Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
20.08.2017 - 22:07
Männer verdienen in Salzburg im Schnitt um 577 Euro mehr
Foto: www.VIENNAREPORT.at

Ungerechte Job- Welt: Nachteile für Frauen

01.10.2016, 06:00

Die Zahlen schockieren nicht nur eingeschworene Frauenrechtlerinnen: Leider ist die Arbeitswelt für die weibliche Hälfte immer noch mit massiven Nachteilen behaftet: Mehr Teilzeit als Vollzeit, weniger Chancen in Führungspositionen, große Gehaltskluft. Die neue Frauenreferentin der AK fordert nach der neuesten Erhebung dringend notwendige Verbesserungen ein.

Immer mehr Frauen sind auf faire Bedingungen in der Arbeitswelt angewiesen: 2015 waren 69,8 Prozent der Salzburgerinnen zwischen 15 und 60 Jahren in einem Arbeitsverhältnis. Das ist um 0,6 Prozent mehr als zwei Jahre davor. Am höchsten ist die Quote der Erwerbstätigen zwischen 25 und 29 Jahren. "Dann kommt der große Einbruch, weil viele nach der Karenz den Wiedereinstieg nicht schaffen", so die AK- Frauenreferentin Ines Grössenberger über alarmierende Zahlen. Die Liste der Benachteiligungen ist lang: Noch immer massive Einkommensunterschiede: Der Tag, ab dem die Frauen im Vergleich zu den Männern quasi "gratis" arbeiten, fällt heuer auf den 2. Oktober. Drei von vier unselbstständig beschäftigten Frauen verdienen weniger als 1500 Euro netto im Monat. Salzburg liegt im Österreich- Vergleich an vorletzter Stelle. "Und das, obwohl die Lebenserhaltungskosten bei uns überdurchschnittlich hoch sind", schlägt die Arbeiterkammer Alarm. Bei der Lohnschere belegt Österreich in der EU den vorletzten Platz: Nur in Estland ist ide Kluft noch größer.

Viele Teilzeit- Jobs: Frauen arbeiten trotz mehr Beschäftigung immer seltener Vollzeit. Seit 2012 sank die Vollzeitbeschäftigung von Frauen um 2,1 Prozent. 2014 hatten nur rund jede zweite, angestellte Salzburgerin einen Vollzeitjob. 37,8 sind aufgrund von Betreuungspflichten - sie versorgen Kinder oder Ältere Menschen - auf teilzeit angewiesen. Bei Männern ist es im Vergleich ein verschwindender Anteil von nur 4,8 Prozent. Grössenberger: "Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 will jede achte Teilzeitbeschäftigte ein volles Stundenausmaß." Frauen sind auch im Alter öfter von Armut gefährdet.

Rechenbeispiel ein Vergleich typischer Frauen- bzw. Männerberufe

Oft schlecht bezahlte Branchen: Allzu rosig sind die Aussichten am Gehaltszettel für viele Frauen nicht. 89,2 Prozent wählten in der Studie einen Job in der Dienstleistungbranche. Platz eins nimmt dabei der Handel mit 21 Prozent. An Platz zwei landet die öffentliche Verwaltung (19 Prozent), gefolgt vom Tourismus (13 Prozent). Erschwerend kommt hier hinzu, dass es einen hohen Anteil an Saisonarbeit gibt. Als Rechenbeispiel ein Vergleich typischer Frauen- bzw. Männerberufe: Ein Friseur- Lehrmädchen verdient im ersten Lehrjahr 460 Euro brutto im Monat. Als Maurer oder Maurerin sind es mit 925 Euro brutto mehr als doppelt so viel. Weniger Frauen im "Chef- Sessel": 2014 waren es in Salzburg noch 7,4 Prozent weibliche Vorstände, liegt die aktuelle Zahl bei 3,7 Prozent. In Landesunternehmen gab es einen leichten Anstieg von zwei Prozent, dafür wurden weniger weibliche Aufsichtsräte bestellt.

Welche Maßnahmen gegensteuern sollen

Die AK fordert Maßnahmen wie: Recht für Teilzeit- Beschäftigte auf Vollzeit aufzustocken, ein kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1700 Euro brutto/Monat, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die gesetzliche Frauenquote, gleiche Aufstiegschancen, einen Rechtsanspruch für "Papamonat" und "Familienzeit" auf in der Privatwirtschaft. Weiters soll der Ausbau von Kinderbetreuung den Frauen das Arbeitsleben erleichtern.

01.10.2016, 06:00
Sabine Salzmann, Kronen ZeitungAG/red.
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum