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26.07.2017 - 04:11
Foto: Grafik/Giorgio Benvenuti, Reuters/Stephen Hird, AP/Roberto Pfeil

So halten Städte Autos draußen

28.02.2017, 23:30

Salzburg ist Österreichs Stau- Hauptstadt, doch was sich in anderen europäischen Metropolen abspielt, ist schon längst eine Nummer größer: Dort drängen die Verwaltungen mit Mauten und Umweltplaketten sowie Fahrverbotszonen die Autofahrerkolonnen aus den Stadtzentren und nehmen gleichzeitig Millionen an Euro ein.

In Salzburg geistert die Forderung der Grünen nach einer Citymaut schon seit Jahren umher, die rechtlichen Grundlagen dafür gibt es aber noch nicht. Dazu müssten Gesetze geändert werden, doch das ist spätestens im nächsten Stadt- Wahlkampf mit Verweis auf andere europäische Städte nicht ausschlaggebend. In Wien, Linz und Graz gibt es ähnliche Vorstöße, eine politische Mehrheit war aber bislang undenkbar.

Doch andere europäische Metropolen helfen sich längst damit aus: Bereits seit Februar 2003 hebt London eine so genannte "Staugebühr" (Congestion Charge) für das 22 qm² große Gebiet im Stadtzentrum ein. Für eine Einfahrt sind jedesmal rund 10 Pfund fällig, Ausnahmen gibt es nur für Anrainer, Taxis, Blaulichtorganisationen, E- und Gasfahrzeuge, Busse und Behindertenfahrzeuge.

Trotz großem Ärger, ist der Verkehr in der Innenstadt zwischen 20 und 30 Prozent zurückgegangen, dafür verzeichnete das gigantische Öffi- Netz einen Zuwachs an Passagieren um 60 Prozent.

Fünf Euro für eine Einfahrt in Mailand

Bologna und Mailand heben seit 2006 bzw. seit 2008 ebenso eine Citymaut für die heillos überlasteten und viel zu engen Innenstädte ein, fünf Euro sind pro Einfahrt fällig. Die Tickets dazu müssen die Italiener in Trafiken und Supermärkten kaufen. Bologna hebt mit dieser hart bekämpften Gebühr allein pro Jahr 30 Millionen Euro ein, in Mailand griff der Bürgermeister nach allen erdenklichen Verkehrsexperimenten und Fahrverboten mit der so genannten "Zone C" durch. Gleich in der ersten Woche gingen die Einfahrten um 40 Prozent zurück, nicht aber die Luftwerte: Die erholen sich nur langsam und sind immer noch weit über dem Soll.

Wiener Firma liefert komplettes System

Überwacht werden die Zufahrten zu den ZTL- Zonen mit Kameras, Verstöße dagegen wandern direkt zur Polizei, die saftige Strafen bis zu mehreren hundert Euro ausstellt. Das System "Sirio" in Bologna stammt übrigens aus Wiener Hand: Die Firma "Kapsch TrafficCom" liefert die komplette Technik dazu.

Umweltplaketten in deutschen Städten

Deutschland führte Umweltzonen in 52 Städten und Regionen in 11 Bundesländern ein. Allein im stark belasteten Ruhrgebiet sind 13 Städte betroffen. 2008 machten Hannover und Köln den Start, indem sie die Innenstädte in farbige Bereiche einteilten. Je nach Schadstoffausstoß ist die dazu gehörige Plakette grün, gelb oder rot. Fahrzeuge, die gar keine Plakette erhalten, müssen außerhalb der Zonen bleiben. In die Innenstädte etwa in München dürfen nur Autos mit einer grünen Plakette. Die Aufkleber gibt es zwischen 5 und 10 Euro zu kaufen. Wird man ohne erwischt, sind 80 Euro und mehr fällig.

Michael Pichler, Kronen Zeitung


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