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24.09.2017 - 03:27
Ermittler Christian Voggenberger â013 Kleines Bild: Der Picasso, mit dem der Besitzer betrogen wurde.
Foto: Markus Tschepp/Polizei Salzburg

Stiftungs- Gemälde kopiert, die Originale verkauft

21.01.2016, 08:26

Es war eine Salzburger Privat- Stiftung, die den Fall ins Rollen brachte. Dort musste man bereits im Jahr 2014 bei einer Bestandsaufnahme durch einen Kunstsachverständigen feststellen, dass "La Corrida", eine Original- Tusch- Zeichnung von Pablo Picasso, durch eine Kopie ausgetauscht wurde.

Der ermittelnde Oberstleutnant Christian Voggenberger: "Wir begannen über Auftrag der Staatsanwaltschaft zu ermitteln und entdeckten zunächst, dass der originale Picasso aus der Salzburger Sammlung mit einem Versicherungswert von 218.018 Euro im Katalog eines bekannten Auktionshauses auftauchte." Das 50 x 64 cm große Picasso- Original war dort bereits am 4. Juni 2007 versteigert worden. Dabei tauchte der Name eines Salzburger Bilderrahmers (54) als Anbieter auf. Im Laufe der Ermittlungen wurde dann festgestellt, dass der Stiftung auf gleiche Weise mindestens 13 weitere bekannte Werke internationaler und nationaler Künstler gestohlen wurden. Dabei hatte der renommierte Bilderrahmer und Spiegelhersteller das Vertrauen seiner Kunden konsequent missbraucht: Während ihm die Stiftung die Kunstwerke zur konservierenden Rahmung überließ, fertigte er mit einem Plotter Farbkopien der Werke an, passte sie in den Original- Rahmen ein und behielt die Originale für sich.

Die Nachforschungen gestalteten sich schwierig, weil der Salzburger nur bei zwei Verkäufen namentlich auftauchte - hier hat er die Veruntreuung laut Polizei gestanden, bei anderen aktuell nicht auffindbaren Originalen behauptet er, dass ihm diese aus dem Geschäft gestohlen worden seien. Doch hier vermutet die Polizei, dass es sich lediglich um eine Schutzbehauptung handelt und dass der Bilderrahmer die Werkstatt seines Ein- Mann- Betriebes dazu genutzt hat, zwischen Jänner 2003 und November 2014 viele Originale gegen Kopien auszutauschen. 13 Bilder anerkannter Künstler dürfte er so über Kunsthäuser in Wien und München verkauft haben. Bei den Künstlern handelt es sich unter anderem um Bilder der österreichischen Maler Fritz Fröhlich, Jürgen Messensee sowie des Franzosen Jean Dubuffet. Die Polizei schloss das Geschäft des Bilderrahmers im August 2015. Laut Polizei könnte es noch mehr Geschädigte unter den vielen Kunden geben, die ihre Bilder zum Rahmen gebracht hatten.

Systematischer Betrug flog elf Jahre nicht auf

"Schutzgelderpressungen einer südosteuropäischen Organisation" gab der Rahmer als Motiv an. "Dafür gibt es keine Hinweise", so die Polizei. Der "Nebenverdienst" durch Betrug in der Höhe von rund 300.000 € dürfte in den aufwändigen Lebensstil des Salzburgers geflossen sein. Die ursprünglichen Besitzer haben laut Polizei wenig Chancen auf eine Bilder- Rückgabe.

21.01.2016, 08:26
Wolfgang Weber, Kronen Zeitung/red
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