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Jakob Pöltl entscheidet sich für die NBA

13.04.2016, 19:21

Jakob Pöltl wagt den Sprung in die NBA. Österreichs größte Basketball- Hoffnung wird sich wie erwartet für den Draft der nordamerikanischen Profiliga am 23. Juni in New York anmelden. Das bestätigte der 20- jährige Wiener am Mittwoch in einer Pressekonferenz seines College- Teams Utah Utes in Salt Lake City.

"Ich möchte in die NBA gehen", sagte Pöltl. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich mich in Utah sehr wohl gefühlt habe, aber ich möchte den nächsten Schritt in meiner Basketball- Karriere angehen, fühle mich dazu bereit und freue mich auf alles was kommt.

Pöltl werden für das Auswahlverfahren der NBA- Teams Chancen auf einen Platz unter den ersten zehn eingeräumt. Der 2,13 Meter große Center dürfte damit aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr als erster Österreicher in der stärksten Basketball- Liga der Welt debütieren.

"Tolle Jahre in Utah"

"Ich hatte in Utah zwei absolut tolle Jahre, es war eine fantastische Reise und ich kann mich nur bei den Verantwortlichen, Mitspielern und natürlich den Fans sehr herzlich für alles bedanken", betont Pöltl.

Sein Team erfährt er am 23. Juni in New York. Beim Draft haben die Spieler selbst kein Mitspracherecht mehr. "Aber ich hoffe, dass ich zu einem Team komme, das zu mir passt, bei dem ich spielen kann und das mich braucht, das einen Center braucht."

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Nach zwei starken College- Jahren werden Pöltl im Auswahlverfahren gute Chancen auf einen Platz unter den ersten zehn eingeräumt. Damit würde der Österreicher nicht nur für drei Saisonen jeweils mehr als zwei Millionen Dollar verdienen, sondern auch von Beginn an mit Spielzeit rechnen dürfen.

Zumindest ein Platz in der "Lottery", den Wahlmöglichkeiten der 14 Teams, die das Play- off verpasst haben, scheint derzeit so gut wie sicher. Seine mögliche Draft- Position, nach der sich auch das Gehalt richtet, ist für Pöltl vorerst aber nebensächlich. "Das ist nichts, worauf ich meinen Fokus habe. Ich versuche, mich auf das nächste Kapitel zu konzentrieren", erklärte der 2,13- Meter- Mann.

Suche nach einem Agenten

Dieses beginnt in den kommenden Tagen mit der Verpflichtung eines Agenten. Bisher habe er noch bei keiner Agentur unterschrieben, betonte Pöltl am Mittwoch vor Journalisten. Mit seinem Berater werde er dann nicht nur die Draft- Chancen, sondern auch das Vorbereitungsprogramm ausloten. Die für den Draft angemeldeten Spieler dürfen bei ausgewählten Teams vorspielen und auch bei einem Leistungstest ihr Können zeigen.

"Ich werde an meinem Spiel arbeiten. Ich werde in nächster Zeit viel Zeit im Kraftraum und in der Halle verbringen", meinte Pöltl. Er will auf das Profi- Geschäft vorbereitet sein. "Es wird hart in der NBA", weiß der Wiener. "Es ist jetzt mein Job. 99,9 Prozent meines Tages werden mit Basketball zu tun haben. Es wird etwas anders als auf dem College, aber andere vor mir haben das auch schon geschafft. Daher glaube ich, dass ich es auch schaffe."

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Bereits im vergangenen Jahr hatte Pöltl die Möglichkeit, in die NBA zu wechseln. Trotz guter Chancen, in der ersten Runde des Drafts gezogen zu werden, entschied sich die ÖBV- Hoffnung aber für ein zweites Jahr bei den Utah Utes. "Ich bereue gar nichts", betonte Pöltl. "Es war eine unglaubliche Reise, ich habe es wirklich genossen."

Daher sei ihm die Entscheidung auch besonders schwer gefallen. "Ich wäre gerne noch zwei weitere Jahre geblieben, aber ich glaube, dass es das Beste ist für mich und meine Basketball- Karriere, dass ich mich jetzt in der NBA versuche", meinte Pöltl. Der Entschluss sei bereits mit Ende der College- Saison festgestanden. Pöltl wollte ihn aber noch mit seinen Trainern, seiner Familie und Freunden besprechen. In den vergangenen Tagen befand sich dazu auch seine Mutter in Salt Lake City.

"Am Ende des Tages war es eine logische Entscheidung", sagte Pöltl. Sofern er gesund bleibt, wird er Ende Oktober als erster Österreicher in der nordamerikanischen Profiliga auflaufen. 2003 war mit Aleksandar Djuric bereits ein heimischer Spieler für den Draft angemeldet. Der Center des damaligen Serienmeisters Kapfenberg Bulls zog seinen Antrag aber einen Tag vor dem Auswahlverfahren mangels Erfolgsaussichten zurück und wechselte zu Roter Stern Belgrad.

Meilenstein für den österreichischen Basketball

Bei Pöltl sind die Chancen ungleich höher. Das NBA- Debüt wäre ein Meilenstein für den österreichischen Basketball. "Es ist ein bisschen verrückt. Ich werde das erst richtig verstehen, wenn ich das nächste Mal zu Hause bin", meinte Pöltl. Stolz macht ihn die Vorreiterrolle allemal. "Ich hoffe, dass das Basketball in Österreich einen Schub gibt, dass mehr Kinder spielen und dadurch auch das Level höher wird. Ich hoffe, dass noch viel mehr Leute aus Österreich in die NBA kommen."

13.04.2016, 19:21
AG/red
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