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21.09.2017 - 05:21
Bild der Armut mitten in Salzburg: Die Bürger fordern Maßnahmen, die Stadtpolitik schaut weiter zu.
Foto: Markus Tschepp

Wohin mit den Bettlern?

28.03.2015, 16:37
Derzeit existieren in Salzburg Bettler-Lager beim Dom, in Lehen und in Schallmoos. Wieder wird eine Forderung nach einem Bettelverbot laut. Politische Mehrheiten für eine Lösung fehlen aber.

Wärmere Temperaturen und die Hoffnung auf Verpflegung und ein Notbett in Salzburg haben sich bis nach Osteuropa durchgesprochen, die Stadt wird derzeit massiv von Bettlergruppen in Beschlag genommen. Und der Platz reicht an allen Ecken und Enden nicht: 50 Schlafplätze bieten die Caritas- Archen Nord und Süd in der Stadt Salzburg den vorwiegend rumänischen Bettlern, doch das gut gemeinte Angebot deckt nicht einmal ein Drittel ab.

Eine elendslange Liste an Beschwerden

Der Magistrat sieht sich dieser Tage mit massiven Beschwerden über Bettlerlager konfrontiert, die Auszüge aus einem Einsatzbericht und aus Protokollen von Bürgern und Anrainern sind an Deutlichkeit, Sorge und Ärger nicht zu überbieten: Im und rund um das Neutor schlagen Kioskbesitzer und Anrainer des Hildmannplatzes Alarm, weil es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Bettlern kommt. Ältere Menschen würden belästigt, Bettler sitzen in Hauseingängen. Bettlerlager wurden im Dombogen, unter der Glanbrücke und unter der Lehener Brücke (15 Personen) dokumentiert. Auch dort gibt es Beschwerden, vor allem auch wegen dem eigenen Sicherheitsgefühl. In Waldstücken rund um die Stadt wurden Zelte aufgeschlagen. Unter dem Kaufmann- Steg brachte die Bauabteilung zwar Gitter an, aber kein Schloss. Bettler öffneten die Gitter und errichteten ein Schlaflager. Der Magistratsdirektor musste eine Weisung erlassen, dass die Schlösser angebracht werden. Die Habseligkeiten wurden in Containern zur Abholung in den Wirtschaftshof gebracht, wenige Stunden später fuhren Rumänen mit Autos vor und holten die Sachen ab.

Erschreckende Zustände meldeten Eltern unter der Baron- Schwarz- Park- Brücke: "Ich weigere mich meine Kinder zwischen Exkrementen zur Schule gehen zu lassen. Wir sehen uns in unserer Sicherheit bedroht", schreibt ein aufgebrachter Vater. Der für das Ordnungsamt zuständige Vizebürgemeister Harald Preuner fordert gebetsmühlenartig ein sektorales Bettelverbot: "Unsere Mitarbeiter weigern sich schon die Hinterlassenschaften wegzuräumen. Sie wollen nicht der Buhmann sein und womöglich noch mit Anzeige von selbst ernannten Gutmenschen bedroht werden. Ich muss schon mit Weisungen arbeiten." Ein Amtsbericht zum Bettelverbot liegt noch bei Bürgermeister Heinz Schaden. Eine Mehrheit ist weiter nicht in Sicht.

28.03.2015, 16:37
Michael Pichler, Kronen Zeitung
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