Es bleibt abzuwarten, inwiefern die jüngsten Terror-Anschläge die Planungen der EM beeinflussen.
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Droht der Fußball- EM jetzt sogar die Absage?

22.03.2016, 16:55

Nach den Anschlägen in Brüssel am Dienstag nehmen auch die Sorgen der Fußball- Fans dramatisch zu. Am 10. Juni soll bekanntlich in Frankreich die Europameisterschaft beginnen - und die Angst vor neuen Terroranschlägen während des Großereignisses ist groß. Die Erinnerungen an die November- Selbstmordattentate vor dem Pariser Stade de France, dem Finalstadion der EM, sind noch sehr präsent. Viele fragen sich daher zu Recht: Ist die EM bei dieser unsicheren Lage in Europa überhaupt durchführbar?

"Die Sicherheit ist unser höchstes Gebot", betonte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve am Dienstag, "aber auch 100 Prozent Vorsorge bedeuten nie null Prozent Risiko." Weder in den zehn bespielten Stadien noch in den Fan- Zonen, wie etwa das Pariser "Champ de Mars" für 100.000 Fans. Für Cazeneuve sei daher klar: "Wir können die Sicherheit nicht ständig erhöhen, sie ist seit den Anschlägen in Paris bereits auf einem sehr hohen Niveau."

Für die Sicherheit in den Fan- Zonen und Stadtzentren sind für das Turnier Kosten von rund 17 Millionen Euro veranschlagt. Der Staat wird die Gesamtkosten zu 80 Prozent übernehmen. Die UEFA wird für die Stadionsicherheit, jene in den Teamcamps und offiziellen Hotels rund 10.000 private Sicherheitskräfte anstellen. Das sind um sieben Prozent mehr, als vor den Pariser Anschlägen im November geplant waren.

Dazu wird es verstärkte Kontrollen und spezielle Videoüberwachungen geben. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. So wurde erst vergangene Woche in Nimes ein Anschlag auf eine Fan- Zone samt Evakuierung der Menschen simuliert.

Szenerie nach dem Selbstmordanschlag nahe dem Pariser Stade de France im vergangenen November
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Das Pariser Stade de France
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Grenzkontrollen während der EM angedacht

Mittlerweile wird sogar an Grenzkontrollen im Zeitraum der EM gedacht. "Denn der Grad des Terror- Risikos ist gestiegen", weiß Jacques Lambert, Präsident des Organisationskomitees, "der Terror ist kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein mögliches." Für Sicherheitschef Ziad Khoury steht jedenfalls fest: "Unsere technische Ausrüstung wird ausreichend sein. Vor allem, was die Entdeckung von Sprengstoff angeht." Das funktionierte auch im November - allerdings erst beim letzten Stadion- Security, der den Attentätern den Zutritt verweigerte.

EM: 2,5 Mio. Fans in den Stadien, 7 Mio. in den Fan- Zonen

Rund 2,5 Millionen Zuschauer werden während des Turniers in den Stadien erwartet, sieben Millionen sollen in die Fan- Zonen kommen. "Das ist ein außergewöhnliches Jahr", meinte Frankreichs Sportminister Patrick Kanner am Dienstag. "Das Image von Frankreich steht auf dem Spiel, unsere Fähigkeit, Veranstaltungen dieser Größe mit Ernsthaftigkeit, Besonnenheit und Entschlossenheit zu organisieren."

Nach den Terroranschlägen in Brüssel wurde übrigens das öffentliche Training des belgischen Nationalteams sofort abgesagt.

Das Testspiel der Nationalmannschaft gegen Österreichs EM- Gruppengegner Portugal am kommenden Dienstag ist fraglich. Der portugiesische Fußballverband hat sich nach den Terror- Attacken mit den belgischen und internationalen Behörden in Verbindung gesetzt. Nächsten Dienstag ist auch Frankreich im Einsatz, die "Bleus" treten erstmals seit den Pariser Anschlägen wieder im Stade de France an.

22.03.2016, 16:55
C. Mayerhofer, Kronen Zeitung/fho, krone.at
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