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27.05.2017 - 22:20

Militär marschiert in deutsche Kolonie in Venezuela ein

20.05.2017, 22:53
In der von deutschen Einwanderern gegründeten Stadt Colonia Tovar ist es im Zuge des Machtkampfes in Venezuela zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Der Ort ist bis auf weiteres unter Militärkontrolle gestellt worden. Bei Protesten sei von Gegnern des sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro ein Verwaltungsgebäude angezündet worden, berichtete das Portal "El Nacional".

"Das ist eine sehr angespannte Situation", sagte eine Mitarbeiterin des Hotels "Bergland" der Deutschen Presse- Agentur am Samstag. Das Militär sei mit zahlreichen Lastwagen angerückt und kontrolliere die Ortseingänge.

Es kam zu teils chaotischen Szenen, die Nationalgarde soll ein 13 Jahre altes Mädchen angefahren haben, das verletzt wurde. Bilder zeigten Tränengaswolken vor dem malerischen Stadttor - Colonia Tovar erinnert mit seinen Fachwerkhäusern und Einrichtungen wie dem Cafe "Muhstall" oder dem Hotel "Edelweiss" an den Schwarzwald. Zunächst wurde mit Straßenblockaden versucht, ein Einmarschieren des Militärs zu verhindern.

Der Ort liegt etwa eine Stunde von Caracas entfernt. Deutsche Wurst und Brot sind begehrte Produkte, aber die dramatische Versorgungskrise geht auch an Colonia Tovar nicht spurlos vorbei, es kommen weit weniger Gäste als früher.

Gegründet wurde die Siedlung von 392 Badensern, die 1842 aus dem Kaiserstuhl mit dem Schiff von Le Havre aus nach Südamerika auswanderten. Die Kolonisten waren von Venezuela eingeladen worden, der spätere Präsident Manuel Felipe de Tovar schenkte ihnen das Land, auf dem sie Obst und Gemüse anbauten. Erst durch den Bau einer Straße wurde Colonia 1964 richtig an die Außenwelt angeschlossen, der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle.

Mehr als zehntausend Demonstranten haben sich unterdessen am Samstag auf einen Marsch zum Innenministerium in Venezuela gemacht. Zunächst versammelten sich weniger Menschen als bei der bisher größten Demonstration gegen Staatschef Nicolas Maduro am 19. April, als Hunderttausende auf die Straße gingen. Oppositionsanhänger auf der wichtigsten Autobahn der Stadt waren zwischen Barrikaden mit Stöcken und Steinen bewaffnet, um sich gegen die Polizei zur Wehr zu setzen.

Die rechtsgerichtete Opposition erwartete am Samstag die größte Demonstration seit Beginn ihrer jüngsten Protestwelle. "Je mehr Repression, desto mehr Widerstand und Kampf für Venezuela", sagte Oppositionsführer Henrique Capriles vor Beginn des Marsches zum Innenministerium. "Bandit, Korrupter, verschwinde", schrie er. In einem anderen Teil der Stadt wollte der linksnationalistische Staatschef Maduro unterdessen Arbeiter empfangen, die ihn unterstützen.

20.05.2017, 22:53
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