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Lagerbäck "war für Österreich nicht gut genug"

29.03.2016, 08:00

Vor dem Test am Dienstag in Griechenland sprach Lars Lagerbäck, der Teamchef von unserem EURO- Gegner Island, mit der "Krone" über Sprachprobleme, sein Erfolgsgeheimnis, Mentalität und Alaba.

"Krone": Sie haben Schweden fünfmal zu großen Turnieren geführt, jetzt ist erstmals Island dabei - wie hoch ist Ihr Anteil an dieser Sensation?
Lars Lagerbäck: "Schwer zu sagen. Je besser die Spieler, desto unwichtiger ist der Trainer. Vielleicht waren es noch 15 bis 20 Prozent. Ich habe meine internationale Erfahrung eingebracht, Kleinigkeiten im Umfeld geändert. Island erntet, was in den letzten Jahren mit toller Nachwuchsarbeit gesät wurde."

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"Krone": Die isländische Mentalität gilt als Erfolgsfaktor - was zeichnet Isländer aus?
Lagerbäck: "Jeder wächst individuell auf. Niemand verlässt sich auf den anderen, man fragt nicht um Hilfe, sondern löst sein Problem mit harter Arbeit selbst. Aber auf dem Platz sind alle Teamplayer."

"Krone": Hat sich mit der EM- Qualifikation die Erwartungshaltung auf der Vulkaninsel dadurch verändert?
Lagerbäck (lacht): Da ich nicht lesen kann, was die isländischen Zeitungen schreiben, kann ich das nicht beurteilen. Aber wenn wir glauben, besser zu sein, als wir sind, bekommen wir Probleme."

"Krone": Ist es ein Problem, dass Sie nicht isländisch sprechen?
Lagerbäck: Nicht beim Fußball, nicht auf dem Platz, da reicht Englisch. Aber im zwischenmenschlichen Bereich, wenn es darum geht, die Spieler besser kennenzulernen.

"Krone": Sehen Sie Island bei der EURO weiter als Underdog - und was trauen Sie Ihrer Truppe in der Gruppe F zu?
Lagerbäck: Ich traue uns alles zu. Portugal ist der Favorit, danach kommt ganz klar Österreich. Aber alles nur auf dem Papier. Wir haben eine echte Chance aufzusteigen.

"Krone": Warum sind Ihre Verhandlungen 2011 mit dem ÖFB gescheitert?
Lagerbäck (lacht) Für Österreich war ich anscheinend nicht gut genug. Aber es gab damals ja auch nur ein Gespräch.

"Krone": Vor welchem österreichischen Spieler werden Sie Ihr Team besonders warnen?
Lagerbäck: Ich spreche nie, auch nicht bei meinem Team, über Schlüsselspieler. Außer bei Ronaldo vielleicht, gegen ihn muss man sich etwas überlegen. Aber ihr habt ja keinen Ronaldo, niemanden, der so speziell ist. Alle sind gut. Alaba ist einer der besten Spieler der Welt. Ihn darf man nicht das Spiel dominieren lassen.

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"Krone": Gibt es einen Ihrer Spieler, den Sie hervorheben würden?
Lagerbäck: Ungern. Gylfi Sigurdsson ist ähnlich wie Alaba, er läuft 90 Minuten. Jeder spricht über seine offensiven Qualitäten, aber er verteidigt auch perfekt. Er wäre für uns schwer zu ersetzen. Aber wir haben auf jeder Position Rückendeckung. Wir werden bereit sein. Meine Spieler sind mit so viel Stolz dabei, sie werden sich zerreißen.

29.03.2016, 08:00
Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung
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