Der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack im Visier der Ermittler
Foto: APA/EPA/WU HONG

Dopingkampf: "Leichtathletik- Verband hat versagt"

14.01.2016, 16:11

Der Imageschaden für den Leichtathletik- Weltverband (IAAF) nimmt neue erschreckende Ausmaße an. Die Welt- Anti- Doping- Agentur (WADA) hat der IAAF ein komplettes Versagen im Kampf gegen Doping und Korruption vorgeworfen. Hauptverantwortlicher für die "Organisation und Ermöglichung der Verschwörung" sei der frühere IAAF- Präsident Lamine Diack.

Dies geht aus dem veröffentlichten neuen Bericht der unabhängigen WADA- Kommission hervor, der am Donnerstagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Unterschleißheim bei München vorgestellt wurde. Anwesend war dabei auch der im August 2015 als Nachfolger von Diack gewählte IAAF- Präsident Sebastian Coe.

Die neuen Erkenntnisse hätten den "kompletten Zusammenbruch der Führungsstrukturen und das Fehlen von Verantwortlichkeit innerhalb der IAAF" ergeben. Es habe einen "gravierenden Mangel" an politischem Willen gegeben, Russland mit "dem vollen Ausmaß seiner bekannten und befürchteten Dopingaktivitäten zu konfrontieren". Auch auf Korruption habe die Führung des Weltverbandes "unzulänglich" reagiert, wird in dem Bericht der WADA- Kommission festgestellt.

Auch Olympische Spiele betroffen

Es gebe Gründe zu der Annahme, dass hochrangige IAAF- Offizielle von Entscheidungen profitiert haben, Weltmeisterschaften an bestimmte Städte oder Länder zu vergeben. Die Korruption habe auch Olympische Spiele betroffen: Aus Mitschriften gehe hervor, dass die Türkei die Unterstützung von Lamine Diack im Bewerbungsprozess um die Olympischen Sommerspiele 2020 verloren habe.

Die Türkei sei nicht bereit gewesen, einen entsprechenden Sponsorenbetrag "von 4 bis 5 Millionen Dollar" für die Diamond League oder die IAAF zu überweisen. Japan habe diese Summe laut Gesprächsprotokoll dann gezahlt - Tokio erhielt den Zuschlag für die Sommerspiele 2020.

Der Weltverband IAAF war in Misskredit geraten, weil der frühere Präsident Diack von der französischen Justiz wegen der Vertuschung von Doping- Fällen gegen Bezahlung angeklagt wurde. Damit soll ermöglicht worden sein, dass russische Athleten trotz positiver Doping- Tests bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London und bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau an den Start gehen konnten.

14.01.2016, 16:11
AG/red
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