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27.04.2017 - 21:09
Notarzthubschrauber, Notarztwagen, Rettungswagen und ein Krankentransportwagen wurden eingesetzt.
Foto: Rotes Kreuz

Verkettung von Zufällen

07.04.2017, 23:30

Wie tragisch die Umstände des tödlichen Unfalls in der Schaidberggalerie in Obertauern waren, ist nun bekannt: Ein Lenker hatte die völlig vereiste Galerie eine halbe Stunde zuvor passiert. Er meldete der Polizei die Gefahr und schlug eine Sperre vor. Daraufhin rückte ein Schneepflug aus. Das Unglücksauto stieß dagegen . . .

Plötzlich auftretendes Eis hatte die Lawinengalerie an der Katschberg Bundesstraße gegen 16 Uhr in eine Rutschbahn verwandelt. Ein Mitarbeiter (63) der Bergbahnen in Obertauern passierte die Schaidberggalerie gegen 16.15 Uhr. Er kam noch heil durch. Doch er hatte die Gefahr erkannt und die Polizei alarmiert.

Autofahrer schlug Alarm wegen Eis

"Das stimmt. Bei uns ist eine Warnung eingegangen", heißt es am Posten in Tamsweg. Man habe wie üblich sofort die Straßenmeisterei alarmiert. Diese war auch durch die automatischen Eis- Warner, die in der gesamten Galerie installiert sind, schon auf den Zustand der Fahrbahn aufmerksam geworden. "Da leuchtet dann ein rotes Licht im Büro auf", heißt es. Ein Schneepflugfahrer wurde in die Lawinengalerie geschickt.

Als der 22- jährige Elektriker aus Mariapfarr mit dem Firmenbus die Stelle passieren wollte, geriet er - so vermuten die Ermittler - wegen der starken Vereisung ins Schleudern und prallte genau gegen den bergwärts fahrenden Schneepflug, der das Eis "brechen" sollte. Der Bus touchierte genau das Schneeschild, drehte sich und kam entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen.

Straßenmeisterei schickte den Pflug

Die als erste am Unglücksort eintreffenden Polizisten der Inspektion aus Mauterndorf leisteten noch Erste Hilfe und versuchten den 22- jährigen Harald G. zu reanimieren. Doch er erlag noch an der Unglücksstelle seinen Verletzungen.

Seine beiden mitfahrenden Arbeitskollegen (18 und 19) aus Mariapfarr und aus St. Andrä wurden schwer verletzt. Der Schneepflugfahrer (40) aus St. Michael blieb unverletzt. Toter und Verletzte arbeiteten in einer Firma Der Schock bei den Angehörigen und natürlich bei der Mauterndorfer Elektrofirma, bei der der Verunglückte arbeitete, ist groß.

Jener Autofahrer, der die Polizei alarmiert hat, hat nach eigenen Angaben eine sofortige Sperre der Galerie vorgeschlagen. Dies war aber technisch und zeitmäßig nicht möglich.

Die Tunnels auf der Autobahn können von der zentralen Leitstelle aus mit Rotlicht innerhalb von Sekunden gesperrt werden. Auf dem Tauernpass fehlt so eine Sicherheitstechnik.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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