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19.09.2017 - 14:07
Foto: Andreas Kreuzhuber

Vorfälle in Pongauer Senioren- Heim nur "Fall von Mobbing"?

12.04.2010, 16:05
Die angeblichen Vorfälle in einem Pongauer Seniorenheim, wo es zu Diebstählen, einem sexuellen Übergriff und möglicherweise zu einem Fall von Sterbehilfe gekommen sein soll, bezeichnet der frühere Pongauer Nationalrats-Abgeordnete Harald Hofmann (SPÖ) als "üblen Fall von Mobbing". Er sei überzeugt, dass von den Vorwürfen gegen die drei fristlos entlassenen Bediensteten nichts übrig bleibe, erklärte er am Montag.

Die Beschuldigten – drei Frauen – hatten sich nach ihrer Kündigung hilfesuchend an den Ex- Politiker gewandt. Sie waren vor rund zwei Wochen vom Bürgermeister fristlos entlassen worden, nachdem andere Heim- Angestellte die drei Kolleginnen schwer belastet hatten. Hofmann macht vor allem eines stutzig: "Der Bürgermeister schlug den Frauen vor, selbst zu kündigen, dann wird er Stillschweigen bewahren, andernfalls aber die Staatsanwaltschaft einschalten", so der Ex- Parlamentarier – das gehe in den Bereich der Nötigung.

Ex- Politiker sieht Vorwürfe als "sehr dünn" an

Es handle sich immerhin um die drei dienstältesten Mitarbeiterinnen des Heimes, die Gemeinde hätte sich so sogar die Abfertigung erspart. Nach Recherchen des Ex- Politikers sieht dieser die Vorwürfe als sehr dünn an. Zur versuchten Sterbehilfe: Eine der drei Frauen habe eine Heimbewohnerin in den Tod begleitet und ihr dabei das Kinn gehalten, damit der Mund der Toten nicht offen bleibe. Der angebliche sexuelle Missbrauch: Bei einer Feier habe sich eine der Mitarbeiterinnen an den Bettrand einer Bewohnerin gesetzt und eine Banane in die Luft gehalten.

"Die Frau wurde weder berührt noch sonst was." Und auch die vermeintlichen Diebstähle würden sich allesamt klären lassen. Es gehe um Spenden für das Personal, die angeblich nicht richtig verwendet worden seien. Eine der Mitarbeiterinnen habe am Tag ihrer Entlassung am Telefon ihren Selbstmord angekündigt, schilderte Hofmann. Über seine Vermittlung habe nun die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten Rechtsschutz für die drei Frauen übernommen.

Attackierter Bürgermeister weist Vorwürfe zurück

Der Bürgermeister wies die Behauptung des früheren Politikers umgehend zurück. Er habe den drei Frauen für den Fall von Selbstkündigungen kein Stillschweigen zugesagt. "Strafrechtlich gibt es keine andere Möglichkeit als eine Anzeige, wenn solche Verdächtigungen vorliegen." Er habe den Beschuldigten aber angeboten, bis 12 Uhr des darauffolgenden Tages selbst zu kündigen, weil dadurch "aus arbeitsrechtlicher Sicht eine andere Optik entstanden wäre als bei einer Entlassung".

Am Montag sei bei der Gemeinde ein Schreiben des Anwaltes der Arbeiterkammer (AK) eingelangt: Darin heißt es sinngemäß, dass die Frauen keine Gründe gesetzt hätten, die eine fristlose Entlassung rechtfertigen würden. Daher sei nach Ansicht der AK das Dienstverhältnis weiter aufrecht. Sollte die Kündigung nicht zurückgenommen werden, wolle man beim Arbeits- und Sozialgericht Klage einbringen. "Ich habe ein solches Schreiben erwartet. Für mich ändert das nichts, ich musste so handeln", betonte der Ortschef.

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