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21.08.2017 - 09:36
Damit könnte man schon eine kleine Kompanie ausrüsten . . .
Foto: Landespolizeidirektion Salzburg

Tschetschene lebte vom Waffenhandel

18.04.2015, 15:15
Einen regen Handel mit Schusswaffen zog ein Tschetschene in Salzburg auf. Eine Lieferung aus Bayern wurde ihm nun zum Verhängnis, denn die deutschen Ermittler gaben den Österreichern einen Tipp. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes stieß die Polizei auf eine Pistole, Gewehre und eine Handgranate.

Mit Waffen kannte sich der 23- Jährige aus, denn im Kriegsgebot von Tschetschenien gehören Waffen zum Alltag. Dort lernen schon Buben den Umgang mit Pistole und Gewehr. Daher kam der junge Tschetschene auf die Idee, einen Waffenhandel aufzuziehen. Bald hatte er sich ein Netzwerk von Verkäufern und Käufern aufgebaut. Zum Verhängnis wurde ihm aber jetzt eine Sendung aus Deutschland. Die Ermittler dort wussten, dass ein Waffenhändler ein Paket mit einer Maschinenpistole und einem Schlagring an eine Salzburger Adresse schickt. Sie gaben die Anschrift den Salzburger Ermittlern weiter und nahmen den Händler fest.

Arsenal in Schrank im Keller versteckt

Nachdem die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl ausgestellt hatte, läuteten die Polizisten an der Wohnungstür des Tschetschenen. Dabei fanden sie nicht nur in den Wohnräumen, sondern auch in einem Schrank im Kellerabteil ein Sturmgewehr, eine Handgranate, zwei Schreckschusspistolen, ein Repetiergewehr, 15 Teile von verschiedenen Waffen, sechs Militär- bzw. Springmesser, einen Schlagstock und Hunderte Stück Munition. Der Polizei gelang es zudem, zwei weitere Pakete abzufangen. Diese wollte der Beschuldigte nach Großbritannien und nach Deutschland verschicken. Darin hatte er Griffstücke einer Glock- Pistole verpackt. Der Tschetschene wurde vorübergehend festgenommen, nach einigen Stunden kam er aber schon wieder frei.

Die Geschäfte liefen offenbar sehr gut

Gelebt hat der Verdächtige vom Waffenhandel nicht schlecht. Er verkaufte vieles via Internet. Dort fand er auch oft Stücke, die er ersteigerte und später teurer weiter verkaufte. Gegen den Mann wurde jetzt ein Waffenverbot verhängt. Die nach Österreich geflüchteten oder eingewanderten Tschetschenen bereiten der Polizei große Probleme. Ein Beamter der Landespolizei- Direktion: "Sie sind durch den jahrelangen Krieg gegen die sowjetischen Truppen traumatisiert und extrem gewaltbereit. Derzeit dürften mindestens 15.000 Tschetschenen in Österreich leben." In Salzburg kam es vor kurzer Zeit zu Straßenkämpfen zwischen Tschetschenen und Afghanen. Nach Vermutungen der Polizei ging es um die Vorherrschaft im Rauschgifthandel. Beim Bahnhof wurden Dutzende Verdächtige kurzfristig festgenommen.

18.04.2015, 15:15
Manuela Kappes, Kronen Zeitung
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