Foto: AP

Briten wehren sich gegen "Blumenverbot" der FIFA

04.11.2016, 10:00

Wenn es um den Klatschmohn geht, verstehen die Briten keinen Spaß. "Poppy" nennen die Engländer die kleine rote Blüte, die sie - ans Revers von Jacken und Pullovern geheftet - gerade stolz durch die Straßen Großbritanniens tragen. In den Tagen um den "Remembrance Day" am 11. November erinnert der Klatschmohn an den Tag des Waffenstillstandes im Ersten Weltkrieg.

Er ist ein Symbol der Solidarität mit Soldaten im Kriegseinsatz und mit Gefallenen. Die Bedeutung dieser Tradition für die Menschen in Großbritannien zeigt sich gerade sehr deutlich auf dem Fußballfeld. Seit der Weltverband FIFA den Nationalmannschaften Englands und Schottlands verboten hat, am 11. November beim Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft das Klatschmohn- Symbol auf ihren Armbinden zu tragen, geht eine Protestwelle durch die Nation.

Die Klatschmohn- Debatte schaffte es auf Anhieb ins Parlament. Als "absolut empörend" bezeichnete die britische Premierministerin Theresa May bei einer Sitzung am Mittwoch das Verbot der "Poppies" und erntete Applaus. "Unsere Fußballspieler wollen diejenigen würdigen, die ihre Leben für unsere Sicherheit opferten", sagte sie. Bevor die FIFA sage, was sie tun sollen, sollte sie "ihr eigenes Haus in Ordnung bringen", schoss May gegen den Verband.

Der Weltfußballverband hatte die "Poppies" verboten, weil er politische und religiöse Statements auf dem Feld grundsätzlich nicht erlaubt. FIFA- Generalsekretärin Fatma Samoura sagte der BBC, bei einem Verstoß könne "jegliche Form von Sanktionen" folgen, zum Beispiel ein Punktabzug in der WM- Qualifikation.

"Eine Sache des Prinzips"

Dieses Risiko würde Martin Glenn, Chef des englischen Fußballverbandes FA, eingehen. Für ihn sei es "eine Sache des Prinzips", dass die Spieler beider Mannschaften Armbänder mit den Klatschmohnblüten trugen. Es sei kein politisches Symbol, die FIFA missinterpretiere das, sagte Glenn und äußerte sich zuversichtlich, "dass es zu keiner drakonischen Strafe kommt". Auch der Chef des schottischen Fußballverbandes Stuart Regan sieht das Tragen der roten Blüte als "passende Form der Anerkennung", wie er der BBC mitteilte.

Ungeachtet des FIFA- Verbots wollen sowohl die englische als auch die schottische Fußballmannschaft am 11. November mit der Klatschmohnblüte in das Spiel gehen. Die britische Kulturministerin Karen Bradley sagte, das Parlament "stehe voll dahinter". Und das gilt offenbar auch für die Bevölkerung. Der ehemalige Luftwaffenpilot und Kriegsgefangene John Nichol hat eine Onlinepetition gestartet. Mehr als 230.000 Menschen haben bereits unterschrieben.

04.11.2016, 10:00
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der #Netiquette# widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum