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Melbourne- Training für Vettel "verschwendete Zeit"

18.03.2016, 11:36

Nicht viel los auf der Strecke, dafür heiße Regel- Diskussionen sowie Kartellvorwürfe hinter den Kulissen plus grünes Licht für "Halo". Die Formel 1 hat am Freitag im verregneten Melbourne mit wenig Action aber viel Gesprächsstoff losgelegt. Während Weltmeister Lewis Hamilton in beiden Trainings Bestzeit fuhr und Nico Rosberg einen Unfall hatte, sprach Sebastian Vettel von "verschwendeter Zeit".

"Es gab nicht viele Erkenntnisse", sagte der deutsche Ferrari- Pilot, nachdem er in insgesamt drei Trainings- Stunden gerade mal 15 Runden in seiner neuen "Margarethe" absolviert hatte. Wie angekündigt war in der Nacht ein Unwetter über Melbourne gekommen, bei starkem Wind und wechselhaftem Regen blieben dann die Autos der elf Teams die meiste Zeit in der Garage.

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Unfall von Rosberg: "Mein Fehler"

Die vorgeschriebenen Trockenreifen mussten zurückgegeben werden, ohne überhaupt angefahren worden zu sein. Während sich Dreifach- Champion Hamilton wenigstens über seine Bestzeiten freuen durfte, kam Rosberg in Session zwei zu Fuß zurück an die Box, nachdem er den Frontflügel seines Silberpfeils bei einem Ausritt gecrasht hatte. "Mein Fehler", entschuldigte sich der deutsche Vizeweltmeister.

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"Bei diesen Bedingungen erwischt es dich auf den Straßenmarkierungen schnell mal", zeigte Vettel Verständnis. Zum Training insgesamt meinte er: "Das einzige, was wir heute gesehen haben, war, dass das Auto läuft. Der Rest war ein bisschen verschwendete Zeit."

Das soll sich schon am Samstag ändern. Nur eine Stunde haben die Teams dann freilich noch, um sich im dritten Training bereit zu machen für das Rennen bzw. die erste K.o- Qualifikation der Formel- 1-Geschichte. Diese wird mit viel Neugier aber auch Skepsis erwartet, denn vor allem das finale "Shoot- out" könnte komplett ins Wasser fallen, lautet die Befürchtung der Kritiker.

Kritik am "Funkverbot"

Das neue Ausscheidungsverfahren, bei dem es in allen drei Teilen nach einer Einlaufzeit von 7, 6 bzw. 5 Minuten jeweils im K.o- System weitergeht, ist nur eines von drei Dingen, die man 2016 in der Formel 1 geändert hat. Dazu kommen eine komplexe, freie Reifenwahl sowie klare Einschränkungen beim Funk zwischen Box und Piloten.

Vor allem Letzteres, das von den Piloten nun wieder viel mehr Eigenverantwortung fordert, bedauern viele Teamchefs. "Der Funk war doch gute Unterhaltung auch für die Fernsehzuschauer", meinte etwa Christian Horner von Red Bull Racing. "Vielleicht wär es jetzt ja einfacher, den Fahrern SMS zu schicken", fügte der Engländer scherzhaft an.

Horner findet, dass die Änderungen fast zu viel des Guten sind. "Es wird eine wahre Entdeckungsreise. Ich hoffe, wir sind nicht zu weit gegangen."

Neben den Neuerungen rund um den Funk und die insgesamt 13 Trockenreifen- Sätze ist die "Königsklasse" gespannt, wie das neue Ausscheidungsverfahren um die Startplätze im Rennen verläuft. "Auf dem Papier sollte es ja einigermaßen klar sein. Wie es am Ende tatsächlich aussieht, wird man erst sehen", gab sich Vettel weiterhin vorsichtig.

Red Bull zufrieden

Bei Red Bull Racing war man mit dem Freitag gar nicht so unzufrieden. "Wenn es nass ist, sind wir absolut vorne dabei. Und generell sind wir näher an Ferrari dran", zog Motorsport- Konsulent Helmut Marko ein gutes Tages- Resümee.

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Am Samstag muss nun viel Arbeit in die nur noch einstündige Session gepackt werden, um gerüstet zu sein. Außerdem will man bei den Österreichern noch einen "Longrun" unterbringen, um den Reifenverschleiß zu testen.

Zum Qualifying meinte auch Marko: "Am Papier ist es einleuchtend." Wie beabsichtigt die Startaufstellung durcheinanderzuwirbeln, gehe aber nur, wenn etwas Unvorhergesehenes passiere. Marko: "Sonst wird Mercedes durch das neue Format fast noch mehr bevorzugt."

Grünes Licht für "Halo"

Während 2016 viele Neuigkeiten eingeführt wurden, steht die nächste für 2017 nun praktisch fest. Das zuletzt von Ferrari getestete Cockpit- Schutzsystem "Halo" werde vorbehaltlich einer Sicherheitsabnahme kommen, erklärte FIA- Technikchef Charlie Whiting in Melbourne. Red Bull entwickelt parallel dazu ebenfalls ein Schutzsystem für den Kopf der Fahrer, dieses wird aber offenbar nicht präferiert.

18.03.2016, 11:36
AG/red
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