Foto: ORF THEMA

Kira Grünberg: "Ich will Mut machen"

14.09.2015, 21:56

Ganz Österreich staunt darüber, wie Kira Grünberg mit ihrem Schicksal umgeht. Seit einem Trainingsunfall beim Stabhochspringen ist die Tirolerin vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Am Montagabend zeigte der ORF in der Sendung "Thema" einen bewegenden Beitrag über Kira. Darin rekapituliert sie gegenüber ORF- Interviewer Christoph Feurstein noch einmal den Unfall, für den sie – das ist ihr sehr wichtig – die Verantwortung übernimmt: "Für mich persönlich macht es das leichter, weil für mich wäre das ganz schwer, wenn wer anderer schuld wäre." Dazu passt, dass sie weiter ein Vorbild sein will: "Es ist mir wichtig, dass ich anderen mit dem gleichen Schicksal Mut mache."

Bei den neuen Herausforderungen hilft der 22- Jährigen, dass sie Sportlerin war: "Jeder Tag ist hartes Training. Da hilft schon, wenn man das von früher gewöhnt ist." Sie macht im Rehazentrum in Bad Häring stetig Fortschritte. "Es kommt jetzt langsam das Gefühl in den Händen wieder, und ich merke, wenn mich jemand angreift. Das ist echt schön. Ich habe gelernt, das Leben mehr zu schätzen, weil es natürlich auch hätte anders ausgehen können."

"Es war gar keine Stresssituation"

"Es", das ist der tragische Trainingsunfall vom Juli – und an den erinnert sich Kira noch allzu gut. "Ich hab‘ im Anlauf zu wenig Schwung auf den Stab übertragen und dadurch hab‘ ich es nicht geschafft, auf der Matte zu landen." Stattdessen ist sie in den Einstichkasten abgestürzt, da wo der Stab einsticht. "Es war gar keine Stresssituation und es war einer von den ersten Sprüngen", so Kira.

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"Ich glaub', ich bin jetzt querschnittsgelähmt"

Die laut Vater Frithjof unmittelbar nach dem Unfall bemerkenswerte Ruhe gezeigt hat. "Wir (er und Mutter Karin, Anm.) haben es eigentlich nicht so schnell realisiert. Kira hat gleich gesagt: 'Mama, ruf' den Notarzt an und Papa, du beweg' mich nicht. Ich glaub', ich bin jetzt querschnittsgelähmt.'" Dass es im Stabhochsprung bereits Todesopfer gegeben hatte, das ist Kira auch vor ihrem Unfall bewusst gewesen, aber "selber hab ich's jetzt nicht so gefährlich empfunden. Überhaupt nicht."

"Die Eltern wissen, was ein Kind braucht"

Bei vielem, etwa beim Essen, unterstützen sie ihre Eltern Karin und Frithjof. "Die Eltern wissen dann, was ein Kind braucht", so Kira. "Ob man jetzt ein Baby füttert oder ein älteres Kind, das ist dann eh fast das Gleiche." Mutter Karin bestätigt das gegenüber ORF- Mann Feurstein: "Es sind Kleinigkeiten, aber wir sind einfach die Hände von Kira. Und wir hoffen sehr stark, dass sich das noch verbessert und sie ihre Hände selbst bewegen kann."

14.09.2015, 21:56
Kronen Zeitung/red
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