Sebastian Coe (links) mit "Krone"-Redakteur Olaf Brockmann
Foto: Franco Fava

Coe: "Dürfen uns nicht in die Ecke boxen lassen"

15.06.2016, 10:23

High Noon in Wien! IAAF- Präsident Seb Coe vor der Entscheidung, ob Russlands Leichtathleten in Rio starten dürfen oder nicht, im "Krone"- Interview!

Am Freitag entscheidet das IAAF- Council im Grand Hotel, ob die wegen des Doping- Skandals verhängte Suspendierung der Russen vor Rio noch aufgehoben wird oder nicht. IAAF- Präsident Seb Coe erklärt, warum die EURO die Tagung des Councils  nach Wien brachte und bekannte:  "Es wird eine lange Reise, bis wir das Vertrauen in die Leichtathletik wiederhergestellt haben." Aber er ist sicher: "Unser Sport ist stark!"

"Krone": Was ist der Hauptgrund, dass ihr Wien für das Council- Meeting ausgesucht habt?
Sebastian Coe: Wir haben uns nach möglichen Orten umgeschaut, Wien ist eine zentral  gelegene Stadt und war eine gute Location für uns.

"Krone": Eigentlich lag nahe, dass das Council in Monte Carlo, dem IAAF- Sitz, stattfindet …
Coe: Monte Carlo war wegen der EURO und  des Platzes in den Hotels ein Problem.

"Krone": Gibt es für das Council bei der Entscheidung nur ein Ja oder ein Nein - oder vielleicht auch einen dritten Weg?
Coe: Ich werde nichts vorher kommentieren. Ich bat Rune Andersen, vollkommen unabhängig  der Task Force vorzustehen. Wir haben Kriterien, wonach die Russen zurückkommen können. Die Task Force sagte, in einigen Gebieten habe es Fortschritte gegeben, hatte uns aber für die Entscheidung um mehr Zeit gebeten. Dem stimmte das Council zu.

IAAF-Präsident Sebastian Coe
Foto: GEPA

"Krone": Die letzte Chance wäre der 11. Juli, der offizielle Qualifikations- Schluss für Rio.
Coe: Die Russen müssten aber auch die  theoretische Chance haben, bei der EM im Juli starten zu können.

"Krone": Jedes Votum in Wien kann eine Verlierer- Position sein. Je nachdem gibt es die Meinung: Die Russen kommen zu früh zurück, oder alle sind unfairerweise verbannt!
Coe: Es ist ja nicht meine Entscheidung, sondern die des  Councils.

"Krone": Manche fordern, dass Julia Stepanowa, die als Aufdeckerin  den Skandal ins Rollen gebracht hatte, unter IOC- Flagge in Rio starten soll …
Coe: Nochmals, wir müssen den Report der Task Force abwarten, auch ob dies etwa rechtlich möglich ist.

"Krone": Habt ihr vom IOC vor der Entscheidung in Wien irgendeinen Druck bekommen?
Coe: Nein! Wir sind Teil der olympischen Familie,  jeder will eine konstruktive Rolle spielen, aber wir hatten keinen Druck von außen.

"Krone": Du sagst immer, es wird eine lange Reise sein, bis das Vertrauen in die Leichtathletik wiederhergestellt ist. Wie lang kann diese dauern?
Coe: Ich habe keine Ahnung, ich weiß nur, dass wir Änderungen machen müssen, wir müssen die Reform beginnen.  Seit meiner Wahl im Vorjahr kommen wir jedes Wochenende mit  Arbeitsgruppen zusammen.

"Krone": Bei der Hallen- WM,  der Halbmarathon- WM und bei den Diamond League Meetings rückte heuer der Sport vor dem Dopingthema wieder in den Mittelpunkt
Coe: Genau! Wir lassen uns nicht in eine Ecke boxen. Unser Sport ist stark. Wir wissen, wie wir das Vertrauen wiedererlangen können.

"Krone: Was ist das größte Ziel bei den Veränderungen, das du vor Ende deiner ersten Präsidentschaft erreichen willst?
Coe: Vergiss für einen Moment die Innovation. Was ist das Wichtigste? Der saubere Athlet! Ich will die Athleten  wissen lassen, dass wir alles für sie tun. Das sind nicht nur warme Worte. Sie müssen glauben und wissen, dass sie mit  mir einen Präsidenten haben, der für einen sauberen Sport steht. Die Medien, die Öffentlichkeit sind wichtig, aber das Wichtigste sind die sauberen Athleten. Und wir wollen, dass die Leute zu uns ins Stadion kommen. Sie müssen wissen, dass sie elektrisiert und  unterhalten werden, dass es ihnen Spaß macht zuzuschauen.  Wir müssen Langeweile verhindern.

15.06.2016, 10:23
Olaf Brockmann, Kronen Zeitung
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