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22.09.2017 - 03:07
Die einst stolze Eiche in St. Koloman kippte durch die starken Sturmböen am Mittwoch um.
Foto: FF St. Koloman

Unwetter: Erneut große Sachschäden

14.07.2016, 09:09

Die "Krone" berichtete bereits - auch am Dienstag Abend zog wieder ein heftiger Sturm mit bis zu 100 km/h starken Böen über ganz Salzburg hinweg. Los ging es diesmal gegen 18.30 Uhr in der Landeshauptstadt.

"Wir hatten binnen kürzester Zeit 34 Einsätze. Da ging es um überflutete Keller, überschwemmte Straßen und Unterführungen sowie um das Freimachen von Einlaufschächten. Etliche Kanalsysteme gingen über. Wir konnten aber mit Hilfe der Freiwilligen alle Einsatzstellen binnen kürzester Zeit abarbeiten", schildert Berufsfeuerwehrchef Reinhold Ortler. Insgesamt waren 18 Mann von der Berufsfeuerwehr und 18 Kollegen von den Freiwilligen der Löschzüge Bruderhof und Schallmoos im Einsatz. Teilweise mussten Ablaufschläuche über Nacht liegen gelassen werden. Sie wurden am Mittwoch nach und nach wieder eingesammelt. "Gott sei Dank gab es in diesem Bereich noch nie Diebstähle", so Ortler.

Mehrere Baum- Einsätze auch am Gaisberg

Immer wieder kippten Bäume um, auch am Gaisberg gab es mehrere Einsätze. In Kuchl und in Golling kam es wegen Bäumen, die auf Leitungen fielen, zu Stromausfällen. Die Salzburg AG rückte aber noch in der Nacht zu Reparaturarbeiten aus. Auch mehrere Dächer wurden in Kuchl durch die Sturmböen abgetragen. Die Feuerwehren halfen mit einem Notdach aus Plastikfolie aus. Betroffen war unter anderem die Firma Elastica. 30 Feuerwehrmänner sicherten dort das Notdach.

Neue Eiche spätestens zum Erntedankfest

In St. Koloman klagt Bürgermeister Wilhelm Wallinger über einen speziellen Schaden: Die 118 Jahre alte Kaisereiche auf der Taugl wurde durch den Sturm entwurzelt und kippte um. "Die Eiche wurde 1898 zum 50- jährigen Thronjubiläum von Kaiser Franz Josef gepflanzt. Der Kaiser selbst war zwar damals nicht da. Aber in St. Koloman gab es immer wieder vom Kaiser zur Jagd eingeladene Gäste. Es war damals ein beliebtes Jagdgebiet. Bis 1920 gab es am Gemeindeplatz auch ein Denkmal zu Ehren von Kaiserin Sisi. Mit dem Ende der Monarchie geriet es aber in Vergessenheit und verschwand schließlich", weiß Wallinger. Die Kaisereiche, die auf einem Hügel thronte, war ein beliebtes Ausflugsziel. Der Rundwanderweg wurde erst vor kurzem herrlich beschildert. "Die alte Eiche ist nicht mehr zu retten. Vielleicht können wir aus dem Holz noch einen Eichenfußboden oder so machen", meint Wallinger. Er hat auf jeden Fall schon einen Sponsor an der Hand. Spätestens zum Erntedankfest Ende September soll eine neue Eiche gepflanzt werden.

Auch mehrere Wander- und Radwege mussten nach dem Unwetter wegen auf die Fahrbahnen gestürzter Bäume zur Sicherheit gesperrt werden."Am Dienstag Abend gab es wirklich Weltuntergangsstimmung. Ich war selbst noch mit dem Fahrrad unterwegs, als binnen fünf Minuten wie aus dem Nichts eine weiße Wand am Horizont erschien und eine 200 Meter lange Schneise der Zerstörung durch den Ort zog", erinnert sich Bürgermeister Wilhelm Wallinger. "Aber nach fünf Minuten war das Unwetter auch schon wieder vorbei."

32 Feuerwehren in Salzburg im Einsatz

Insgesamt waren am Dienstag Abend 32 Feuerwehren in 27 Gemeinden mit knapp 240 Mann im Einsatz. Nicht nur in der Landeshauptstadt und im Tennengau, auch in Lofer ging es rund. Dort traten mehrere Bäche über die Ufer, Straßen wurde geflutet und ein Dutzend Bäume kippte um. Zudem gab es auch hier Stromausfälle wegen Ästen und Bäumen, die auf Leitungen fielen. Entwarnung gibt es noch keine. Meteorologen rechnen bis Freitag mit weiteren Stürmen. Erst dann soll sich wieder für ein paar Tage stabileres Wetter durchsetzen.

14.07.2016, 09:09
Manuela Kappes, Kronen Zeitung/red
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