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23.07.2017 - 00:15
Stephan Reiter und Christoph Freund
Foto: Andreas Tröster

"Wir werden noch weniger externe Transfer tätigen"

28.02.2017, 20:30

Salzburgs Führungsspitze Freund und Reiter im Gespräch. Transfers als wichtige Säule in der Finanzierung des Klubs. Leere Arena ist ein großes Thema, der Meisterstern nicht.

Seit 1. Februar  2017 ist Red Bull Salzburgs neuer Geschäftsführer Stephan Reiter im Amt. Am Dienstag wurde der 45- Jährige in einem Pressegespräch in der Bullen- Arena vorgestellt. Gemeinsam mit Sportchef Christoph Freund nahm Reiter zu den wichtigsten Brennpunkten beim Meister Stellung. Wie etwa ...

... die Abgänge nach Leipzig:

Reiter: Man kann stolz darauf sein, man kann es auch als Verlust sehen. Für uns ist es eine Riesenchance. Salzburg hat oft bewiesen, dass es ein Sprungbrett ist. Man steht in der Auslage, um für andere Klubs interessant zu werden.

Freund: Ob sie zu Leipzig, Dortmund, Liverpool oder nach China gehen: Diese Transfers sind für uns immens wichtig. Wir bekommen die Spieler mit 17, 18 Jahren. Wir können ihnen bieten, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit in der ersten Mannschaft spielen, dazu international. Wir haben in drei Jahren die 100 Millionen an Einnahmen überschritten  ein außergewöhnlicher Erfolg. Wir sind ohnehin so erfolgreich wie nie, haben dreimal in Serie das Double gewonnen. Das geht mir unter. Wir haben uns noch nie so viel gerechtfertigt wie jetzt. Dabei machen hier Spieler eine Weltkarriere. Ich verstehe nicht, warum das nicht wahrgenommen wird. Ich möchte, dass die Fans stolz sind.

... das leere Stadion:

Freund: Es geht mir nahe, wenn nur 5.000 Leute kommen. Wir müssen uns hinterfragen, warum das so ist. Ich bin überzeugt, dass wir den Turnaround schaffen.

... 100 Millionen € Einnahmen:

Freund: Wir investieren einiges in junge Spieler, messen uns mit internationalen Topvereinen. Für uns ist es auch wichtig, Transferüberschüsse zu lukrieren.

... das Vereinsleitbild:

Reiter: Wir überarbeiten es gerade. Da haben wir sicher Handlungsbedarf! Es ist schwierig, die Leute zu motivieren. Wir müssen uns überlegen, wie man sie ins Stadion bringt.

... die Youth League:

Freund: Es gibt hier einen sehr positiven Output, viele Jungs rücken nach.

... den Meisterstern:

Reiter: Wir haben hier eine klare Meinung. Das wurde intern diskutiert, damit ist das Thema erledigt. Daher gibt es auch keine Intention, es aufzuwärmen.

... den Soriano- Transfer:

Reiter: Wir wollten ihm nichts verbauen, es ist ein entscheidender Schritt in seiner Karriere. Wir haben den Transfer nicht aus wirtschaftlichem Druck getätigt. Rahmenbedingungen wie in diesem Fall bekommen wir aber nicht jedes Jahr.

Freund: Wir wissen, was er geleistet hat, es war eine schwierige Entscheidung. Er war ein Sympathieträger, das Gesicht von Red Bull Salzburg. Wir sind stolz, dass er so lange da war und vorangegangen ist. Wir sind aber trotz eines weinenden Auges der Überzeugung, sehr gut aufgestellt zu sein  auch für die nächsten Jahre.

... Sorianos Verabschiedung:

Freund: Es ging alles sehr schnell, wir sind weiter im Austausch. Auch ihm ist der Abschied schwer gefallen.

... Oscars Einfluss:

Freund: Er war involviert, das Ganze aber sehr kurzfristig. Klar, er ist mir nicht um den Hals gefallen, aber Oscar hat es mitgetragen.

... Dabburs Wechsel in Anbetracht des Soriano- Abgangs:

Freund: Wir hätten ihn wahrscheinlich nicht verliehen. Wir halten ganz große Stücke auf ihn, er wird in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen.

... Gulbrandsen:

Freund: Er trainiert hier, könnte aber noch nach New York verliehen werden.

... Sommer- Neuzugänge:

Freund: Sie haben sich bisher noch nicht so durchgesetzt wie erhofft. Aber auch im letzten Jahr haben die Spieler ein bisschen Anlaufzeit gebraucht, sind inzwischen Stammkräfte.

... Transfer- Lehren:

Freund: Wir werden noch weniger externe Transfers tätigen. 70 bis 80 Prozent sollen aus der eigenen Jugend kommen. Da gibt es auch keine Anpassungsprobleme hinsichtlich der Philosophie.

... nationale Konkurrenz:

Freund: Die Wiener schauen nach Salzburg, denn die haben in den letzten zehn Jahren nicht so viele Titel gewonnen wie wir  gemeinsam!

Christoph Nister/Philipp Grill, Kronen Zeitung

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