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"Sehr müder" Rafael Nadal wankt, fällt aber nicht

21.01.2015, 14:04
Der unbekannte US-Qualifikant Tim Smyczek hatte am dritten Tag der Australian Open in Melbourne die Sensation auf dem Schläger, doch Rafael Nadal drehte das Match noch. Der als Nummer 3 gesetzte Spanier verwandelte gegen den Weltranglisten-112. einen 1:2-Satzrückstand nach 4:12 Stunden noch in einen 6:2-3:6-6:7(2)-6:3-7:5-Sieg. Sein nächster Gegner: Dudi Sela (ISR).
Nadal , der Anfang des dritten Satzes auch ein Medikament wegen eines angeschlagenen Magens erhielt, war nach dem Erfolg erleichtert. "Es war eine harte Nacht für mich", gestand Nadal, der sich bei seinem Gegner auch für eine sportliche Geste bedankte. "Der ist ein Gentleman. Das machen nicht viele Leute bei 6:5 im fünften Satz", bezog sich Nadal auf einen lauten Zwischenruf eines Zuschauers bei Nadals erstem Aufschlag, den zwar nicht der Schiedsrichter, aber Smyzcek wiederholen ließ.

Nadal "sehr müde"

Alles in allem zeigte sich aber, dass Nadal noch nicht der Alte ist nach seiner langen Verletzungsauszeit. "Ich habe mich das ganze Match sehr müde gefühlt, schon nach dem ersten Satz", war Nadal offen. Da habe er "so etwas wie Krämpfe an unterschiedlichen Stellen gehabt", was freilich sehr ungewöhnlich für den sonst topfitten Nadal ist. "Ich habe lange keine Matches gehabt, es war auch sehr schwül hier. Das ist ein normaler Prozess nach so einer langen Pause." Durchaus möglich ist aber auch, dass sich Nadal einen grassierenden Magen- Darm- Virus eingefangen hat.

Smyczek wollte seine eigene Leistung nicht überbewerten: "Das war sein C- oder D- Spiel und er hat einen Weg gefunden, trotzdem zu gewinnen. Hut ab, deshalb ist er einer der Besten."

Auch Scharapowa und Federer mit Mühe

Auch für Maria Scharapowa und Roger Federer  ist der zweite Arbeitstag um einiges schwieriger verlaufen als erwartet. Vor allem Scharapowa musste bei erstmals sommerlichen Temperaturen von 32 Grad kühlen Kopf bewahren. Die fünffache Grand- Slam- Siegerin brauste über ihre russische Landsfrau, Qualifikantin Alexandra Panowa, zwar im ersten Satz mit 6:1 hinweg, doch Panowa kam stark zurück. Die 25- Jährige, die mit dem Erstrundenerfolg über Sorana Cirstea (ROM) ihren ersten Sieg im Hauptfeld eines Majors gefeiert hatte, holte sich Satz zwei 6:4 und ging mit 5:2 und zwei Breaks in Führung.

Panowa servierte gleich zweimal auf das Match und fand bei 5:4 sogar zwei Matchbälle vor. Doch Scharapowa drehte das Spiel noch und holte sich nach 2:32 Stunden Satz drei noch mit 7:5. "Ich bin einfach glücklich, dass ich durch bin", sagte Scharapowa noch auf dem Platz. "Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt." Das belegen auch die Zahlen: sechs Doppelfehler und vor allem 51 unerzwungene Fehler. "Meine Gedanken während des Matches waren zu negativ. Ich habe mich zu sehr über Fehler geärgert und war nicht wirklich im Moment, dabei bin ich darin normalerweise gut", konstatierte die Titelanwärterin später.

Federer von Tarantel gestochen?

Auch Federer hatte einen ungewöhnlichen Auftritt. Er verlor den ersten Satz gegen den Italiener Simone Bolelli mit 3:6, ehe er wie von der Tarantel gestochen mit 6:3, 6:2, 6:2 noch sicher siegte. Und Federer wusste auch noch eine Stunde danach nicht, ob ihn nicht tatsächlich etwas gestochen hatte. Der Weltranglisten- Zweite hatte nach dem ersten Satz den Physiotherapeuten auf den Platz kommen lassen und ließ seine rechten Finger prüfen.

"Ich weiß nicht, was es ist. Es ist eine ganz komische Sache. Ich fühle es an der Spitze meines Fingers. Es fühlt sich taub und geschwollen an", erklärte Federer. Blase sei es keine und Federer vermutete, dass er vielleicht von einer Biene gestochen worden sei. Nach drei oder vier Games im ersten Satz sei das Gefühl wieder verschwunden und erst nach dem Match wiedergekehrt.

Sportlich wie immer merkte Federer aber an, dass sein Gegner sehr gut gespielt habe. "Ich bin froh, dass ich noch im Turnier bin, weil für eine Weile habe ich nicht zu gut ausgesehen, weil Bolelli sehr gut gespielt hat." In den drei letzten Sätzen war Federer aber überzeugend. Kurz aus der Contenance brachte den Eidgenossen in erwähnter Pause nach dem ersten Satz ein zu nah gekommener Kameramann, der dem Mysterium des Fingers unbedingt auf die Schliche kommen wollte. "Musst du so nah rankommen?", fauchte Federer den Kameramann an.

21.01.2015, 14:04
AG/red
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