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21.09.2017 - 02:15
Bürgermeister Strasser ist zuversichtlich, dass Argumente gegen die Freileitung Gehör finden.
Foto: Wolfgang Weber

„Zu 99% keine Freileitung“

14.07.2017, 23:30

Wenn Montag vor dem Bundesverwaltungsgericht in Wien die Berufungsverhandlung zur 380er- Freileitung steigt, sind auch mehrere Bürgermeister betroffener Gemeinden dabei. Eugendorfs Ortschef Johann Strasser ist sich sicher: "Zu 99,9% wird die Freileitung abgelehnt."

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden hat dem Verbund ja bereist die Stirn gezeigt: Auch dank seines spektakulären Protestes - er seilte sich vor einem Riesen- Demonstrations- Plakat von der Mönchsbergwand ab - verzichtete die Austrian Power Grid (APG) auf eine 380er- Freileitung mitten über den Gaisberg.

Fürchtet um das Nockstein-Gebiet: Koppls Bürgermeister Reischl.
Foto: Wolfgang Weber

Neben Bruck an der Glocknerstraße, Taxenbach, Scheffau, Krispl, Kuchl, Adnet und Koppl ist auch Eugendorf stark betroffen. Langzeit- Bürgermeister Johann Strasser wird, ebenso wie sein Koppler Kollege Rupert Reischl, Montag zur Verhandlung in den Wiener Marx- Palast anreisen. Strasser ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein entschiedener Gegner der veralteten Freileitungs- Technik und hat sich selbst in Dänemark von der Machbarkeit der Starkstrom- Erdkabel überzeugt: "Dort hat man sie unter anderem in einem Vogelschutzgebiet verlegt." Alleine in deutschlandsterben jährlich 30 Millionen Vögel an Freileitungen. Bei uns aber hat das Land Schutzgebiete etwa am Nockstein abgelehnt und dafür lieber die 380- kV- Freileitung mit bis zu 84 Meter hohen Masten und maximal 22 Leiterseilen an dieser Stelle genehmigt.

Montag startet 380er- Verhandlung in Wien

Für den streitbaren Ortschef ist das 380er- Erdkabel längst Stand der Technik: "Seit 2012 wurden in Europa bereits 8000 Kilometer Starkstromleitungen in der Erde verlegt", rechnet Strasser vor: "Und weil es eben eine machbare Alternative zur Freileitung gibt, bin ich zu 99,9 % überzeugt, dass das Berufungsgericht die Genehmigung der Salzburger Landesregierung kippen wird."

Darauf setzt auch Koppls Bürgermeister Rupert Reischl, der um das Naherholungsgebiet rund um den Nockstein fürchtet. Beide Gemeinden haben mit dem früheren Vorarlberger VP- Landtagsabgeordneten Dr. Adolf Concin einen erfahrenen Anwalt in Umweltfragen engagiert.

800 Hektar Wald sollen für die Freileitung fallen, selbst durch Schutzwälder wie im Adneter Spumbachgraben und am Eschenauerkogel soll die 380er- Leitung führen: "Die 111 Kilometer Freileitung würden eine Umweltzerstörung von gigantischem Ausmaß bedeuten. Das ist unverantwortlich und ich fühle mich den Bürgern gegenüber verpflichtet, mich zu wehren", sagt Strasser: "Denn es gibt das Kabel als Alternative." Die Verhandlung startet am Montag um 10 Uhr.

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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