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Randale in Lille: Keine Bestrafung der UEFA

16.06.2016, 11:54

Nach den Ausschreitungen englischer Fans in Lille (siehe Video oben) wird es keine Bestrafung durch die Europäische Fußball- Union geben. Die UEFA "bedauere" die Auseinandersetzungen, die Polizei habe die Ordnung aber schnell wieder hergestellt und die Situation unter Kontrolle gehabt. Rund um die Partie Russland gegen Slowakei waren am Mittwoch insgesamt 36 Fans festgenommen und 50 Personen leicht verletzt worden.

16 von ihnen mussten in Krankenhäusern stationär behandelt werden, teilte die Präfektur des Departements Nord in der Nacht auf Donnerstag mit. Ob und wie viele Festnahmen und Verletzungen mit den Ausschreitungen vorwiegend englischer Fans in Zusammenhang stehen, sagte die Behörde nicht - die Bilanz bezog sich auf den gesamten Mittwoch.

Die Polizei war gleich mehrmals mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Fans vorgegangen. Diese waren vor dem zweiten EM- Gruppenspiel Englands gegen Wales am Donnerstag (15.00 Uhr) im nur 40 Kilometer entfernten Lens in die Stadt gekommen. Erst gegen 1 Uhr früh kehrte auf den Straßen weitgehend Ruhe ein. Englische Fans beklagten danach, dass die Polizei überreagiert habe. Diese setzte auch Hunde gegen die Anhänger ein.

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Die UEFA musste entscheiden, ob die Vorkommnisse am Mittwochabend als so gravierend eingestuft werden, dass das Exekutivkomitee oder das Dringlichkeitskomitee zusammenkommt und über Maßnahmen entscheidet. Dies war am Sonntag nach den Krawallen in Marseille mit russischen und englischen Fans geschehen.

Die Disziplinarkommission der UEFA ist für die Ereignisse in Lille nicht zuständig, da sie sich nicht im EM- Stadion, sondern in der Stadt abspielten. Das Gremium hatte am Dienstag Russland wegen der Fangewalt im Stade Velodrome von Marseille nur auf Bewährung im Turnier belassen und bei weiteren Krawallen in einer Arena den EM- Rauswurf angedroht.

323 Festnahmen seit Beginn des Turniers

Seit Beginn der Europameisterschaft hat die französische Polizei 323 Menschen vorläufig festgenommen. Dabei ging es vor allem um Gewalttaten, Diebstahl oder Sachbeschädigung, teilte das Innenministerium in Paris am Donnerstag mit. 196 von ihnen seien für längere Zeit in Polizeigewahrsam genommen worden.

Elf Täter wurden den Angaben zufolge bereits verurteilt: drei von ihnen zu Bewährungsstrafen, acht - darunter ein Österreicher - müssen laut noch nicht rechtskräftigen Urteilen ins Gefängnis. Gegen 24 Fans ordneten die Behörden eine Ausweisung aus Frankreich an. Nach früheren Angaben der zuständigen Stellen in Marseille und Lille handelt es sich um 23 Russen und einen Ukrainer.

16.06.2016, 11:54
AG/red
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