Uli Emanuele vor seinem letzten Sprung. Ein Wingsuit-Video (kl. Bild) machte ihn bekannt.
Foto: facebook.com/uli.emanuele, YouTube.com/GoPro

Bekannter Basejumper stürzte bei Dreh in den Tod

18.08.2016, 20:00

Im Schweizer "Mekka der Basejumper" sind innerhalb eines Tages zwei Extremsportler beim Absprung von Felswänden ums Leben gekommen. Bei einem von ihnen handelt es sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um den Südtiroler Uli Emanuele. Die Polizei bestätigte die Identität Emanueles, wie die Nachrichtenseite "stol.it" berichtete. Auch die Nachrichtenagentur Ansa berichtete von seinem Tod. Emanuele soll dabei gewesen sein, ein neues Video zu drehen.

In Lauterbrunnen hatte der 30- jährige Südtiroler im Vorjahr einen waghalsigen Flug durch ein enges Felsloch unternommen, der ihn weltberühmt machte. Auf seinem Facebook- Account hatte er Mittwochfrüh einen neuen Sprung angekündigt. "Sonnenaufgang in den Dolomiten", schrieb er um 7.39 Uhr. Ein Foto zeigt ihn mit Helm, Kameras und Wingsuit. Nun verabschieden sich Freunde und Fans auf der Facebook- Seite von ihm und drücken den Angehörigen ihr Beileid aus.

Vor gut einem Jahr machte ihn sein Video von seinem waghalsigen Flug mit einem Wingsuit durch eine wenige Meter große Öffnung in einem Felsen in Lauterbrunnen berühmt. Damals hieß es, er habe sich drei Jahre lang auf diesen Flug vorbereitet.


Brite stürzte am selben Tag in den Tod

Auch ein wahrscheinlich aus Großbritannien stammender 49- Jähriger stürzte am Mittwoch im Lauterbrunnental in den Tod, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Männer seien von verschiedenen Felsen abgesprungen und aus noch ungeklärter Ursache - unabhängig voneinander - in instabile Fluglagen geraten. Beide seien an Felswände geprallt und dann in die Tiefe gestürzt. Weshalb der Brite abstürzte, ist den Ermittlungsbehörden ebenfalls noch nicht klar. Nach den Unfällen alarmierten Zeugen umgehend die Rettungskräfte. Die Besatzungen der ausgerückten Hubschrauber konnten die beiden Männer aber nur noch tot bergen. Die Berner Kantonspolizei nahm Ermittlungen zu den Unfallhergängen auf.

Die Region um Lauterbrunnen zieht aufgrund ihrer besonders hohen und steilen Felswände Basejumper aus zahlreichen Ländern an. Weltweit sind seit Anfang der 80er- Jahre, als der Extremsport aufkam, mehr als 260 Basejumper ums Leben gekommen - mehr als 40 von ihnen im Lauterbrunnental.

Basejumping - auch als Base oder Objektspringen bezeichnet - ist das Fallschirmspringen von festen Objekten. In Lauterbrunnen ist vor allem das Abspringen mit Wingsuits populär. Die Flügelanzüge ermöglichen einen teils mehr als 60 Sekunden langen Vogel- ähnlichen Freiflug, bevor der Fallschirm geöffnet wird.

18.08.2016, 20:00
AG/red
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