der ist gut vorbereitet", sagte ÖSV- Rennsportleiter Andreas Puelacher in Südkorea.

Die im Alpensia Resort in Pyeongchang untergebrachten Rennläufer benötigen 50 Minuten bis eine Stunde mit dem Shuttlebus bis zur Rennstrecke in Jeongseon, wo es keine Quartiere gibt. "Wir wussten das, haben uns darauf eingestellt. Der Tag dauert natürlich länger. Aber wenn die Pisten passen, die Sicherheitsgeschichten, die medizinischen Sachen, dann nehme ich die Stunde Fahrzeit gerne in Kauf", erklärte der noch etwas vom Jetlag geplagte Hannes Reichelt.

Klaus Kröll
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Hirscher wegen Verkühlung verspätet

"Wir wussten das im Vorfeld, und mit einer guten Einstellung ist es auch kein Problem", findet auch Puelacher den zusätzlichen Zeitaufwand nicht tragisch. Seine Mannschaft ist seit Mittwochabend (Ortszeit) vollzählig. Marcel Hirscher traf - gesundheitlich noch immer etwas angeschlagen - verspätet ein, weil er seine Verkühlung daheim auskurieren wollte.

Schlafen am Boden

Nach einem zehnstündigen Flug nach Seoul und dreistündiger Busfahrt in die Olympiaregion von 2018 ist ein Lager auf dem Boden nicht unbedingt das, was man sich für einen geruhsamen Schlaf erträumt. Das sieht auch Reichelt so. "Schlafen am Boden auf Matratzen ist schon speziell und bei meinem derzeitigen Gesundheitszustand nicht unbedingt das Beste. Ich habe nach dem Kitz- Sturz jetzt fast wieder mehr Probleme, als ich in Garmisch hatte."

Vincent Kriechmayr
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Das Knie, an dem er eine Knochenprellung erlitten hat, bereite ihm "nahezu keine Probleme". Die Hüfte dagegen, wo der erste Aufprall bei seiner "Brezn" auf der Streif passierte, schmerze und setze ihm etwas mehr zu. "Das Schlafen ist das große Thema, das haut nicht so hin, ich bin es nicht gewöhnt auf dem Boden, da tut das Kreuz weh", bemerkte auch Klaus Kröll. Romed Baumann hat sein Schlaflager erhöht: "Die erste Nacht war härter, aber wir haben eine zweite Matratze organisiert, liegen gut gefedert. Heute bin ich schon anders aufgestanden", erzählte der Tiroler.

Strecke "sehr anspruchsvoll"

Die Abfahrtstrecke indes erfreut auch Rennsportleiter Puelacher, für Donnerstag und Freitag sind die Trainings vor den Wochenendrennen angesetzt: "Sie ist technisch sehr anspruchsvoll, mit viel Gelände, vielen Übergängen, was fehlt, ist vielleicht ein richtiger Steilhang. Aber so wie sie hingebaut wurde, gefällt sie mir."

Reichelt wollte die nächsten Tage abwarten, ehe er urteilt. Mittwoch war auf Rücksichtnahme auf den Jetlag der Sportler nur freies Skifahren und Inspektion angesetzt gewesen. "Eine sehr kurvige Strecke, viele Wellen. Ob ich mich verliebe oder nicht, wird sich erst nach den Trainings oder Rennen weisen. Technisch ist sie anspruchsvoll, was mir liegen müsste. Der erste Eindruck ist positiv, es wird sicher sehr interessant. Aber man muss auch schnell sein, dann kann man euphorisch sein."

Der Franzose Guillermo Fayed
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Ausdrücklich lobte Reichelt die Pistenpräparierung. "Top beinander." Das findet auch Baumann. "Die Präparierung passt, eine homogene Auflage und von oben bis unten gleich. Das ist eine der besten Pisten heuer." Mit einer klassischen Abfahrt wie Kitzbühel, Wengen oder Garmisch könne man die Strecke aber nicht vergleichen. "Es ist eine ganz nette Strecke ins Gelände gebaut, sehr viele Übergänge, schöne Sprünge."

Kröll: "Alles da außer einem Gleitstück"

Kröll "taugt" die Abfahrt. "Es ist sehr viel Gelände drinnen, drei richtig große Sprünge, eine Schrägfahrt, alles da, was man braucht, außer einem Gleitstück. Sie ist schon auf der technischen Seite, aber ganz schön", meinte der Steirer. Ernährungstechnisch geht er übrigens auf Nummer sicher. "Ich experimentiere nicht mit asiatischem Essen. Ich halte mich an dem, was ich kenne, das hat bis jetzt gepasst."

Auch wenn es etwas anders sei als sonst im Skiweltcup, sprach Puelacher von einer guten Organisation. "Ich sehe hier nichts Negatives." Denn es sei einfach sehr wichtig, vor den Olympischen Spielen die Strecken kennenzulernen und das Umfeld zu sehen. "Wie wichtig das ist, haben wir in Sotschi gesehen. Da war ja auch der Mayer Matthias mit dabei", erinnerte Puelacher, dass der Kärntner dann Abfahrts- Olympiasieger wurde. In Jeongseon fehlt Mayer heuer freilich verletzungsbedingt, wie nicht wenige seiner arrivierten Speedkollegen auch.

03.02.2016, 18:17
AG/red
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